Karim Adeyemi soll bis Saisonende in Salzburg bleiben - Bildquelle: AFP/SID/JOE KLAMARKarim Adeyemi soll bis Saisonende in Salzburg bleiben © AFP/SID/JOE KLAMAR

München - Aus Salzburg kam dieser Tage eine klare Ansage.

"Karim wird mit uns die Saison fertig spielen", sagte RB-Sportdirektor Christoph Freund bei "Sky Austria": "Das ist ganz klar der Plan in seinem Kopf und auch in unserem."

Heißt mit anderen Worten: Einen Wintertransfer des neuen Salzburger Stürmerjuwels Karim Adeyemi wird es - Stand jetzt - nicht geben. Wie schnell sich das auf dem Transfermarkt ändern kann, ist hinlänglich bekannt und meistens nur eine Frage des Kleingelds.

Adeyemi wohl auch in England und Frankreich begehrt

Um Adeyemi, der am Sonntag beim 4:1-Erfolg über Sturm Graz seine Saisontore 13 und 14 erzielte, ist längst ein Wettbieten entbrannt. Der FC Bayern und Borussia Dortmund stehen mit dem Nationalspieler in Kontakt. Auch Jürgen Klopp und der FC Liverpool sollen sich bereits nach dem 19-Jährigen erkundigt haben. PSG bereitet ebenfalls eine Offerte vor, heißt es.

Kein Wunder. Der pfeilschnelle Außenstürmer hatte im September beim 6:0 gegen Armenien seine Premiere für die A-Nationalmannschaft gefeiert und nach seiner Einwechslung direkt getroffen.

Auch in der Champions League sorgte Adeyemi für Aufsehen, als er im ersten Spiel beim FC Sevilla drei Elfmeter in einer Halbzeit herausholte. In der Königsklasse kommt der gebürtige Münchener auf drei Treffer in drei Partien.

Ganz egal, wann der Wechsel schlussendlich vollzogen wird, klar ist, dass Adeyemi nicht mehr lange in Österreich spielen wird. Und obwohl international mächtig getrommelt wird, scheint ein Wechsel in die Bundesliga wahrscheinlich. Mit anderen Worten: Bayern oder BVB, wer macht das Rennen?

Bayern will nicht schon wieder leer ausgehen

Immer wenn in den vergangenen Jahren einer dieser talentierten Fußballer aus Salzburg den Weg in die weite Welt antrat, führte dieser nicht über München.

Prominente Beispiele gibt es zu genüge. Dominik Szoboszlai ging nach Leipzig, Erling Haaland nach Dortmund und Sadio Mane einst direkt ohne deutschen Zwischenstopp in die Premier League.

Immer ging der FC Bayern leer aus. Teils, weil man sich nicht vollends um den Spieler bemühte. Teils aber auch, weil man keine ausreichende Perspektive bieten konnte. Und so steht der Rekordmeister auch im Fall Adeyemi vor einem Dilemma.

Bayern will den Spieler, den man selbst in der Jugend einst ausmusterte, unbedingt. Auch Adeyemi würde gerne. Der 19-Jährige möchte beweisen, dass man an der Säbener Straße einen Fehler machte, als man ihn 2011 für zu leicht befand. Da war der kleine Karim gerade neun Jahre alt.

Wo ist Platz für Adeyemi?

Die Frage ist, wieviel Spielzeit das pickepackevolle Starensemble für den Emporkömmling abwerfen würde. Bleibt Robert Lewandowski auch über den Sommer hinaus an Bord, dürfte es in der Sturmmitte schonmal eng werden.

Auch die Außen sind mit Serge Gnabry und dem neuerdings starken Leroy Sane gut besetzt. Hinzu kommen Jamal Musiala und Kingsley Coman. Um den Franzosen ranken sich zwar Abwanderungsgerüchte. Trainer Julian Nagelsmann warb aber erst kürzlich ganz offensiv um "King" mit dem er "gerne weiter zusammenarbeiten" würde.

Dass der nun erwachsene Adeyemi das Zeug hätte bei Bayern zu spielen, steht außer Frage. Kein Spieler beherrschte seit dem Abschied Haalands vor knapp zwei Jahren die österreichische Liga derart. Auch ins bayrische System würde er passen. Coach Nagelsmann war selbst lange im RB-Kosmos tätig, kennt den Spieler seit Jahren.

Eine Einsatzgarantie wird es beim Serienmeister dennoch nicht geben. Auch das dürfte Teil der Verhandlungen sein, die seit Wochen laufen. Der Berater des Spielers hat längst in München vorgesprochen. Allerdings nicht nur dort.

BVB-Mann Kehl zu Gesprächen in Salzburg

Borussia Dortmunds Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl war in der vergangenen Woche in Salzburg um am Rande des Champions-League-Spiels gegen den VfL Wolfsburg mit Berater Thomas Solomon über einen eventuellen Transfer zu sprechen.

Denn anders als beim FC Bayern lechzt der Kader des BVB geradezu nach Adeyemi. Nicht nur, weil Haaland derzeit verletzt ist.

Der Norweger dürfte im kommenden Sommer den Abflug machen. Im System des neuen Trainers Marco Rose - auch lange in Salzburg auf der Gehaltsliste - sind zudem meist zwei Spitzen vorgesehen. Hieße also: Mindestens ein Platz ganz vorne drin würde Adeyemi gehören, sollte der sich für die Borussia entscheiden.

In Dortmund nächster Schritt möglich

Ein echtes Faustpfand, hat sich der BVB in den vergangenen Jahren doch zu einem Paradies für überdurchschnittlich talentierte Jungprofis aus der ganzen Welt entwickelt.

Unter besten Bedingungen mit Champions-League-Einfluss den nächsten Schritt zu gehen, bevor man dann für jede Menge Kohle das Weite sucht - der Jung-Nationalspieler wäre nicht der erste, der sich für den schwarz-gelben Weg entscheidet.

In Dortmund jedenfalls würden sie dem 19-Jährigen den roten Teppich ausrollen, auch wenn das Einstiegsgehalt vielleicht etwas niedriger ist als in München, Paris oder Liverpool...

Tobias Hlusiak

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