- Bildquelle: IMAGO/Matthias Koch © IMAGO/Matthias Koch

München/London – Zurück in die Weltspitze soll es gehen.

Das hatte DFB-Direktor Oliver Bierhoff gesagt. Mehrfach. Ja - das Ziel ist ernst gemeint. Offenbar immer noch. Auch nach einem am Ende glücklichen 3:3 in Wembley gegen den großen Rivalen England.

DFB-Team: An den Zielen wachsen - eigentlich

Und ja – man sollte sich immer ambitionierte Ziele setzen, um weit zu kommen. Um an den Aufgaben zu wachsen, ungeachtet der Herausforderungen. Um als Mannschaft den nächsten Schritt zu machen, taktisch und spielerisch, auch und vor allem kämpferisch. 

Um dann auf eine besondere Art und Weise in ein großes Turnier zu finden, einen Flow zu erreichen, eine Stimmung zu erzeugen, die ein Team tragen kann. Und eine ganze Nation gleich mit. Wie 2006. Oder 2014.

Doch während die Zweifel am Realismus der Zielsetzung für die deutsche Nationalmannschaft mit jedem weiteren Spiel wachsen, fällt das bisschen Euphorie, das angesichts der umstrittenen WM in Katar in Deutschland eh auf Sparflamme vor sich hin köchelt, schon jetzt ein Stück weit in sich zusammen.

Den Panikknopf muss beim DFB rund zwei Monate vor Turnierstart noch niemand drücken. Eine Hand schon mal draufzulegen kann aber nicht schaden. Denn Bundestrainer Hansi Flick sieht sich mit einer gefährlichen Mischung konfrontiert, einer hochexplosiven Lage: Viele eigene Baustellen, eine negative Grundstimmung, kombiniert mit einer selbst geschürten, hohen Erwartung.  

Probleme wie eine wacklige Defensive oder ein nicht vorhandener Mittelstürmer sind bekannt, blutleere, uninspirierte, fehlerhafte und am Ende sogar chaotisch-vogelwilde Darbietungen wie gegen England sind allerdings bedenklich. 

Deutschland gegen England: Ohne Intensität und Dynamik

Vieles wirkte mutlos, ohne Intensität oder Dynamik, viel zu behäbig, ohne Spielwitz oder Durchschlagskraft. Dabei hatte Flick das Gegenteil gefordert: "Absolute Präsenz, Dominanz, Selbstvertrauen." Davon war mal wieder zu wenig zu sehen.

Alarmierend sind vor allem die 15 Minuten nach dem 2:0 durch Kai Havertz. Gegen einen angeknockten Gegner, der sich in einer ausgewachsenen Krise befindet, wurde die DFB-Elf in Führung liegend fast widerstandslos in ihre Einzelteile zerlegt, an die Wand gespielt und von einer Emotionalität überrollt, die dem DFB-Team über weite Strecken fehlte. Dass es am Ende zum 3:3 reichte, ist der englischen Tradition geschuldet, dass die Torhüter der "Three Lions" immer für einen Patzer gut sind.

Dass Bundestrainer Hansi Flick "einen Schritt nach vorne", "viele positive Dinge" und auch "ein paar negative" gesehen hat, wirkte angesichts des Auftritts dann doch ein wenig bemüht. Recht hat er natürlich, wenn er sagt: "Wir sind optimistisch. Sonst könnten wir auch zuhause bleiben."

Trotzdem: Der Weg zurück in die Weltspitze - im Moment ist er noch lang und beschwerlich.

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Wann würde das DFB-Team bei der WM 2022 im Achtelfinale spielen?

Sollte sich Deutschland als Gruppenzweiter (der Gruppensieg ist für das DFB-Team nicht mehr möglich) für das Achtelfinale bei der WM-Endrunde in Katar qualifizieren, geht es für die Flick-Elf am 6. Dezember ab 16 Uhr in Al-Rayyan mit der ersten K.o.-Runde weiter. 


Wie ist Deutschland bei der WM 2022 ausgeschieden?

Deutschland hat den Einzug ins Achtelfinale verpasst. Die deutsche Nationalmannschaft holte in der Gruppe E nur vier Punkte und beendete die Gruppe als Tabellenvierter. Japan und Spanien ziehen in die nächste Runde ein.


DFB-Team: Wer zeigt die deutschen Spiele bei der WM live?

Alle WM-Spiele des DFB-Teams in der Vorrunde und der möglichen K.o.-Phase werden von ARD und ZDF gezeigt. Auch die Halbfinals und das Endspiel werden im Free-TV übertragen. Das ZDF zeigt am 27.11. Deutschland gegen Spanien, die ARD überträgt am 23.11. das Gruppenspiel gegen Japan, sowie am 1.12. das Duell mit Costa-Rica.


WM 2022: Wie sieht der deutsche Kader bei der WM aus?

26 Spieler konnte Bundestrainer Hansi Flick für die WM 2022 in Katar nominieren:

Tor: Manuel Neuer (FC Bayern München), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt)

Abwehr: Antonio Rüdiger (Real Madrid), Niklas Süle (Borussia Dortmund), Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund), Thilo Kehrer (West Ham United), David Raum (RB Leipzig), Christian Günter (SC Freiburg), Lukas Klostermann (RB Leipzig), Armel Bella Kotchap (FC Southampton), Matthias Ginter (SC Freiburg)

Mittelfeld und Angriff: Leon Goretzka (FC Bayern München) Joshua Kimmich (FC Bayern München), Ilkay Gündogan (Manchester City), Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach), Serge Gnabry (FC Bayern München), Jamal Musiala (FC Bayern München), Thomas Müller (FC Bayern München), Leroy Sané (FC Bayern München), Kai Havertz (FC Chelsea), Karim Adeyemi (Borussia Dortmund), Youssoufa Moukoko (Borussia Dortmund), Julian Brandt (Borussia Dortmund), Niclas Füllkrug (Werder Bremen), Mario Götze (Eintracht Frankfurt)


WM 2022 in Katar

WM 2022 Achtelfinale

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    1/8 Finale Weltmeisterschaft 2022

03.12.2022