Hansi Flick kann mit seinen ersten drei Spielen zufrieden sein - Bildquelle: imago images/ULMER PressebildagenturHansi Flick kann mit seinen ersten drei Spielen zufrieden sein © imago images/ULMER Pressebildagentur

München/Reykjavik - Island war für die deutsche Nationalmannschaft nicht immer ein gutes Pflaster. Rudi Völler ließ hier im Jahre 2003 nach dem 0:0 seiner Wutrede freien Lauf. "Wir sollten zusehen, dass Hansi nach dem Spiel nicht in eine ähnliche Situation gerät", sagte Leon Goretzka im Hinblick auf diese Partie 2021.

Mission geglückt: Mit 4:0 setzte sich Deutschland souverän gegen Island durch. Serge Gnabry, Antonio Rüdiger, Leroy Sane und Timo Werner erzielten die Tore.

Die Zwischenbilanz von Hansi Flick kann sich sehen lassen: drei Spiele, drei Siege, 12:0 Tore. 

"Wir haben wenig Trainingseinheiten gehabt und haben neun Punkte geholt. Das war unser Ziel. Ich denke, die Art und Weise wie wir Fußball spielen, war ein Schritt nach vorne", sagte der Bundestrainer.

Mag sich die deutsche Nationalmannschaft beim 2:0 gegen Lichtenstein noch schwer getan haben, weil die Gegenspieler sich komplett im eigenen Strafraum barrikadierten, so glänzte sie beim 6:0 gegen Armenien und nun auch gegen Island.

Flick: "Spieler haben Idee verinnerlicht"

Die DFB-Elf entfachte Spielfreude, kombinierte sich in den gegnerischen Strafraum und bewies zudem bei Gegenangriffen viel Tempo. Das Wichtigste ist aber: die Mentalität stimmt.

Unabhängig vom Spielstand strebte Deutschland stets nach dem nächsten Tor.

"Es ist zu erkennen, dass die Spieler die Idee verinnerlichen", sagt Flick. "Die Art und Weise, dass man aktiv ist, gefällt den Spielern, weil sie das auch zum großen Prozentsatz bei ihren Vereinen machen." 

Gegen Island agierte die DFB-Elf sehr dominant und hätte sogar noch höher gewinnen können. Sie hatten 76 Prozent Ballbesitz, 23 zu 3 Torschüsse und gewannen 59 Prozent der Zweikämpfe.

"Die Mannschaft ist engagiert und setzt das um, was wir wollen. Sie haben den Gegner früh unter Druck gesetzt", sagt Flick. Was noch fehlt, sei manchmal "der finale Pass oder die Präzision im Passspiel und die Überzeugung, die Tore auch machen zu können."  

Das 2:0 - ein Erfolg des Standard-Trainers 

Auch die Innovationen von Flick ernten Früchte. In Mads Buttgereit wurde erstmals ein Standard-Trainer in die Nationalmannschaft integriert.

Das Resultat zeigte sich beim Treffer zum 2:0. Joshua Kimmich chippte den Ball genau auf den Kopf von Antonio Rüdiger, der diesen in das lange Eck lenkte. "Das war so einstudiert", sagte Kimmich hinter.

Matthäus lobt: "Der Eine macht für den anderen die Wege"

Experte Lothar Matthäus lobt die Entwicklung unter Flick: "Deutschland hat nicht nur Einzelqualitäten, sondern ist wieder als Mannschaft zusammengewachsen. Es sind viele Spieler von Bayern München dabei, die ihn kennen und wissen, was er erwartet. Der Eine macht für den Anderen die Wege."

"Man hat in diesen drei Spielen gesehen, dass es eine Aufwärtsbewegung gibt", sagt auch Manuel Neuer, der sich das Ziel gesetzt hat, mit Deutschland 2022 in Katar Weltmeister zu werden. "Wir haben jetzt zwar gegen Mannschaften gespielt, die in den K.O.-Spielen keine Rolle spielen. Aber man muss sich Ziele setzen."

Drei Debütanten unter Flick 

Flick denkt auch perspektivisch und bewies Mut zu neuen Gesichtern. Mit den U 21-Europameistern David Raum (TSG Hoffenheim), Nico Schlotterbeck (SC Freiburg) und Karim Adeyemi (FC Red Bull Salzburg) berief er drei Neulinge in den Kader.

Lediglich Schlotterbeck muss weiterhin auf sein Debüt warten. Adeyemi erlebte mit seinem Tor gegen Armenien einen besonders erfolgreichen Einstand. Auch Florian Wirtz, der bereits im März für die Nationalmannschaft nominiert wurde, damals allerdings ohne Einsatz blieb, absolvierte seine ersten drei Spiele für Deutschland. 

Flick pflegt Kontakt zu Spielern und Vereinen 

Die nächsten beiden WM-Qualifikationsspiele finden im Oktober gegen Rumänien (8.10.) und Nordmazedonien (11.10.) statt. Bis dahin ist Flick um einen regen Austausch bemüht.

"Wir werden zwischen den Länderspielphasen den Kontakt mit den Spielern und den Trainern immer wieder suchen", kündigt er an. Denn: "Es ist wichtig, dass Verein, Klubtrainer, unser Trainerteam und der Spieler das gemeinsam angehen."

Die drei Siege unter Flick sollen schließlich nur der Anfang gewesen sein. 

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