Frankfurt/Main - Erst die Weichen beim DFB für eine erfolgreiche Heim-EM stellen, dann den "Putsch" bei der DFL durchziehen: Hans-Joachim Watzke hatte schon deutlich weniger Stress auf Dienstreisen als am Mittwoch.

Der krisenerprobte Top-Manager wird inmitten der Chaostage im deutschen Fußball immer mehr zur Schlüsselfigur. Ohne die Zustimmung des 63-Jährigen wird keine wichtige Entscheidung getroffen.

In seiner Funktion als Vizepräsident lauscht Watzke in Frankfurt/Main zunächst gemeinsam mit DFB-Boss Bernd Neuendorf nach der WM-Blamage der Analyse von Bundestrainer Hansi Flick. Die geplante Viererrunde wurde durch den vorzeitigen Abschied von Oliver Bierhoff gesprengt. Watzke galt nie als Freund Bierhoffs, sah ihn stets kritisch.

Schon beim Abschaffen des umstrittenen Begriffs "Die Mannschaft" spielte er erfolgreich Doppelpass mit Neuendorf. Auch bei der Personalie des Bundestrainers war das Duo jetzt gefragt - und entschied sich für die Fortsetzung der Flick-Amtszeit.

Doch das ist nicht der einzige Brandherd, den der DFL-Aufsichtsratsvorsitzende Watzke löschen muss. Der Plan für die Krise bei der Deutschen Fußball Liga: Watzke und die anderen fünf Aufsichtsräte entziehen der DFL-Chefin Donata Hopfen das Vertrauen. Dann werden Axel Hellmann (Eintracht Frankfurt) und Oliver Leki (SC Freiburg) von ihren Klubs freigestellt, um den Profiverband interimsweise zu führen. Bis zum kommenden Sommer soll dann die Nachfolge geregelt sein.

Watzkes Einfluss wächst

Watzke gewinnt immer mehr an Macht und Einfluss. Schon während der verkorksten WM in Katar sollen sich mehrere Nationalspieler für eine größere Beteiligung des Geschäftsführers von Borussia Dortmund ausgesprochen haben - beispielsweise bei der am Ende nervigen Debatte um die "One Love"-Binde. Watzke hatte zuvor klar Stellung bezogen und den Weltverband kritisiert. So wie die FIFA sich momentan zeige, sei das eine einzige Katastrophe, sagte Watzke.

Das CDU-Mitglied gilt als Mann deutlicher Worte. Er schreckt vor Konfrontationen nicht zurück, wie Thomas Tuchel in Dortmund leidvoll erfahren musste. Bei der Basis ist der Vorsitzende des Landesligisten SV Rot-Weiß Erlinghausen, für den er im Amateurbereich selbst 30 Jahre lange spielte, dennoch beliebt. Bei vielen der mächtigen Landesverbände gilt Watzke als bodenständig, er sei einer für "die Kärrnerarbeit", hört man.

Doch was plant er genau? Nach der Entscheidung für Flick könnte ihm ein Teammanager zur Seite gestellt werden. Auch bei dieser Personalie geht nichts ohne Watzkes Zustimmung.

Wann findet das Finale bei der WM 2022 in Katar statt?

Das Finale bei der WM 2022 wird am 18.12.2022 in Katar ausgetragen. Um 16 Uhr ist im Lusail Iconic Stadium Anpfiff. 


Wie ist Deutschland bei der WM 2022 ausgeschieden?

Deutschland hat den Einzug ins Achtelfinale verpasst. Die deutsche Nationalmannschaft holte in der Gruppe E nur vier Punkte und beendete die Gruppe als Tabellenvierter. Japan und Spanien ziehen in die nächste Runde ein.


Wer überträgt die WM 2022 in Katar live?

Übertragen wird die WM 2022 von ARD, ZDF und von MagentaTV. Dabei sind aber nicht alle Spiele der WM im frei empfangbar zu sehen sein: 48 der 64 WM-Spiele werden im Free-TV zu sehen sein, der Rest nur über ein Abonnement von MagentaTV. 


WM 2022: Wie sah der deutsche Kader bei der WM aus?

26 Spieler konnte Bundestrainer Hansi Flick für die WM 2022 in Katar nominieren:

Tor: Manuel Neuer (FC Bayern München), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt)

Abwehr: Antonio Rüdiger (Real Madrid), Niklas Süle (Borussia Dortmund), Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund), Thilo Kehrer (West Ham United), David Raum (RB Leipzig), Christian Günter (SC Freiburg), Lukas Klostermann (RB Leipzig), Armel Bella Kotchap (FC Southampton), Matthias Ginter (SC Freiburg)

Mittelfeld und Angriff: Leon Goretzka (FC Bayern München) Joshua Kimmich (FC Bayern München), Ilkay Gündogan (Manchester City), Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach), Serge Gnabry (FC Bayern München), Jamal Musiala (FC Bayern München), Thomas Müller (FC Bayern München), Leroy Sané (FC Bayern München), Kai Havertz (FC Chelsea), Karim Adeyemi (Borussia Dortmund), Youssoufa Moukoko (Borussia Dortmund), Julian Brandt (Borussia Dortmund), Niclas Füllkrug (Werder Bremen), Mario Götze (Eintracht Frankfurt)


WM 2022 in Katar