BVB-Star Marco Reus glänzte nicht nur im DFB-Pokalfinale gegen RB Leipzig. - Bildquelle: 2021 Getty ImagesBVB-Star Marco Reus glänzte nicht nur im DFB-Pokalfinale gegen RB Leipzig. © 2021 Getty Images

München - Erling Haaland und Jadon Sancho erzielten am Donnerstagabend jeweils zwei Tore, doch der Matchwinner von Borussia Dortmund beim 4:1 gegen RB Leipzig im Finale des DFB-Pokals war zweifellos Marco Reus. Der BVB-Kapitän ging voran, er gewann Zweikämpfe, eroberte Bälle und bereitete drei Tore vor.

Praktisch jede offensive Aktion des BVB lief über den 31-Jährigen, was auch Joachim Löw nicht verborgen geblieben sein dürfte. Schließlich saß der Bundestrainer im Berliner Olympiastadion auf der Tribüne. Und natürlich kam in der Halbzeit die Frage an Löw, ob er denn Reus für die im Juni stattfindende Europameisterschaft eingeplant habe.

"Er ist im erweiterten Kader, wir haben einige Namen diskutiert", ließ sich Löw am "ARD"-Mikrofon aber nicht in die Karten blicken. Auch Reus selbst gab sich nach Abpfiff eher unverbindlich. "Ich kann es nur auf dem Platz beeinflussen, der Rest wird kommen. Kein Stress", sagte er bei "Sky".

Matthäus macht sich für Reus stark

Deutlicher äußerte sich Lothar Matthäus. "Wie er zur Zeit spielt, gehört er in den Kader der Nationalmannschaft", stellte der "Sky"-Experte klar. Und in diesem Punkt kann man dem Rekordnationalspieler nur zustimmen. Jogi Löw muss Reus mit zur EM nehmen, in der aktuellen Form führt trotz starker Konkurrenz im offensiven Mittelfeld kein Weg am BVB-Kapitän vorbei.

Denn Reus spielt seit Wochen stark, sein Leistungsaufschwung ist einer der Hauptgründe dafür, dass Borussia Dortmund eine scheinbar schon verkorkste Saison mit dem Pokalgewinn gerettet und sich trotz zwischenzeitlich sieben Punkten Rückstand noch auf die Champions-League-Plätze vorgekämpft hat. Auch beim Sieg in der Bundesliga gegen Leipzig am Wochenende spielte Reus überragend, in den vergangenen fünf Spielen in der Liga erzielte er drei Tore und bereitete ein weiteres vor.

Reus ist im DFB-Trikot vom Verletzungspech verfolgt

Abgesehen von den sportlichen Argumenten wäre es dem in Dortmund geborenen Offensivspieler aus persönlichen Gründen nur zu wünschen, dass Löw ihn berücksichtigt. Denn im Nationaltrikot wurde Reus bisher vom Pech verfolgt. Vor der WM 2014 war er in überragender Form und Hoffnungsträger, doch er verpasste das Turnier und den Weltmeistertitel verletzt. Auch bei der Europameisterschaft 2016 musste er passen, immer wieder zog er sich im DFB-Trikot Verletzungen zu. Bei der katastrophalen WM 2018 war Reus zwar dabei, konnte das Debakel aber auch nicht verhindern.

Zuletzt streifte Reus im Oktober 2019 das DFB-Trikot über. Nun sollte Löw Reus endlich mal wieder eine Chance geben. Denn in der aktuellen Form wäre der Dortmunder definitiv auf dem Platz ein Gewinn für Nationalmannschaft und rein menschlich hätte es wohl kaum ein anderer Spieler mehr verdient, bei der EM dabei zu sein als Marco Reus.

Christian Stüwe

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