Roberto Carlos spielte elf Jahre für Real Madrid und gewann in dieser Zeit 1... - Bildquelle: Mark Thompson/Getty ImagesRoberto Carlos spielte elf Jahre für Real Madrid und gewann in dieser Zeit 13 Titel mit den Königlichen. © Mark Thompson/Getty Images

München/Madrid - In einem ausführlichen Interview mit dem portugiesischen Fernsehsender "Canal 11" hat Roberto Carlos ordentlich aus dem Nähkästchen geplaudert. Es geht um seine Zeit bei Real Madrid. Von 1996 bis 2007 spielte der Brasilianer für die Königlichen, sammelte 13 Titel und genoss offensichtlich ein paar Privilegien. 

"Vincente del Bosque (Reals Trainer von 1999 bis 2003, d.Red.) hat uns perfekt verstanden. Wir brauchten keine Regeln. Die Spieler wussten, was zu tun ist", sagte Carlos. Del Bosque habe gewusst, wie er die verschiedenen Charaktere bei Laune halten kann. "Er hat das Training nie vor 11 Uhr angesetzt, weil er wusste, dass keiner kommen würde", erklärte Carlos.

 

Camacho und Luxemburgo scheiterten an der Macht der Spieler

Im Gegensatz zu del Bosque ließen einige Real-Trainer nach ihm den Spielern weit weniger freie Hand. Als sich Jose Antonio Camacho im Juli 2004 als neuer Trainer bei der Mannschaft vorstellte, setzte er das Training am nächsten Morgen um 7 Uhr an.

"Er ist bei seiner Begrüßung sehr ernst in die Kabine gekommen und hat die Spieler an die Geschichte von Real Madrid erinnert. Statt um 10.30 Uhr sollten wir plötzlich um 7 Uhr trainieren. Wir hatten unsere Gewohnheiten - er war nicht lange Trainer", verriet Carlos vielsagend.

Die Macht der Mannschaft bekam auch Camachos Nachfolger Vanderlei Luxemburgo zu spüren. "Wir tranken am Abend vor den Spielen immer unser Bier oder unseren Wein. Auf dem Tisch zum Abendessen standen immer zwei Flaschen Wein", so Carlos. Luxemburgo untersagte dies. 

"Ronaldo und ich haben ihm erklärt, dass er uns den Alkohol nicht wegnehmen kann, wir Spieler hatten ja unsere Gewohnheiten", sagte Carlos. Luxemburgo ließ sich nicht umstimmen - und war kurze Zeit später weg. Carlos: "Die Welt des Fußballs ist klein. Es ging eine Nachricht an den Vorstand und 'ciao'!"

Beckham, Figo, Zidane, Ronaldo, Carlos - die Real-Stars im Privatjet 

Carlos selbst hatte auf Spiele an Sonntagen wenig Lust. "Ich betete, dass unsere Spiele am Samstag waren, damit ich sonntags zur Formel 1 mit meinem Privatjet fliegen konnte. Wir hatten einen privaten Terminal für unsere Maschinen. Überall Privatjets. Beckham, Figo, Zidane, Ronaldo - alle flogen woanders hin", so Carlos. 

In der heutigen Zeit seien derartige Privilegien nicht mehr möglich. Carlos: "Es war eine andere Zeit. Aber wir haben uns schon sehr viel rausgenommen. Ich denke heute: Wie ist es möglich, dass wir so viel Blödsinn machen konnten?"

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