Mark Clattenburg hat mit Aussagen über Schiedsrichterinnen für Aufsehen geso... - Bildquelle: ImagoMark Clattenburg hat mit Aussagen über Schiedsrichterinnen für Aufsehen gesorgt © Imago

München - Mit dieser Aussage hat sich Mark Clattenburg keine Freunde gemacht.

Der frühere englische Schiedsrichter hat in einer Gesprächsrunde des Radiosenders "Talksport" über den Einsatz von Schiedsrichterinnen im Profisport gesprochen – und vor allem bei Frauen damit für Empörung gesorgt.

So wurde der 46-Jährige auf das Debüt der britischen Schiedsrichterin Sara Cox in der höchsten Rugby-Liga des Landes angesprochen. Angeschlossen die Frage, ob nicht auch die Premier League diesem Beispiel folgen sollte. Für Clattenburg offenbar eine Aufforderung, auf die vermeintlichen "Nachteile" von Frauen im Profisport hinzuweisen.

Clattenburg sorgt für Aufsehen

"Das Problem mit den Frauen ist, dass sie es schwer haben, wenn sie während ihrer Schiedsrichterkarriere schwanger werden. Das kann sie weit zurückwerfen. Sie müssen sich also entscheiden. Wollen sie schwanger sein oder Schiedsrichterin werden?", erklärte der frühere Referee.

Zudem erläuterte er, dass sich Frauen nach den neun Monaten Schwangerschaft noch mindestens ein halbes weiteres Jahr erholen müssten und dadurch nahezu zwei Jahre komplett weg vom Fenster seien.

Äußerungen, die ganz und gar nicht gut angekommen sind. So kritisierte ihn die Organisation "Women in Football": "Mark Clattenburg hat eine erfolgreiche Karriere als Schiedsrichter hinter sich, aber sein Urteilsvermögen in Bezug auf weibliche Schiedsrichterinnen und Schwangerschaft ist nicht sehr ausgeprägt", sagte Geschäftsführerin Jane Purdoner.

Kritik an Aussagen des Schiedsrichters

Zudem ergänzte sie, dass primär überholte Geschlechterrollen und fehlendes Wissen hinsichtlich der weiblichen Biologie das Problem verstärken und zu derartigen Aussagen führen, die ihrer Meinung nach "völlig daneben" und "veraltet" seien.

"In der Tat sind viele Frauen in der Lage, ihre sportliche Karriere nach der Geburt eines Kindes schnell wieder aufzunehmen. Andere nehmen sich eine längere Auszeit - freiwillig oder gezwungenermaßen. Keines dieser Szenarien ist ein 'Problem'."

Zudem merkte Purdoner an, dass von Männern – im Gegensatz zu Frauen – nicht verlangt wird, dass sie sich zwischen Beruf und Familie entscheiden müssen.

Aber auch viele Männern waren mit der Meinung des Referees so gar nicht einverstanden. So kritisierte der britische Rugby-Nationalspieler Joe Marler, der ebenfalls an der Diskussion teilgenommen hatte, Clattenburgs Ansichten seien "respektlos und archaisch".

Mark Clattenburg hat sich zur Kritik an seinen Aussagen übrigens noch nicht geäußert.

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