Bayer-Fans protestieren gegen Strafen. - Bildquelle: AFPSIDSASCHA SCHUERMANNBayer-Fans protestieren gegen Strafen. © AFPSIDSASCHA SCHUERMANN

Frankfurt/Main - Die komplette Abschaffung der Kollektivstrafen wäre nach Ansicht der wichtigsten Fan-Vertreter das wirksamste Mittel, um die Auseinandersetzung zwischen den Fußball-Verbänden und Anhängergruppen zu beenden. "Die sind prinzipiell falsch, weil man sehenden Auges viele Unschuldige bestraft", sagte Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS), dem "kicker". Für Sig Zelt, Sprecher des Bündnisses "ProFans", sind Kollektivstrafen ein "mittelalterliches und despotisches Machtinstrument". 

Tatsächlich war eine Kollektivstrafe gegen die Fans des Bundesligisten Borussia Dortmund der Auslöser für die jüngsten Fan-Proteste, die am vergangenen Spieltag in mehreren Stadien fast zu Spielabbrüchen geführt hatten. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) beharrt allerdings darauf, dass diese Art der Bestrafung als "Ultima Ratio in absoluten Ausnahmefällen" nicht komplett ausgeschlossen werden kann.

Um eine Eskalation des Streits langfristig zu verhindern, rät Gabriel den Vereinen und Verbänden, "die Abteilungen für Fanarbeit in den Klub-Hierarchien höher anzusiedeln und das Thema auch im Vorstand substanziell zu hinterlegen."

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