Neuer Hoffnungsträger der AS Rom: Angreifer Paulo Dybala - Bildquelle: Imago ImagesNeuer Hoffnungsträger der AS Rom: Angreifer Paulo Dybala © Imago Images

München/Rom - Die Vorstellung von Paulo Dybala als neuem Offensivstar der AS Rom hatte es in sich.  

Geradezu meisterhaft inszenierte der amtierende Conference-League-Sieger die Präsentation auf dem Palazzo della Civilta Italiana, Tausende Fans feierten ihren neuen Heilsbringer mit Pyrotechnik und Gesängen.  

Der zeigte sich zu Tränen gerührt und winkte den Anhängern freudestrahlend zu - wohlwissend, dass trotzdem eine schwere Saison vor seinem Team liegt.

AS Rom: Auch die Konkurrenz schläft auf dem Transfermarkt nicht

"Wenn wir in der Europa League weiterkommen, werden wir sehen, was wir anstreben können. Aber wenn es darum geht, die Serie A zu gewinnen, gibt es andere Mannschaften, die besser in Form sind als wir", so der Argentinier auf seiner ersten Pressekonferenz als Roma-Spieler. 

Und in der Tat hat sich die in der vergangenen Saison schon stärkere Konkurrenz nicht verschlechtert, sondern stabil aufgerüstet.

Inter Mailand holte Sturmtank Romelu Lukaku für die anstehende Saison vom FC Chelsea zurück, die AC Milan schnappte sich unter anderem das heiß gehandelte Talent Charles de Ketelaere und Juventus Turin sicherte sich den ablösefreien Mittelfeldstar Paul Pogba.

AS Rom: Wijnaldum wird von PSG ausgeliehen

Wie Konkurrent Juve legten auch die 'Giallorossi' in der Zentrale nach, mit Georginio Wijnaldum wechselt einer der begehrtesten ablösefreien Akteure des vergangenen Sommers auf Leihbasis in die 'Ewige Stadt'. Nach einer enttäuschenden Spielzeit bei Paris Saint-Germain will der Niederländer nun in Italien neu angreifen. 

"Es ist ein großartiges Gefühl, ein Spieler von AS Rom zu sein. Ich verspreche, 100 Prozent zu geben und dem Team dabei zu helfen, unsere Ziele zu erreichen", kündigte der 31-Jährige nach seinem Wechsel an. Zudem holte Mourinho mit Nemanja Matic auch einen alten Bekannten aus seinen Tagen bei Manchester United. Aber reicht das, um konkurrenzfähig zu werden? 

Bereits 2021/22 offenbarten sich einige Probleme, insbesondere in den Duellen mit den direkten Kontrahenten. Aus den zehn Partien gegen die in der Abschlusstabelle besser platzierten Teams holten die Römer lediglich fünf Zähler - definitiv zu wenig, um ein ernsthafter Kandidat im Rennen um die Champions-League-Plätze zu sein.

 

Darüber hinaus verzeichneten von den Teams aus der oberen Tabellenhälfte nur die beiden Turiner Klubs weniger Treffer als die Elf von Trainer Jose Mourinho. Ob allein Dybala, der 2021/22 bei Juve in 26 Serie-A-Spielen zehn Treffer erzielte, ausreicht, um die streckenweise launische Offensive zu beleben, bleibt zumindest fraglich.

AS Rom: Lockt Mourinho Eric Bailly an den Tiber?

Und auch in der Defensive haperte es, vor allem in der Innenverteidigung. Gerüchte ranken sich um Eric Bailly, der wie auch Matic bereits in Manchester mit Mourinho zusammenarbeitete, dort aber schon lange nicht mehr zur ersten Elf gehörte. Ob er der Defensive die nötige Stabilität verleihen könnte? Wohl eher nicht. 

Noch gibt es zu viele Fragezeichen rund um die Roma, um den Hauptstadtklub wirklich im Kampf um die Königsklasse zu sehen. Hoffnung versprechen junge Talente wie Angreifer Felix Afena-Gyan, der bereits vergangenes Jahr mit seinen Antritten und Dribblings für Aufsehen sorgte und regelmäßig zum Zuge kam.

In der Vorbereitung auf die laufende Saison präsentierten sich die Römer effektiv, ohne allerdings zu glänzen. Zuletzt gelang ein knapper 1:0-Erfolg über Tottenham Hotspur, bevor es am kommenden Wochenende zum Ligastart gegen US Salernitana geht (am 14. August ab 20:45 Uhr im Liveticker auf ran.de).

Es sind vor allem die Spiele gegen Teams auf dem Niveau der Spurs, in denen Mourinhos Mannschaft abliefern muss, um im Konzert der Serie-A-Größen mitspielen zu können. Gelingt dies, könnten Mittelfeldmotor Nicolo Zaniolo und Co. für eine Überraschung sorgen.

Falls nicht, wird es auch 2023/24 eher keine Champions-League-Nächte im Stadio Olimpico geben.

Marcel Schwenk

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