Lautaro Martinez (li.) und Romelu Lukaku stehen mit Inter Mailand vor der er... - Bildquelle: Imago ImagesLautaro Martinez (li.) und Romelu Lukaku stehen mit Inter Mailand vor der ersten Meisterschaft seit elf Jahren © Imago Images

München - Viel kühler hätte die Begrüßung der Ultras von Inter Mailand für ihren neuen Trainer Antonio Conte nicht ausfallen können.

"Wir sind nicht Juventus. Gewinnen ist nicht das einzige, was für uns zählt. Dennoch viel Glück für Mister Conte - verbunden mit der Hoffnung, dass er uns schnell zeigt, dass er es wert ist, Inter zu trainieren", so der Wortlaut des Statements aus dem Mai 2019.

Knapp zwei Jahre später lässt sich zumindest aus objektiver Perspektive festhalten: Dieser Antonio Conte hat es verdient, Inter Mailand zu trainieren.

Bereits 2019/20 kurz vor dem großen Wurf

Seit der Übernahme des Traineramts durch den Italiener erlebt der schwarz und blau gefärbte Teil Mailands einen Aufschwung, der bereits in der Spielzeit 2019/20 um Haaresbreite im Meistertitel geendet hätte.

Mit nur einem Punkt Rückstand auf Contes Ex-Klub Juventus Turin landeten die "Nerazzurri" auf dem zweiten Tabellenplatz, zudem ging das Finale in der Europa League nur knapp mit 2:3 gegen den FC Sevilla verloren.

Trotz des erfolgreichen Abschneidens stand der Coach, der die Vereinsführung nach Saisonende öffentlich in aller Deutlichkeit für ihre fehlende Unterstützung und Wertschätzung in schwierigen Phasen kritisierte, Medienberichten zufolge kurz vor dem Aus.

Doch er durfte beim aktuellen Tabellenführer bleiben - und ist auf dem besten Weg, diese Entscheidung zu rechtfertigen.

Statistisch besser als die Triple-Mannschaft von 2009/10

Wie erfolgreich Inter Mailand in der laufenden Runde tatsächlich ist, lässt sich anhand eines Vergleichs mit der Triple-Mannschaft aus der Saison 2009/10 verdeutlichen. Damals führte die Mourinho-Elf am 26. Spieltag ebenfalls das Tableau im italienischen Oberhaus an, hatte zum selben Zeitpunkt allerdings vier Zähler weniger auf dem Konto.

 

Auch in der Offensive übertrifft das aktuelle Inter das damalige, 63 Tore nach 26 absolvierten Partien sind elf Treffer mehr als 09/10.

In den europäischen Top-5-Ligen gibt es in der laufenden Saison nur eine Mannschaft, die in ihrer Meisterschaft mehr Treffer erzielt hat: der FC Bayern München.

Lukaku und Martinez als Erfolgsgaranten

Vor allem zwei Akteure sind dafür verantwortlich und deswegen aus dem Angriff des 18-fachen italienischen Meisters nicht mehr wegzudenken: Romelu Lukaku und Lautaro Martinez. Zusammen kommen die beiden auf 31 Ligatreffer, lediglich das Duo Robert Lewandowski/Thomas Müller erzielten in den Top-Ligen Europas mehr Tore.

"Lukaku oder Lautaro im Strafraum, das ist für keinen Gegner eine Freude", stellte Conte vor einigen Wochen fest. Besonders gerne treffen der Belgier und sein kongenialer argentinischer Partner im eigenen Stadion, knapp zwei Drittel seiner Treffer erzielte das Duo im San Siro.

Dort ist Contes Elf sowieso eine Macht. Von 14 Heimspielen wurden zwölf gewonnen, lediglich eine Partie ging verloren. 34 seiner 62 Zähler sammelte der Champions-League-Sieger von 2010 auf heimischem Geläuf, auch in dieser Kategorie liegt Inter vor der Konkurrenz aus England, Spanien, Deutschland und Frankreich.

Conte übt sich in Zurückhaltung

Bei diesen Statistiken, sechs Punkten Vorsprung auf den Stadtrivalen und Tabellenzweiten AC sowie zehn Zählern auf Titelverteidiger Juventus Turin, scheint eine Meisterschaft fast schon in trockenen Tüchern. Das sieht der Trainer naturgemäß anders.

"Wir dürfen nicht darüber nachdenken, was war. Wir konnten unseren Vorsprung von sechs Punkten halten, müssen jetzt aber weitermachen. Der Druck wird immer größer", so der 51-Jährige nach dem 1:0-Erfolg über Atalanta Bergamo vor einigen Tagen.

 

Dass sie diesem auch in den großen Spielen standhalten, beweist nicht zuletzt der aktuelle Lauf, den der Tabellenführer hat. Aus den letzten zehn Ligaspielen gab es acht Siege, darunter Erfolge gegen die Top-Teams Juventus Turin, Atalanta Bergamo, AC Mailand und Lazio Rom.

Sollte Inter die bestehende Form halten können, dürfen die Anhänger im Mai den ersten Meistertitel seit elf Jahren bejubeln.

Und vielleicht kommt dann ja auch ein wärmerer Gruß der Ultras in Richtung ihres Trainers. Verdient hätte es sich Antonio Conte spätestens dann allemal.

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