Robert Lewandowski erlebte mit dem FC Barcelona einen unglücklichen Saisonau... - Bildquelle: IMAGO/NurPhotoRobert Lewandowski erlebte mit dem FC Barcelona einen unglücklichen Saisonauftakt © IMAGO/NurPhoto

München/Barcelona - Der FC Barcelona hatte fast 70 Prozent Ballbesitz und blieb dennoch torlos. Das 0:0 zum Saisonauftakt gegen Rayo Vallecano glich emotional einer Bruchlandung. "Wir sind sehr enttäuscht", sagte Trainer Xavi und stellte fest: "Vielleicht waren die Erwartungen zu hoch, wir bitten um Geduld."

Die hohe Erwartungshaltung resultiert nicht zuletzt aus den hohen Transferausgaben. Rund 158 Millionen Euro wurden für neue Spieler ausgegeben. Robert Lewandowski, der für eine Ablöse von 45 Millionen Euro vom FC Bayern München kam, sollte die Tor-Produktion ankurbeln. Tatsächlich beförderte er den Ball in der 12. Minute ins Netz. Der Treffer wurde allerdings wegen Abseits aberkannt.

Beim FC Bayern hatte Lewandowski in den vergangenen sieben Jahren stets am 1. Spieltag getroffen. Im Dienst der Katalanen gelang ihm dies nicht. Trainer Xavi sagte zwar, er sei mit der Leistung von Lewandowski "zufrieden, weil er für das Team arbeitet. Er kontrolliert den Ball sehr gut und hilft dem Team."

Gleichwohl stellte er klar: "Wir brauchen etwas mehr Effektivität. Das war heute das Hauptproblem. Robert und wir alle sind vom Ergebnis enttäuscht. Es ist eine Frage der Zeit, bis er den Unterschied macht."

Neue Erfahrung für Lewandowski: wenig Unterstützung der Fans

Lewandowski musste auch feststellen, dass die Unterstützung der Fans in Spanien nicht mit dem Support in Deutschland vergleichbar ist. Der Stürmer musste die 81.104 Zuschauer regelrecht dazu auffordern, die eigene Mannschaft anzufeuern. 

Die spanische Sportzeitung "Marca" schreibt, dass Lewandowski erst einmal lernen müsse, "dass die Fans ihr Team nicht besonders anfeuern. Ja, sie sind motiviert bei großen Spielen, aber nicht bei einem wie gestern. Das ist hier nicht die Bundesliga, und deshalb musste er die Leute zum Anfeuern auffordern."

Der einzige Gewinner des ersten Saisonspiels war Torwart Marc-André ter Stegen. Stand der Deutsche vergangene Saison noch in der Kritik, so rettete er diesmal in der Nachspielzeit beider Halbzeiten mit Glanz-Paraden das Unentschieden. "Er wusste, dass wir mehr von ihm erwarten", sagte Xavi in Anspielung auf die Vorsaison. "Heute hat er den Punkt gerettet. Ich freue mich für ihn, er ist extrem wichtig für uns."

FC Barcelona plant weitere Transfers in beide Richtungen

Die Personalplanung ist noch längst nicht abgeschlossen. Laut einem Bericht der „Marca" will Barcelona Chelsea-Linksverteidiger Marcos Alonso, Manchester Citys Mittelfeldspieler Bernardo Silva und einen weiteren Rechtsverteidiger verpflichten.

Das ist allerdings nur möglich, wenn auch Spieler verkauft werden. Laut dem Bericht stehen allen voran Samuel Umtiti, Martin Braithwaite und Sergino Dest auf der Verkaufsliste, weil Xavi ohnehin nicht auf diese Spieler setzt. 

Akteure mit sehr hohen Gehältern wie Frenkie de Jong, Memphis Depay und Pierre-Emerick Aubameyang sollen ebenfalls verkäuflich sein. Die Personalie de Jong wird besonders heiß diskutiert, weil der Verein den Niederländer laut Medienberichten zu einem Gehaltsverzicht drängen möchte.

Rafael van der Vaart wirft Barca Mafiamethoden vor

Der ehemalige Real-Madrid-Spieler und heutige TV-Experte Rafael van der Vaart kritisiert dies mit scharfen Worten. "So kann man einen Menschen nicht behandeln. Frenkie verdient zu viel? Wenn man einen Vertrag unterschreibt, dann erfüllt man ihn oder man trennt sich einvernehmlich. Aber nicht so. Das sind Mafiamethoden und das gehört bestraft", sagte er beim TV-Sender "Ziggo".

Überhaupt stößt ihm die Transferpolitik von Barcelona übel auf. "Wie zum Teufel kann man Spieler kaufen, wenn man kein Geld hat? Ich finde, das ist eine Schande", sagte er und fügte in Richtung des Barca-Präsidenten Joan Laporta hinzu: "Laporta, mit seinem großen Kopf, lacht die ganze Zeit und denkt, er ist der König. Aber ich glaube, er ist ein ziemlicher Idiot."

Oliver Jensen

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