Xavi (l.) und der FC Barcelona treten am Sonntag bei Real Madrid an. - Bildquelle: IMAGO/ANPXavi (l.) und der FC Barcelona treten am Sonntag bei Real Madrid an. © IMAGO/ANP

Barcelona/München - 15 Punkte beträgt der Rückstand des FC Barcelona auf Tabellenführer und Erzrivale Real Madrid.

Vor dem Clasico am Sonntag (ab 21:00 Uhr im Liveticker) ist die ganz große sportliche Brisanz beim Duell der spanischen Topklubs nicht wirklich vorhanden. Aber trotz des großen Rückstandes ist der Clasico wohl aber ein Duell auf Augenhöhe, wovon in dieser Saison nicht immer auszugehen war.

Dies liegt insbesondere an Barcas Neuverpflichtung auf der Trainerposition. Klub-Legende Xavi hat im November vom glücklosen Niederländer Ronald Koeman übernommen. Mit dem früheren Mittelfeldlenker gelang den Katalanen nach einem katastrophalen Saisonstart doch noch der Umschwung. 

Barca im Aufwind seit Xavis Rückkehr

Dies zeigen die Zahlen.

Seit dem 12. Spieltag, als Xavi, der zuvor nur in Katar Trainererfahrung sammelte, im Derby gegen Espanyol erstmals an der Seitenline stand, haben die "Blaugrana" nur noch sieben Punkte auf Real verloren, ein klarer Aufwärtstrend. Seit dem 19. Spieltag sind beide Teams sogar punktgleich. 

Der Grund dafür: Im Winter tätigte das finanziell klamme Barca einige Transfers, bei denen vor allem der Ex-Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang von Beginn an eine Verstärkung war. 

Daneben gelang es Xavi auch, Barcas Talente, allen voran den 17-jährigen Pedri, einen Schritt weiterzubringen. Pedri wird bereits mit dem ehemaligen Mittelfeld-"Maestro" der Katalanen verglichen. "Es ist schon eine große Ehre, mit ihm verglichen zu werden, und man hört es sehr gerne", sagte Barcas Juwel bei einem Medientermin der "Laureus-Stiftung". 

 

Barcas Talente blühen auf

Zugleich betonte Pedri: "Ich muss hart arbeiten, um auf das Niveau zu kommen, das diese Jungs erreicht haben, wie zum Beispiel Xavi und Iniesta, die beide eine wirklich unglaubliche Karriere hatten. Natürlich würde ich gerne dieses Niveau erreichen, aber man sollte sich nicht mit anderen vergleichen."

Daneben gibt es mit Gavi, Eric Garcia und dem derzeit verletzten Ansu Fati einige weitere vielversprechende Talente. Schien Barcas Zukunft noch im Herbst dunkel und trist, hat sie durch Xavi wieder an Helligkeit gewonnen. Dafür sorgt auch ein Mega-Deal mit dem Musik-Streamingdienst "Spotify", der den Katalanen zwar den Stadionnamen nimmt, aber die finanzielle Schieflage doch etwas aufbessert. 

Und aus sportlicher Sicht ist sogar ein Titel in dieser Saison noch drin, obwohl man in der Champions League bereits in der Gruppenphase ausschied und in der Liga deutlichen Rückstand auf die Tabellenspitze hat. 

Titel in der Europa League?

Aber in der Europa League steht Barcelona im Viertelfinale und trifft dort auf Eintracht Frankfurt. Angesichts der verbliebenen Mannschaften und ihrer derzeitigen Form gehen die "Blaugrana" sicherlich nicht als Außenseiter in Endphase des zweithöchsten Klubwettbewerbs im europäischen Fußball. 

Der Clasico ist dafür ein erster, wichtiger Härtetest, schließlich steht Erzrivale Real im Viertelfinale der Champions League. Kann Barcelona aus dem Estadio Santiago Bernabeu etwas Zählbares mitnehmen, dürfte dies dem Xavi-Team weiteren Auftrieb für die entscheidende Saisonphase geben. 

Es braucht nicht viel Fantasie, um zu prognostizieren, dass in der kommenden Saison wohl nicht mehr 15 Punkte zwischen den beiden spanischen Top-Klubs liegen werden. Denn Xavi beflügelt jetzt als Trainer den FC Barcelona.

Markus Bosch

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