Martin Ödegaard sorgt bei Real Sociedad für Furore - Bildquelle: imago images/ZUMA PressMartin Ödegaard sorgt bei Real Sociedad für Furore © imago images/ZUMA Press

München/San Sebastian - Es lief die 64. Minute im Copa-Viertelfinale zwischen Real Madrid und Real Sociedad als sich das Estadio Santiago Bernabeu erhob – allerdings nicht für einen Spieler der Königlichen.

Martin Ödegaard trabte vom Rasen, nachdem er zuvor eine eindrucksvolle Leistung auf den Rasen des königlichen Stadions gezaubert hatte. Der 21-Jährige hatte die 1:0-Führung erzielt - seine Zauber-Vorlage zum vermeintlichen 2:0 durch Alexander Isak wurde wegen einer Abseitsstellung zurückgenommen – und dennoch zeigte der junge Norweger ein weiteres Mal, warum er bereits 2015 von Real Madrid verpflichtet wurde und warf obendrein die Königlichen aus dem Pokal

Es war nicht die erste Ödegaard-Gala in dieser Saison. In 24 Pflichtspielen für Real Sociedad gelangen ihm bereits 15 Scorerpunkte. Ein weiterer Leistungsnachweis Ödegaards, der zuletzt bereits bei seiner Leihe zu Vitesse Arnheim in der vergangenen Saison sein enormes Potenzial andeutete. Mit elf Treffern sowie zwölf Torvorlagen gelang ihm dort der Durchbruch, der schon bezweifelt worden war.

Ödegaard wechselte mit 16 Jahren zu Real Madrid

Zwischendurch schien Ödegaard am Druck und an den hohen Erwartungen an seine Person zu zerbrechen. Wenig verwunderlich, denn bereits mit 16 Jahren wechselte das Supertalent im Jahr 2015 für gerade einmal 2,8 Millionen Euro zu Real Madrid. Die Folge war, fast schon erwartungsgemäß, ein Riesenhype.

Doch Ödegaard konnte dem nicht gerecht werden. Sinnbildlich dafür seine Bilanz in Reals Reserveteam Castilla. Dort kam er zwar 62 Mal zum Einsatz, erzielte dabei aber lediglich fünf Tore und bereitete acht Treffer vor. Medien und Fans kritisierten ihn scharf, vergaßen dabei aber, dass Ödegaard noch immer ein Teenager war. Ganze zwei Spiele für Reals erstes Team absolvierte er, bevor er mit 18 Jahren an den SC Heerenveen in die niederländische Eredivisie verliehen wird.

Dort, fernab des medialen Hypes rund um Real Madrid, begann Ödegaard sich langsam zu entfalten. 38 Ligaspiele in zwei Jahren absolvierte er für das Team aus der niederländischen Eisschnelllauf-Hochburg. Mit zwei Toren und vier Vorlagen fielen die Statistiken zwar mager aus, aber Ödegaard lernte das Spiel zu verstehen. "Real ist darüber sehr erfreut. Sie glauben, dass ich es gut mache und das ist gut", sagte er damals der niederländischen Zeitung "Dagbladet" über seine Fortschritte.

Ödegaard gelingt Durchbruch bei Arnheim

An seine Kritiker, die ihn bereits abgeschrieben hatten, richtete er deutliche Worte: "Ich denke, dass ich in ein paar Jahren meinen Leistungszenit erreichen werde, ich habe ja noch viel Zeit vor mir. Das ist vielleicht etwas, was man vergisst, wenn man so früh wechselt, wie ich es getan habe."

Und Ödegaard sollte recht behalten. Zwar sorgte eine Verletzung für das vorzeitige Ende der Leihe bei Heerenveen. Doch in Arnheim glückte ihm schließlich der Durchbruch, an den er in der laufenden Saison bei Real Sociedad nahtlos anknüpfen kann. Zusammen mit dem früheren Dortmunder Alexander Isak, bildet Ödegaard ein kongeniales Duo in der Offensive. Zusammen waren sie an 17 von 39 insgesamt erzielten Toren von Real Sociedad in La Liga beteiligt. Damit hat das skandinavische Duo – Isak ist Schwede – großen Anteil am Höhenflug von Sociedad.

Angesichts solcher Leistungen von Ödegaard wird sich sicherlich der eine oder andere Anhänger von Real Madrid eine Rückkehr im kommenden Sommer wünschen. Ödegaards Leihe ist allerdings über zwei Jahre ausgelegt und der 21-Jährige selbst sieht keinen Grund vorzeitig zu den Königlichen zurückzukehren. "Es hat sich nichts geändert. Ich bin hier sehr glücklich", erklärte Ödegaard unlängst seine Zukunftspläne.

Zukunft bei Real mit Modric verknüpft?

Sociedads Klub-Boss Jokin Aperribay sprach beim Radiosender "Cadena SER" ein Machtwort. Es gebe "keine Chance darauf, dass er zu Real Madrid geht".

Auch die Verantwortlichen der Madrilenen sehen dies so – selbst nach dem Viertelfinal-Aus in der Copa del Rey. "Es wäre nicht schlecht für ihn, wenn er ein weiteres Jahr bei Real Sociedad bleibt. Er muss nach Madrid zurückkehren, um Stammspieler zu sein. Und nicht, dass man dann erst schaut, was passiert", meinte Real-Generaldirektor Jorge Valdano beim Radiosender "Onda Cero".

Ödegaards Zukunft in Madrid könnte eng mit der Personalie Luka Modric verknüpft sein. Sollte der 34 Jahre alte Kroate im Sommer den Klub verlassen, könnte es doch noch zum Streit um Ödegaards Zukunft kommen.

Bis dahin wird Ödegaard aber sicherlich noch die eine oder andere Standing Ovation einheimsen.

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