Ist der Fußball noch zu retten? Real-Boss Florentino Perez würde seinem Lieb... - Bildquelle: imagoIst der Fußball noch zu retten? Real-Boss Florentino Perez würde seinem Lieblingssport gerne eine Portion Super League injizieren © imago

München - Im Fußballgeschäft läuft einiges schief. Findet Florentino Perez. Damit dürfte der Präsident von Real Madrid vielen Fans aus dem Herzen sprechen.

Doch für den Bauunternehmer ist nicht etwa die immer größer werdende Kluft zwischen den wenigen großen Vereinen und den unzähligen anderen Klubs ein Ärgernis. Sondern vielmehr, dass sich sein Verein überhaupt mit einigen dieser unzähligen anderen Klubs auseinandersetzen muss.

Perez will Super League: "Beste Spiele anbieten"

In Perez' Augen zählen im Profifußball nur die ganz großen Namen. Denn nur mit denen könnten die Zuschauer auf dem gesamten Globus in den Bann gezogen werden. Auf der Jahreshauptversammlung von Real Madrid wetterte er deshalb einmal mehr gegen die Uefa und brach eine Lanze für die Super League, die auch sein Baby werden soll.

"Jüngere Leute fordern ein Qualitätsprodukt, das die aktuellen europäischen Wettbewerbe nicht bieten", monierte der 75-Jährige: "Wir müssen die Wettbewerbe verändern, um die besten Spiele während der gesamten Saison anbieten zu können."

Das heißt für ihn Vergleiche mit dem FC Barcelona, Juventus Turin, dem FC Bayern München, Manchester City oder den FC Liverpool - am besten mehrmals. Und eher nicht mit La-Liga-Konkurrenten wie CA Osasuna, gegen das sich die "Königlichen" am Sonntag zu einem 1:1 mühten. Oder gegen Schachtjor Donezk, den nächsten Gegner in der Champion League (Mi., ab 21 Uhr im Live-Ticker auf ran.de).

Perez und der Tennis-Vergleich: Nadal Dutzende Male gegen Federer und Djokovic

Um die Anziehungskraft von Aufeinandertreffen der Giganten des Sports zu verdeutlichen, wählte er einen Vergleich zum Tennis. Dem Evergreen zwischen Roger Federer und Rafael Nadal, der durch den Rücktritt des Schweizers der Vergangenheit angehört. Oder den epischen Duellen zwischen dem Mallorquiner und Novak Djokovic.

"Nadal und Federer haben in 15 Jahren 40-mal gegeneinander gespielt. Nadal und Djokovic haben in 16 Jahren 59 Spiele bestritten", nannte Perez Zahlen. Dagegen hätte es Pflichtspiele zwischen Real Madrid und den FC Liverpool in 67 Jahren nur neun Mal gegeben, gegen den FC Chelsea hätten die "Blancos" gar nur vier Mal gespielt.

Perez kritisiert Uefa: "Wettbewerb mit Spielen zwischen belanglosen Teams"

"Welchen Sinn macht es, den Fans all diese Spiele vorzuenthalten?", fragte Perez entrüstet. Und legte gleich gegen Europas Fußball-Verband nach: "Die Uefa stockt den Wettbewerb mit Spielen zwischen belanglosen Teams auf. Das wird den Niedergang des europäischen Fußballs nur beschleunigen."

Doch wenn es nach dem Milliardär geht, wird sich das bald ändern. Schließlich würden aktuell Gerichte über die mögliche Einführung einer Super League entscheiden.

Perez unkte: "Es wird erwartet, dass es zu einer Entscheidung kommt, die den europäischen Fußball prägen wird. Wenn das Urteil verkündet wird, werden wir alle zusammenarbeiten, um die Situation im Fußball zu ändern."

Perez über den US-Sport: "Irgendwas müssen sie sehr gut machen"

Ganz konkret forderte Perez, der Fußball müsse "seine Führungsrolle als globaler Sport" zurückerobern. Denn hier verliere der Lieblingssport der Europäer zunehmend an Boden gegenüber den traditionellen US-Sportarten.

Das macht der ehemalige Politiker auch am "Forbes"-Ranking der wertvollsten Sportklubs fest. "Wir waren unter allen Sportarten an der Spitze", erinnerte Perez und schaute beinahe ehrfürchtig über den Teich: "Wir wurden von zwölf Vereinen aus dem amerikanischen Sport überholt. Irgendetwas müssen sie in den Vereinigten Staaten sehr gut und in Europa sehr schlecht machen. Der Fußball verliert den globalen Unterhaltungswettbewerb."

Eine sich anbahnende Niederlage, die manche Fans womöglich eine Rückbesinnung auf die eigentlichen Werte des Spiels herbeisehnen lässt. Das aber wäre für Perez wohl das Albtraumszenario schlechthin.

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