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München – Bruderliebe ist speziell.

Manchmal ist die Beziehung ohne Frage schwierig. Gerne auch emotional. Oft aber auch sehr eng. Parallelen sind dann bisweilen fast schon unheimlich.

Wie bei Lukas und Felix Nmecha.

"Als wir jung waren, habe ich immer zu ihm aufgeschaut, und er hat mir immer geholfen. Wir stehen uns nah", sagte Felix, der mit 21 knapp zwei Jahre jüngere der beiden Nmechas, bei einem Medientermin der U21-Nationalmannschaft vor den EM-Qualifikationsspielen gegen Lettland (Fr., ab 17:45 Uhr live auf ProSieben MAXX und ran.de) und in Israel (Di., ab 16:30 Uhr live auf ProSieben MAXX und ran.de). 

Ein guter großer Bruder

Und schiebt lächelnd nach: "Er ist ein guter großer Bruder."

Beide sind Söhne eines nigerianischen Vaters und einer deutschen Mutter, sie sind in Hamburg geboren, aufgewachsen in Manchester. Dort durchliefen sie diverse Jugendteams von Manchester City und den Nationalteams Englands.

Bei den City-Profis konnten sie sich nicht nachhaltig durchsetzen, beide spielen seit dieser Saison beim VfL Wolfsburg. Und haben ganz klassisch eine Brüder-WG gegründet.

Auch international folgt Felix seinem Bruder auf Schritt und Tritt. Der ehemalige U21-Trainer Stefan Kuntz hatte sich persönlich bei einem Besuch in Manchester bei den Eltern eingesetzt, dass Lukas vom englischen Verband zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) wechselt.

Als der DFB dann auch bei Felix anklopfte, hatte Kuntz in gewisser Weise schon eine erfolgreiche Vorarbeit geleistet.

Ein Selbstläufer war die Entscheidung des kleinen Bruders trotzdem nicht. "Ich habe gesehen, wie es für Lukas gelaufen ist. Ich habe mir aber Zeit gelassen, doch jetzt glaube ich, dass es eine gute Entscheidung war", sagte er auf ran-Nachfrage. Seit Ende Februar ist er wieder für Deutschland spielberechtigt.

Ein wichtiger Punkt bei der Entscheidungsfindung war natürlich Lukas. "Er hat mir erzählt, wie es lief und wie gut es war. Und er hat gesagt, dass ich wechseln soll, hat aber keinen Druck gemacht", sagte Felix. 

Das passiert eigentlich fast schon automatisch, denn sportlich legt der große Bruder regelmäßig vor. U21-Europameister, EM-Torschützenkönig, jetzt auch A-Nationalspieler.

Felix Nmecha: "Spiele für Gott"

Setzt ihn das auch unter Druck?

"Ich spiele Fußball nicht für andere Leute, sondern für Gott. Deshalb verspüre ich keinen Druck. Ich will hart arbeiten und es so gut wie möglich machen, den Rest überlasse ich Gott", sagte Nmecha.

Geht es um seinen Glauben, merkt man dem 21-Jährigen an, wie wichtig diese Art von Halt für ihn ist. "Als Kind bin ich immer in die Kirche gegangen, mit 15 habe ich es dann sehr ernst genommen. Vorher haben mir andere Leute von Gott erzählt, jetzt habe ich ihn selbst besser kennengelernt", sagte er.

Aktuell lernt die neue U21 den variablen Mittelfeldmann näher kennen. Die Mannschaft hat es ihm einfach gemacht, sich einzugewöhnen, mit dem Bruder, der parallel bei der A-Nationalmannschaft weilt, spricht er fast jeden Tag nach dem Training via Facetime.

Er spiele am liebsten auf der 8, sagte er, "ich kann aber auch auf der 10 und der 6 spielen. Ich bin kreativ, will Chancen für die Mannschaft herausspielen, ihr helfen und ohne Ball hart arbeiten", so Nmecha, der angesichts der zahlreichen Ausfälle bei der U21 auf sein Debüt hoffen kann.

Gewinnen und den Titel holen

Das mittelfristige Ziel ist klar: "Wir wollen so viele Spiele wie möglich gewinnen und am Ende Europameister werden."

Wie Lukas auch, es wäre eine von vielen Parallelen. Bruderliebe ist eben speziell.

Andreas Reiners

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