Zeigte sich vor allem von der Defensive der deutschen U21 begeistert: ranFus... - Bildquelle: Imago ImagesZeigte sich vor allem von der Defensive der deutschen U21 begeistert: ranFussball-Kolumnist Rene Adler (kl. Bild) © Imago Images

Hallo liebe Fußball-Freunde,

es ist vollbracht: die deutsche U21-Nationalmannschaft steht im Viertelfinale der U21-EM in Ungarn und Slowenien und wird im Juni in der Endrunde um den Titel mitspielen.

Das ist vor dem Hintergrund der besonderen Situation dieses zweigeteilten Turniers einfach nur klasse und ich bin absolut positiv überrascht, wie überragend die DFB-Junioren diese EM bislang angenommen haben.

Da muss man in diesem Zusammenhang auch wieder einmal U21-Bundestrainer Stefan Kuntz und seinem Trainerteam ein Kompliment machen, wie sie es wieder einmal geschafft haben, in kürzester Zeit so eine verschworene Einheit zu formen.

Der Schlüssel zum Erfolg der deutschen U21-Nationalmannschaft lag in dieser U21-EM-Gruppenphase für mich ganz klar in der Defensive. Die DFB-Junioren haben in drei Spielen nur ein einziges Gegentor zugelassen - und das resultierte aus dem groben Patzer von Keeper Finn Dahmen.

Ansonsten stand die Abwehr der Deutschen durchweg sicher, es wurden kaum Großchancen des Gegners zugelassen.

Entscheidend hierfür ist für mich der Vierer-Block in der deutschen Zentrale mit Amos Pieper und Nico Schlotterbeck in der Innenverteidigung der Viererkette, sowie Niklas Dorsch und Arne Maier auf der Doppel-Sechs im zentralen Mittelfeld. Diese Jungs haben für Sicherheit gesorgt und der Mannschaft so auch eine gewisse Ruhe vermittelt.

Dass die Offensive im Gegensatz zur Defensive etwas mehr Schwierigkeiten hatte, ist für mich völlig normal. Es braucht einfach viel mehr Zeit, die richtigen Laufwege und Feldpositionen einzustudieren - dafür war dieses Mal ja überhaupt keine Zeit. Hier muss man eher davon sprechen, dass das komplett improvisiert war.

Und dafür hat das aus meiner Sicht trotz allem bei Lukas Nmecha, Mergim Berisha und Co. einen richtig guten Eindruck gemacht. Überhaupt hat die Mannschaft in diesen drei Gruppenspielen eine richtig gute Entwicklung genommen.

Im ersten Spiel gegen Ungarn lief es 60 Minuten lang noch etwas holprig, dann kam mit dem Tor von Nmecha der Brustlöser und die deutsche U21 spielte den Auftaktsieg souverän nach Hause.

Gegen die Niederlande war es ein Wechselbad der Gefühle, die Partie ging lange Zeit hin und her. Dass die Jungs nach dem 0:1 durch den Patzer von Dahmen aber noch einmal so zurückgekommen sind und noch den Ausgleich erzielt haben, zeigt, welche Mentalität in diesem Team steckt. Das war schon richtig gut.

Und im letzten Spiel gegen wirklich starke Rumänen hat die Kuntz-Elf wieder einen richtig starken Eindruck hinterlassen. Das war ein 0:0 der besseren Sorte mit zwei Pfosten-Treffern und einem Ball, der noch von der Linie gekratzt wurde - die DFB-Junioren hätten den Sieg also definitiv verdient gehabt.

All das hat mich schon begeistert, weil das für die Jungs keine einfache Situation ist. Sie mussten bei der U21-EM ohne Vorbereitung alle drei Tage spielen und im Kopf außerdem innerhalb kürzester Zeit von Liga auf U21-EM und jetzt wieder auf Liga umschalten. Das ist mental nicht ganz so einfach.

Deswegen können sie richtig stolz sein, sich für die Endrunde qualifiziert zu haben - denn nur das war das große Ziel.

Und da rund um die deutsche U21 ja immer sehr viel über Spieler wie Lukas Nmecha oder Ridle Baku gesprochen wird, möchte ich hier noch zwei weitere Spieler nennen, die mir in den drei Partien außerordentlich gut gefallen haben: Amos Pieper und Niklas Dorsch.

Das sind Jungs, die vielleicht nicht so sehr im Rampenlicht stehen wie Nmecha oder Baku, aber die Arbeit, die sie auf dem Rasen verrichtet haben, war sensationell.

Dorsch hat diese Mannschaft mit seiner Mentalität, seiner Zweikampfstärke und seinem Willen angeführt. Pieper wiederum bestach in der Innenverteidigung mit konsequentem Verteidigen und hat sich dann auch immer wieder mit in die Offensive eingeschaltet.

Aber auch alle anderen Spieler, die dieses Mal vielleicht nicht zum Einsatz kamen, sind enorm wichtig für den Erfolg dieser Truppe. Es ist zum Beispiel ein super Zeichen, wie die Bank während der Partien immer mitgeht und die Jungs auf dem Rasen anfeuert.

So ein Turnier ist letztlich auch eine gute Ego-Schule, in der du lernst, dein eigenes Ego hinten anzustellen. Das bekommt die deutsche U21 tatsächlich hervorragend hin.

Ich freue mich jedenfalls schon jetzt auf die Endrunde und bin gespannt, auf wen die DFB-Junioren im Viertelfinale treffen werden - wir dürfen uns auf Frankreich, Dänemark oder Russland freuen. Aber, egal wer da auch kommen mag: in einer U21-EM-Endrunde ist alles möglich.

Wir sehen uns dann also spätestens wieder im Juni - ich freue mich auf euch.

Bis dahin,

Euer Rene

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