Überzeugte auch gegen die lettische Auswahl im zentralen Mittelfeld der deut... - Bildquelle: Getty ImagesÜberzeugte auch gegen die lettische Auswahl im zentralen Mittelfeld der deutschen U21: Angelo Stiller © Getty Images

Aachen – Er war sofort da. Hellwach. Ein guter Spieler braucht halt keine Anlaufzeit. Angelo Stiller dirigierte, forderte Bälle, spielte feine Pässe in die Tiefe und zog im deutschen Mittelfeld die Fäden. Ein Mittelfeldregisseur wie er im Buche steht. Antreiber, Motor, Herz und Niere im deutschen Spiel.

Die anderen wie Jonathan Burkardt (2), Ansgar Knauff oder Malik Tillmann machen die Tore – wie beim letztendlich souveränen 4:0-Erfolg in der U21-EM-Qualifikation am Aachener Tivoli gegen Lettland – er macht die Arbeit und sorgt für die Ordnung, sowie die richtige Balance im deutschen Spiel.

Stiller reißt auch die Teamkollegen mit

Und Stiller reißt damit auch seine Teamkollegen mit. Denn auch sein Pendant im deutschen, defensiven Mittelfeld, Tom Krauß vom 1. FC Nürnberg, ließ sich vom Hoffenheimer mitziehen und bildete gegen Lettland gemeinsam mit dem Hoffenheimer eine formidable, deutsche Mittelfeldzentrale. Immer anspielbar, immer mit guten Ideen und dann auch noch zweikampfstark.

Es ist vor allem Stiller anzumerken, dass er im Kraichgau aktuell viel Spielzeit auf höchster Ebene bekommt (12 Startelf-Einsätze in der aktuellen Saison, acht Mal wurde er eingewechselt) und mit seinem Klub bislang auch eine überaus ordentliche Bundesliga-Runde spielt. Europa ist für Stiller und Co. in Hoffenheim nämlich nach wie vor in realistischer Reichweite.

Verletzung machte dem Hoffenheimer zu schaffen

Dass Stiller gegen Lettland überhaupt auf dem Rasen stand, dann auch noch 90 Minuten durchspielte und so eine Leistung ablieferte, war alles andere als selbstverständlich. Denn der Hoffenheimer konnte in den Tagen vor dem U21-EM-Qualifikationsspiel gegen Lettland nur ein einziges Mal voll mit der Mannschaft trainieren, ein stark angeschwollener Fuß machte dem Mittelfeldspieler in den Tagen bei der deutschen U21-Nationalmannschaft schwer zu schaffen. Ein "kleines" Mitbringsel aus dem Liga-Spiel bei Hertha BSC am vergangenen Wochenende.

Eine Verletzung, die eine Einheit bis zum Abschlusstraining ein Tag vor der Partie komplett unmöglich machte. Doch dann kam er auf "Trick 17": "Ich habe den Schuh ein wenig aufgeschnitten, so kam ich dann wieder besser rein. Ich fühle mich jetzt auch wieder richtig gut."

Stiller stellt sich in den Dienst der Mannschaft

Ein Urteil, das nach all den Tagen der Verletzungspause sicherlich ein wenig übertrieben gewesen sein dürfte. Doch es zeigt, wie Stiller tickt. Ein Ehrgeizling, der sich voll in den Dienst der Mannschaft stellt. Solche Spieler sind unverzichtbar für U21-Bundestrainer Antonio Di Salvo. Und das weiß er auch.

"Wenn wir Angelo gegen Lettland 90 Minuten brauchen, dann spielt er auch durch", kündige Di Salvo noch vor dem Lettland-Spiel an und hielt Wort. Die Organisation in der personell sowieso schon arg gebeutelten Mannschaft sollte einfach nicht verloren gehen. Als der etatmäßige Kapitän Jonathan Burkardt nach gut einer Stunde ausgewechselt wurde, streifte er dann auch Stiller kurzerhand die Kapitänsbinde über den Arm. Ein klares Zeichen der Wertschätzung.

Lob von Di Salvo

Auch Di Salvo lobte Stiller nach der Partie über den grünen Klee: "Seine Leistung war heute sehr gut, genau so wie die der gesamten Mannschaft. Er musste nach seiner kurzen Verletzungspause aber auch erstmal ins Spiel finden, er hatte echt einen 'Elefantenfuss', da war es heute wirklich nicht einfach für ihn, so viele Wege zu gehen. Aber letztlich hat Angelo das Spiel super gelenkt, war enorm Ball sicher und so sicherlich auch ein entscheidender Faktor für den Erfolg gegen Lettland."

Überhaupt war der deutsche U21-Bundestrainer zufrieden mit der Leistung seines Teams - vor allem vor dem Hintergrund dieser unglaublichen Personalrochade in den vergangenen Tagen aufgrund von Corona, Krankheiten und Verletzungen. "Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Wir haben als Team agiert. Und da meine ich nicht nur die Startelf, sondern auch die Ersatzspieler, das Funktionsteam und vor allem die zuletzt Nachnominierten wie Kilian Fischer oder Jean-Manuel Mbom, die es heute nicht in den Kader geschafft haben und von der Tribüne aus mitgefiebert und uns angefeuert haben. Das war außergewöhnlich, aber genau so wünsche ich mir das", so ein sichtlich fröhlicher Di Salvo.

Gruppe bleibt eng beisammen

Mit 18 Punkten führen die DFB-Junioren die U21-EM-Qualifikationsgruppe B nun vor Israel und Polen an - am kommenden Dienstag könnte die Tür mit einem Sieg in Israel (Die., ab 16:30 Uhr live auf ProSieben MAXX und ran.de) dann schon sehr weit aufgestoßen werden. 

"Die Gruppe ist immer noch sehr eng, wir müssen jedes Spiel hochkonzentriert angehen. Natürlich auch in Israel, denn wir wollen diese Partie natürlich auch gewinnen", gibt Di Salvo schon mal die Richtung für das kommende Auswärtsspiel vor. Israel kann also kommen - und die U21-EM-Endrunde im Jahr 2023 hoffentlich auch.

Aus Aachen berichtet: Dominik Hechler

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