München/Osnabrück - Auf einmal ging ein Raunen durch das altehrwürdige Stadion an der Bremer Brücke in Osnabrück. Der Stadionsprecher verkündete gerade die Mannschaftsaufstellung der deutschen U21-Nationalmannschaft gegen Ungarn und war bei der Nummer 11, Youssoufa Moukoko angekommen.

Ein Name, der bei den 5609 Fans in der ausverkauften Arena sofort Begeisterung auslöste. Kein Wunder. Das 17-jährige Talent von Borussia Dortmund gilt als großes Zukunftsversprechen im deutschen Fußball. Und er ist endlich wieder da. Nach langer Leidenszeit.

Moukoko seit September 2021 nicht mehr für U21 aktiv

Denn Moukoko ist leider der personifizierte Pechvogel der deutschen U21-Nationalmannschaft. Es war am 7. September 2021, als Moukoko seine bis zum aktuellen Ungarn-Spiel letzte Partie für die DFB-Junioren absolvierte. Damals also, beim 3:1 in der U21-EM-Qualifikation in Lettland. Moukoko traf dort sogar zum zwischenzeitlichen 1:1. Was dann folgte, war für das BVB-Talent wahrlich eine Zeit zum Vergessen.

Immer wieder wurde er in den vergangenen Monaten von U21-Nationalcoach Antonio Di Salvo, der ebenfalls unheimlich viel Potenzial in ihm sieht, zu den Lehrgängen seiner Mannschaft eingeladen. Doch selbst als Moukoko dann teilweise sogar bereits angereist war, musste er aufgrund von Muskelverletzungen oder in einem Fall einer Entzündung im Auge sofort wieder abreisen.

Eine groteske, nicht enden wollende Pechsträhne, die auch im Verein ihre Fortsetzung fand.

Moukoko bietet sich bei Förderer Terzic an

In der vergangenen Saison kam Moukoko beim BVB nur in 16 Spielen zum Einsatz, erzielte dabei zwei Treffer und legte zwei weitere Tore auf. Immerhin.

Zufrieden war er mit seiner Situation beim BVB trotzdem nicht. Immer wieder rumorte es, sogar mögliche Wechselabsichten machten die Runde. Doch mit dem Trainerwechsel von Marco Rose zu Edin Terzic, seinem großen Förderer, könnte sich das Blatt im Ruhrgebiet gewendet haben. Ein Verbleib von Moukoko in Dortmund erscheint wieder deutlich wahrscheinlicher.

U21 dank Sieg über Ungarn für EM 2023 qualifiziert

Und jetzt eben auch das große Comeback in der deutschen U21 beim 4:0 gegen Ungarn. Ein Erfolg, der für das Team gleichzeitig auch das Ticket zur U21-Europameisterschaft 2023 in Rumänien und Georgien löste.

Moukoko spielte bei seiner U21-Rückkehr direkt von Anfang an in der Offensive an der Seite von U21-Kapitän Jonathan Burkardt - und traf direkt in der 17. Minute zum zwischenzeitlichen 1:0 für die DFB-Junioren. Ein Tor, das wieder einmal zeigte, wie wichtig der junge Dortmunder mit seiner unglaublichen Torgefährlichkeit für die Elf von Coach Di Salvo ist.

Di Salvo hofft auf mehr Einsatzzeiten für Moukoko beim BVB

Überhaupt präsentierte sich Moukoko in Osnabrück überaus engagiert, spritzig, spielfreudig. Es war ihm richtig anzusehen, wie viel Spaß und Freude es ihm machte, wieder für die deutsche U21 antreten zu dürfen.

"Ich hoffe, dass er jetzt nach seiner Zeit bei uns bei der deutschen U21 wieder mit viel Selbstvertrauen zurück zum Verein geht, sich dem Cheftrainer in Dortmund zeigt, anbietet und dann hoffentlich auf mehr Spielminuten kommt als in der vergangenen Saison. Denn das ist wichtig für einen jungen Spieler wie ihn", so Di Salvo.

Di Salvo: "Youssoufa ist ein großes Talent, das vor dem Tor brandgefährlich ist"

Dass der 17-jährige in seiner noch so jungen Karriere bereits mit einigen Rückschlägen zurechtkommen musste, ist für den U21-Nationaltrainer jedoch nicht sonderlich verwunderlich. "Youssoufa hatte sicherlich eine sehr schwierige letzte Saison, allerdings spielt er auch in einem absoluten Top-Team, das personell hervorragend besetzt ist. Zudem ist er noch sehr jung, muss sich innerhalb der Mannschaft erstmal konstant beweisen und sein Körper muss sich an die jeweilige Belastung gewöhnen", erklärte Di Salvo.

Und weiter: "Und auch Verletzungen gehören zum Profifußball leider dazu, damit muss man lernen richtig umzugehen. Wir bei der U21 wollen nun versuchen, ihm wieder das nötige Selbstvertrauen zu verleihen, ihm ein gutes Gefühl vermitteln und ihn ordentlich aufbauen. Youssoufa ist ein großes Talent, das vor dem Tor brandgefährlich ist."

Ein Spieler also, der Fußball-Deutschland wahrlich noch viel Freude bereiten kann …

Aus Osnabrück berichtet: Dominik Hechler

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