München - Auch bei ihrer dritten Auflage ist die Nations League noch immer ein sehr umstrittenes Projekt.

Vor allem Vereinstrainer beschweren sich, dass durch die Austragung der Partien in der Nationenliga ihren Spielern die dringend benötigte Erholung angesichts eines ohnehin schon vollen Terminplans verwehrt werde.

Fakt ist aber, dass die jetzt anstehenden Spiele von großer Bedeutung sind – auch für die deutsche Nationalmannschaft.

DFB: Deutschland gegen Ungarn und England gefordert

Die Partien gegen Ungarn am Freitag (ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) und in England am kommenden Montag (ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) haben nicht nur den Charakter von Generalproben für die im November beginnende WM in Katar.

Sie sind auch schon im Hinblick auf die Vorbereitung auf die Heim-EM in knapp zwei Jahren sehr wichtig.

Deutschland droht ganzes Jahr ohne Pflichtspiele

Da das Team von Bundestrainer Hansi Flick als Gastgeber automatisch für das Turnier gesetzt ist, muss es sich nicht sportlich dafür qualifizieren. Heißt, es würde das gesamte Jahr 2023 nicht ein einziges Pflichtspiel bestreiten.

Dies wäre nur zu ändern, falls sich die DFB-Auswahl für die Endrunde der Nations League vom 14. bis 18. Juni des kommenden Jahres qualifiziert. Dann könnte sie zumindest zwei Spiele unter Wettbewerbsbedingungen bestreiten.

Auch deshalb kann man Flick durchaus erst nehmen, wenn er sagt: "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass wir im Sommer das Final Four spielen wollen." Denn, so führt er weiter aus: "Es wären für uns die einzigen beiden Pflichtspiele, die wir dann hätten."

Auch für DFB-Direktor Oliver Bierhoff wäre "ein Wettbewerb mit qualitativ starken Gegnern beim Final Four im Sommer enorm wichtig".

So qualifiziert sich Deutschland für das Final Four

Um sicher dabei zu sein, müsste Deutschland die beiden letzten Partien gegen den derzeitigen Tabellenführer Ungarn und Schlusslicht England gewinnen.

Dann träfe man im Halbfinale des Final Four auf einen anderen Gruppensieger der Liga A. Anschließend käme es zu einem Endspiel oder dem Spiel um Platz drei.

Für alle anderen Nationalmannschaften steht in den kommenden Tagen noch mehr auf dem Spiel. Für sie geht es um die wichtige Einteilung für die Auslosung der EM-Qualifikationsgruppen am 9. Oktober in Frankfurt.

Auslosung: Nations League für Topfeinteilung maßgeblich

Dafür sind – im Gegensatz zu früheren Auslosungen – ausschließlich die Ergebnisse der diesjährigen Nations League maßgeblich.

Die UEFA hatte die Regelungen entsprechend geändert, um der Nationenliga noch mehr sportliche Relevanz zu verleihen.

So droht zum Beispiel den Fußball-Großmächten England und Frankreich die Zuteilung in Topf 2 und damit eine schwere Quali-Gruppe.

Deutschlands Gruppengegner Ungarn hat dank der starken Leistungen bislang indes die Chance auf Topf 1 und würde damit den vermeintlich schwersten Gegnern in der Qualifikation aus dem Weg gehen.

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