Pavard hat seinen Stammplatz in der französischen Mannschaft verloren - Bildquelle: 2022 Getty ImagesPavard hat seinen Stammplatz in der französischen Mannschaft verloren © 2022 Getty Images

München - Bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland war Benjamin Pavard eine der größten Entdeckungen. Seine Leistungen für Frankreich auf dem Weg zum WM-Titel führten dazu, dass der FC Bayern den Abwehrspieler unter Vertrag nahm.

Vier Jahre später ist der 26-Jährige an seinem wohl bislang größten Karriere-Tief angelangt.

Beim FC Bayern hatte er zuletzt als Innenverteidiger fungiert und gehofft, auch in der französischen Nationalmannschaft ins Abwehrzentrum zu rücken. Trainer Didier Deschamps sah ihn aber eher als Rechtsverteidiger. Doch nach einem schwachen Auftritt im Auftaktspiel gegen Australien (4:1), bei dem Pavard ein Gegentor verschuldet hatte, ist er auch dort nicht mehr erste Wahl.

Die Konsequenz: Gegen Dänemark und Tunesien schmorte Pavard traurig auf der Bank. "Benjamin war nicht im richtigen Zustand zu spielen", begründete Deschamps seine Aufstellung. "Sowohl mental als auch körperlich hat ihm die erste Partie gegen Australien gar nicht gutgetan. Ich habe viele Gespräche mit ihm geführt."

Benjamin Pavard hat Stammplatz wohl verloren

Ob Pavard, der während der Corona-Pandemie laut eigener Aussage an Depressionen gelitten hatte, wieder in einem Loch steckt, geht aus dem Zitat nicht hervor. Die ungewohnt deutliche öffentliche Kritik des Nationaltrainers an seinem Spieler vor dem Achtelfinale am Sonntag gegen Polen (ab 16:00 Uhr im Liveticker auf ran.de) überrascht auch Ehemalige.

"Ich kenne Deschamps seit vielen Jahren, ich hatte ihn ja 2003, 2004 als Trainer beim AS Monaco und ich muss gestehen, dass er selten dermaßen in die Offensive vor laufenden Kameras geht", sagte Ex-Nationalspieler Jerome Rothen, der heute als Radio-Moderator bei "RMC Sport" arbeitet. "Seine Aussagen sind kein Zufall, da steckt einiges dahinter."

Rothen glaubt, dass Pavard seinen Stammplatz auf der rechten Verteidigerseite bis auf Weiteres verloren hat. Aktuell ist er hinter Jules Kunde und Axel Disasi offenbar nur noch dritte Option.

Micoud hat kein Verständnis für Diven-Gehabe

Dabei soll Pavard laut "L’Equipe" an seinem Malheur selbst schuld sein. So soll der Bayern-Star offenbar schmollen, weil er lieber im Abwehrzentrum gespielt hätte. Dort sind allerdings Raphael Varane und Dayot Upamecano gesetzt.

Der frühere Werder-Spielmacher Johan Micoud zeigte kein Verständnis für Pavards Sperenzchen. "Ich verstehe nicht, warum sich Benjamin dermaßen gehen lässt und seine Schultern nur noch nach unten hängen", so der "L'Equipe TV"-Experte bei "Sport1".

"Er ist zu sehr damit beschäftigt, dass er keine Lust mehr hat, rechts zu spielen, sondern er möchte nur noch in der Innenverteidigung agieren. Dadurch ist er unruhig und grübelt zu viel. Aber er sollte so schnell wie möglich begreifen, dass er gerade das Privileg hat, bei einer Weltmeisterschaft dabei zu sein und alles geben, um seinem Nationalteam zu helfen, den Titel zu verteidigen und sich dementsprechend in den Dienst der Mannschaft stellen - ohne Wenn und Aber", so Micoud.

Streit um Pavard in der Mannschaft

Der Tageszeitung "L’Equipe" zufolge soll die Personalie Pavard mannschaftsintern längst für Unruhe sorgen. Demnach würden Kapitän Hugo Lloris und Stürmer Olivier Giroud den 26-Jährigen unterstützen, während sich Ousmane Dembele sogar beim Trainer beschwert haben soll.

Auf dem Weg zur Titelverteidigung könnte den Franzosen ihre Uneinigkeit schnell zum Verhängnis werden.

WM 2022: Wie sehen die Viertelfinals bei der WM 2022 aus?

Am 9. und 10. Dezember finden die Viertelfinals der WM 2022 statt. Hier geht es zum Spielplan.

Die Viertelfinals im Überblick:

9. Dezember:

16:00 Uhr: Kroatien vs. Brasilien - im Liveticker

20:00 Uhr: Niederlande vs. Argentinien - im Liveticker

10. Dezember:

16:00 Uhr: Marokko vs. Portugal - im Liveticker

20:00 Uhr: England vs. Frankreich - im Liveticker


In welchen Stadien findet die WM 2022 statt?

Bei der WM 2022 wird in acht Stadien gespielt, wobei vier davon in der Hauptstadt Doha stehen. Dabei wurden die Stadien komplett neu gebaut. Die meisten Stadien sollen nach der WM für gesellschaftliche Zwecke genutzt werden und nur einige für den Sport. Das größte Stadion ist das Lusail Iconic Stadion, welches mit 80.000 Plätzen auch das WM-Finale austragen wird. Die weiteren Stadien bieten Platz für 40.000 bis 60.000 Zuschauer.

Das sind die WM-Stadien 2022 Überblick:

Al-Bayt Stadium
Kapazität: 60.000 -Standort: Al-Khor - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020
Al-Rayyan Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan -Fertigstellung: Umbau, Wiedereröffnung 2019

Al-Thumama Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020

Al-Wakrah Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2019

Khalifa International Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan - Fertigstellung: Umbau, Wiedereröffnung 2017

Ras Abu Aboud Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020

Qatar Foundation Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020


Wann findet das WM-Finale in Katar statt?

Am 18. Dezember wird das Finale bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar ausgetragen. Anpfiff ist um 16 Uhr im Lusail Iconic Stadium.


Warum ist die WM 2022 im Winter?

Ursprünglich sollte die WM 2022 wie jede andere Weltmeisterschaft im Sommer ausgetragen werden. Durch die hohen Temperaturen im Gastgeberland Katar entschied die FIFA sich, dass die WM 2022 erstmals im Winter stattfindet. 


WM 2022 Katar

WM 2022 1/2 Finale

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