Von Tobias Wiltschek

München - Was ist das bloß für eine jämmerliche Farce!

Eine Weltmeisterschaft kann man dieses Turnier nicht mehr nennen. Noch bevor diese "WM" für die deutsche Mannschaft begonnen hat, zählt das DFB-Team zu den Verlierern.

Wie auch alle anderen Nationalteams, die ihre Kapitäne mit der "One-Love"-Binde auflaufen lassen wollten, und sich nun dem Diktat der FIFA beugen.

Dass die farbige Binde, das Symbol von Vielfalt und Toleranz, nun doch nicht auf den Spielfeldern dieses Turniers zu sehen ist, ist der Gipfel der Ironie und der letzte Beweis dafür, dass es in dieses Land niemals hätte vergeben werden dürfen.

Es ist ein Schlag ins Gesicht all derjenigen, die von ihren Verbänden und Kapitänen gehofft hatten, dass sie zumindest ein Zeichen des Anstands gegen Homophobie und Intoleranz setzen.

DFB-Präsident Neuendorf weckte Hoffnungen

Es schienen eherne Worte zu sein, die DFB-Präsident Bernd Neuendorf vor ein paar Tagen bei einer Pressekonferenz in die Mikrofone sprach: "Ja", sagte er, er würde sogar eine Geldstrafe in Kauf nehmen, wenn Kapitän Manuel Neuer für das Tragen der Binde von der FIFA tatsächlich sanktioniert werden würde.

Geldstrafe ja – die hätte der DFB sicherlich auch leicht verschmerzen können. Eine Gelbe Karte für den Kapitän? Nein, das dann doch lieber nicht!

Was ist, wenn Neuer nach der Verwarnung im weiteren Verlauf des Turniers noch eine Gelbe Karte kassiert und ein Spiel zuschauen müsste? Was ist, wenn er zum zweiten Spiel wieder mit einer "One-Love"-Binde an den Mittelkreis zur Seitenwahl schreitet und womöglich wegen der zweiten Gelben Karte dann zum dritten Gruppenspiel nicht mehr antreten darf?

Diese drohenden Folgen waren wohl nicht nur dem DFB, sondern auch den vielen anderen europäischen Verbänden zu heikel, um das Tragen einer bunten Binde zu riskieren.   

England, Wales, Belgien, Dänemark, die Niederlande und die Schweiz – alle knickten ein, und kritisierten in einer gemeinsamen Stellungnahme die FIFA wegen der Entscheidung scharf.

Doch statt dieser absolut gerechtfertigten Kritik wäre es ein viel stärkeres Zeichen gewesen, wenn sie auch dieser Sanktionsdrohung standgehalten hätten – und ihre Kapitäne dennoch mit der Binde hätten auflaufen lassen.

Denn nur so kann dem diktatorischen Treiben der FIFA und des Gastgebers Katar Einhalt geboten werden.

Europäische Verbände kuschen vor FIFA und Katar

So aber ist eine weitere Chance vertan worden, durch gemeinsames Auftreten das Machtspiel von FIFA und Katar anzunehmen und den Kampf für die Einhaltung globaler Werte zu gewinnen.

Denn ohne die Wahrung von globalen Werten und den Schutz von Minderheiten auf der ganzen Welt kann es keine vernünftigen Weltmeisterschaften geben.

Das Versprechen des Emirs von Katar von "Inklusion" und "Diversität" bei der Eröffnungsfeier – es ist eben doch nur ein leeres Gefasel ohne Wert geblieben.

Die eigentlichen Zustände im Emirat anzuprangern, hätte nur ein wenig Mut und Teamgeist erfordert. Die westlichen Verbände waren dazu nicht in der Lage. 

Welche Nationalmannschaften haben sich für die WM 2022 qualifiziert?

Die WM-Gruppen im Überblick:

  • Gruppe A: Katar, Ecuador, Senegal, Niederlande
  • Gruppe B: England, Iran, USA, Wales
  • Gruppe C: Argentinien, Saudi-Arabien, Mexiko, Polen
  • Gruppe D: Frankreich, Australien, Dänemark, Tunesien
  • Gruppe E: Spanien, Costa Rica, Deutschland, Japan
  • Gruppe F: Belgien, Kanada, Marokko, Kroatien
  • Gruppe G: Brasilien, Serbien, Schweiz, Kamerun
  • Gruppe H: Portugal, Ghana, Uruguay, Südkorea

In welchen Stadien findet die WM 2022 statt?

Bei der WM 2022 wird in acht Stadien gespielt, wobei vier davon in der Hauptstadt Doha stehen. Dabei wurden die Stadien komplett neu gebaut. Die meisten Stadien sollen nach der WM für gesellschaftliche Zwecke genutzt werden und nur einige für den Sport. Das größte Stadion ist das Lusail Iconic Stadion, welches mit 80.000 Plätzen auch das WM-Finale austragen wird. Die weiteren Stadien bieten Platz für 40.000 bis 60.000 Zuschauer.

Das sind die WM-Stadien 2022 Überblick:

Al-Bayt Stadium
Kapazität: 60.000 -Standort: Al-Khor - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020
Al-Rayyan Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan -Fertigstellung: Umbau, Wiedereröffnung 2019

Al-Thumama Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020

Al-Wakrah Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2019

Khalifa International Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan - Fertigstellung: Umbau, Wiedereröffnung 2017

Ras Abu Aboud Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020

Qatar Foundation Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020


WM 2022: In welcher Gruppe spielt die DFB-Elf?

Die deutsche Nationalmannschaft wurde in Gruppe E gelost. Gruppengegner sind Spanien, Costa Rica und Japan. Das erste Spiel findet am 23. November um 14 Uhr gegen Japan statt.  Hier geht es zum Spielplan.


Wann spielt die deutsche Nationalmannschaft bei der WM?

Die Gruppenspiele der Gruppe E der deutschen Nationalmannschaft finden in al-Khor und al-Rayyan statt.
Die Termine in der Übersicht :

23.11.2022, 14:00 Uhr: Japan - Deutschland 2:1
27.11.2022, 11:00 Uhr: Spanien - Deutschland
01.12.2022, 16:00 Uhr: Deutschland - Costa Rica

Alle Spiele der WM 2022 in Katar hier im Überblick


WM 2022 Katar

WM 2022 Achtelfinale

  • 03.12.2022
    - 06.12.2022
    1/8 Finale Weltmeisterschaft 2022

02.12.2022

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