Verliert Spanien absichtlich gegen Japan? - Bildquelle: ImagoVerliert Spanien absichtlich gegen Japan? © Imago

Von Kai Esser

München - Nach dem 1:1 zwischen Spanien und Deutschland bei der Weltmeisterschaft in Katar ist in Gruppe E noch alles offen. Spanien führt mit vier Punkten vor Japan, Costa Rica (jeweils drei) und Deutschland (ein Punkt).

Um Weiterzukommen, braucht Deutschland (gegen Costa Rica) Schützenhilfe von Spanien (gegen Japan).

Wenn Japan nicht gewinnt, reicht Deutschland in jedem Fall ein Sieg mit zwei Toren Differenz.

DFB-Spieler bitten Spanier Carvajal und Olmo um Schützenhilfe

"Jetzt müsst ihr auch für Deutschland gewinnen", soll Antonio Rüdiger zu seinem Real-Madrid-Teamkollegen Dani Carvajal gesagt haben. Die Antwort des Rechtsverteidigers: "Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir auf Sieg spielen werden.".

Auch Lukas Klostermann und David Raum baten Vereinskamerad Dani Olmo von RB Leipzig um Unterstützung.  "Sie haben mir dasselbe gesagt", berichtete Olmo: "Aber es spielt keine Rolle, weil wir gewinnen wollen, um sicher im Achtelfinale zu sein."

"Die einst unbesiegbare Mannschaft bittet jetzt um Hilfe. Sie fleht, dass ihr geholfen wird", schrieb die "Marca" daher.

Nach Ansicht der größten Sportzeitung des Landes und anderer spanischer Medien könnte die "Seleccion" gar nicht so erpicht auf den Gruppensieg sein.

Denn: Der Erste der Gruppe E trifft auf den Tabellenzweiten der Gruppe F, der Zweite aus der Deutschland-Gruppe auf den Gruppensieger aus Gruppe F. Dort kämpfen Kroatien, Marokko und Belgien noch um die zwei begehrten Plätze.

Mit Platz zwei würden die Spanier aber auch Brasilien im Viertelfinale aus dem Weg gehen, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ihre Gruppe mit Schweiz, Serbien und Kamerun gewinnen werden.

Enrique versichert: "Können sicher sein, dass wir gewinnen"

Spaniens Trainer möchte von all diesen Rechenspielen jedoch nichts wissen. "Die Weltmeisterschaft ist so ein kurzer Wettbewerb, dass es keinen Sinn macht, auf ein Spiel zu spekulieren", sagte der 52-Jährige. "Es ist nicht Teil unserer Mentalität, auf dem Platz spazieren zu gehen oder ein 1:0 zu verteidigen. Und das ist etwas, was diese Mannschaft vermittelt."

Dass das DFB-Team auf Schützenhilfe angewiesen ist, weiß auch der ehemalige Trainer des FC Barcelona.

"Deutschland muss erst einmal daran denken, Costa Rica zu schlagen, die eine tolle Mannschaft sind. Dann können sie auf uns schauen. Aber sie können sich sicher sein, dass wir gewinnen werden. Unser Ziel ist, als Gruppenerster weiterzukommen", versprach der Asturier Enrique.

Erinnerungen an die "Schande von Gijon"

In seiner Geburtsstadt fand vor mehr als 40 Jahren bei der WM 1982 die "Schande von Gijon" statt, an die nun einige Medien wieder erinnern. Damals gewann die DFB-Elf gegen Österreich im letzten Vorrundenspiel 1:0, so dass beide Teams eine Runde weiterkamen und die punktgleichen Algerier ausschieden. Entsprechend groß war die weltweite Empörung über die vermeintliche Absprache,

Seitdem finden die letzten Gruppenspiele bei Weltmeisterschaften zur gleichen Zeit statt, weshalb gezielte Schiebung oder Taktieren auf ein bestimmtes Ergebnis kaum möglich ist.

Bei einer spanischen Niederlage könnte Deutschland sogar mit einem Kantersieg über Costa Rica das Achtelfinale erreichen. Und gewinnt überraschend Costa Rica, wäre Spanien ganz raus.

 

Spanien: 33 Prozent der Marca-Leser wollen lieber Gruppenzweiter werden

Daher ist es unwahrscheinlich, dass die erfolgsverwöhnte Mannschaft des Weltmeisters von 2010 gezielt auf Platz zwei spielt.

Auch, wenn sich das 33 Prozent der "Marca"-Leser laut einer Umfrage wünschen würden (Stand: 30.11., 10:45 Uhr).

Zudem würde Enrique damit seine Zusage an Hansi Flick nicht einhalten können. "Wir haben uns nach dem Spiel die Hand geschüttelt und uns versprochen, uns im Finale wiederzusehen", so Enrique auf seinem Twitch-Kanal.

WM 2022: Wie sehen die Viertelfinals bei der WM 2022 aus?

Am 9. und 10. Dezember finden die Viertelfinals der WM 2022 statt. Hier geht es zum Spielplan.

Die Viertelfinals im Überblick:

9. Dezember:

16:00 Uhr: Kroatien vs. Brasilien - im Liveticker

20:00 Uhr: Niederlande vs. Argentinien - im Liveticker

10. Dezember:

16:00 Uhr: Marokko vs. Portugal - im Liveticker

20:00 Uhr: England vs. Frankreich - im Liveticker


In welchen Stadien findet die WM 2022 statt?

Bei der WM 2022 wird in acht Stadien gespielt, wobei vier davon in der Hauptstadt Doha stehen. Dabei wurden die Stadien komplett neu gebaut. Die meisten Stadien sollen nach der WM für gesellschaftliche Zwecke genutzt werden und nur einige für den Sport. Das größte Stadion ist das Lusail Iconic Stadion, welches mit 80.000 Plätzen auch das WM-Finale austragen wird. Die weiteren Stadien bieten Platz für 40.000 bis 60.000 Zuschauer.

Das sind die WM-Stadien 2022 Überblick:

Al-Bayt Stadium
Kapazität: 60.000 -Standort: Al-Khor - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020
Al-Rayyan Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan -Fertigstellung: Umbau, Wiedereröffnung 2019

Al-Thumama Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020

Al-Wakrah Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2019

Khalifa International Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan - Fertigstellung: Umbau, Wiedereröffnung 2017

Ras Abu Aboud Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020

Qatar Foundation Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020


Wann findet das WM-Finale in Katar statt?

Am 18. Dezember wird das Finale bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar ausgetragen. Anpfiff ist um 16 Uhr im Lusail Iconic Stadium.


Warum ist die WM 2022 im Winter?

Ursprünglich sollte die WM 2022 wie jede andere Weltmeisterschaft im Sommer ausgetragen werden. Durch die hohen Temperaturen im Gastgeberland Katar entschied die FIFA sich, dass die WM 2022 erstmals im Winter stattfindet. 


WM 2022 Katar

WM 2022 1/2 Finale

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