Auch dank den Treffern von Guido Burgstaller hat sich St. Pauli im Abstiegsk... - Bildquelle: imago images/kolbert-pressAuch dank den Treffern von Guido Burgstaller hat sich St. Pauli im Abstiegskampf Luft verschafft. © imago images/kolbert-press

München/Hamburg - An Weihnachten war die Stimmungslage am Kiez noch alles andere als besinnlich. Der FC St. Pauli hatte zu jener Zeit gerade einmal acht Punkte auf dem Konto, war in der 2. Bundesliga Tabellenvorletzter. 

Der Rückstand auf das rettende Ufer betrug bereits vier Zähler. Doch im Fußball kann es manchmal ganz schön schnell gehen. 

Und so steht Pauli nur zwei Monate später plötzlich im Tabellenmittelfeld. Der Vorsprung auf die Abstiegsränge: Acht Punkte. St. Pauli gewann fünf der letzten sechs Spiele und kann sich dabei vor allem auf eine Person verlassen: Guido Burgstaller. 

Burgstaller in Topform

Der Österreicher hat zu seiner Form zurückgefunden und lässt seine biederen letzten Monate beim FC Schalke 04 in Vergessenheit geraten. Damals erzielte der Stürmer über 16 Monate kein Ligator, ehe er Ende September nach Hamburg wechselte.

Während in Gelsenkirchen die Gemütslage nach der 0:4-Derby-Niederlage gegen Dortmund am Wochenende endgültig in den Keller gerutscht ist, setzt Burgstaller seinen persönlichen Erfolgslauf unbeirrt fort. 

Beim 3:2-Sieg über den SV Darmstadt traf der 31-Jährige doppelt und schraubte seine Torbilanz auf acht Tore in den letzten sieben Spielen hoch. Dabei traf er in jedem der sieben Duellen und stellte so einen Vereinsrekord auf. 

Zudem muss sich Burgstaller in der Liste der besten Torschützen des Jahres 2021 in den drei deutschen Top-Ligen nur zwei Personen geschlagen geben: Robert Lewandowski und Andre Silva (beide 9 Tore). 

"Er ist das Gesicht der Wende"

Burgstaller trifft und trifft. Für Pauli-Sportchef Andreas Bornemann ist daher klar: "Er ist sicherlich das Gesicht der Wende."

Schon vor seinem Darmstadt-Doppelpack lobte Bornemann seinen Torjäger bei "Sky" in den höchsten Tönen: "Wer aus solchen Situationen Tore macht, wer das Spiel so öffnet, so arbeitet für das Team und für die Spieler drumherum so wertvoll ist, hat einfach einen großen Anteil." 

Dabei lässt sich Burgstallers Bedeutung nicht nur an seiner Torquote messen. Nach zwei Kurzeinsätzen zu Saisonbeginn fiel der Österreicher mit schwerwiegenden Nierenproblemen von Oktober bis Dezember rund zwei Monate verletzt aus. Pauli konnte in diesem Zeitraum nur zwei Punkte einfahren, erst mit der Rückkehr des Angreifers kam auch der Erfolg zurück. 

Bei "Sky" gab er sich dennoch gewohnt bescheiden, sagte vor wenigen Tagen: "Da sind auch noch zehn oder mehr andere Spieler, die auf dem Platz stehen. Wir machen das als Mannschaft derzeit einfach sehr gut." 

Ohnehin habe er in seinen Jahren als Profi schon einiges erlebt und resümiert: "Ich kenne auch die anderen Seiten. Du bist schnell für alle der Held, aber ein paar Spiele später ist man wieder der Depp."

Montag das Derby gegen den HSV

Bis 2023 besitzt er bei den Kiezkickern einen Vertrag. "Wir sind froh, dass wir ihn haben - als Typen, aber auch als Goalgetter", sagt Trainer Timo Schultz: "Er bestätigt das Woche für Woche. So kann er gerne weitermachen." 

Am kommenden Montag steht dann ausgerechnet das Stadt-Derby (ab 20.30 Uhr im Liveticker auf ran.de) gegen den zurzeit kriselnden HSV an. Während das Pendel vor einigen Wochen noch klar in Richtung des HSV ausschlug, scheint der Ausgang der Partie nun völlig offen. 

Und das ist auch Guido Burgstaller zu verdanken. 

Timo Nicklaus 

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