Titel-Vorentscheidung? Die DTM hofft beim Österreich-Gastspiel auf volle Rän... - Bildquelle: Red BullTitel-Vorentscheidung? Die DTM hofft beim Österreich-Gastspiel auf volle Ränge © Red Bull

Die DTM fährt kommendes Wochenende auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg - und der Kampf um die Meisterschaft geht in die entscheidende Phase. Alle jagen Schubert-BMW-Pilot Sheldon van der Linde, der 32 Punkte vor Lokalmatador Lucas Auer führt, doch dahinter geht es eng zu. Noch sind 116 Punkte zu holen - fällt jetzt schon die Vorentscheidung?

"Wenn Sheldon van der Linde noch einmal ein gutes Wochenende hat, dann schaut es ganz gut für ihn aus, aber wenn er ein schlechtes Rennen hat, dann gibt es plötzlich fünf Titelanwärter", analysiert DTM-Boss Gerhard Berger im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' die aktuelle Lage vor dem Österreich-Wochenende.

Ob der BMW-Pilot, der von seinem Neffen Auer gejagt wird, auch sein Meistertipp sei? "Er hat ein Polster, aber da darf nichts passieren. Und regnen darf es auch nicht, weil der BMW dann nicht so gut geht. Und an den letzten zwei Wochenenden könnte es durchaus ein Regenrennen geben."

Cassidy zwölfter Sieger im zehnten Rennen

Abgesehen davon ist die DTM dieses Jahr so ausgeglichen wie selten zuvor: Während früher Seriensiege und eine Markendominanz oft die Regel waren, liegen nun auf den ersten fünf Plätzen in der Meisterschaft Fahrer von fünf unterschiedliche Marken. Und mit AF-Corse-Ferrari-Mann Nick Cassidy hat am Sonntag in Spa im zwölften Rennen der zehnte Pilot gewonnen.

"Das ist unglaublich", reibt sich Berger die Hände, der auch bei den Marken eine große Ausgeglichenheit sieht. "Außer Lamborghini, die auch superstark unterwegs sind, haben alle Marken ein Rennen gewonnen. Die Rennen sind so hart, dass zum Teil diskutiert wird, ob sie zu hart sind", spielt er auf die vielen Zwischenfälle bei den vergangenen Rennen an.

Aber auch aus österreichischer Sicht hat die DTM aktuell einiges zu bieten: Mit dem Grasser-Team aus Knittelfeld hat ein Team, das mit dem in Wien lebenden und in der Meisterschaft viertplatzierten Italiener Mirko Bortolotti, seinen Sitz nur wenige Kilometer vom Red-Bull-Ring entfernt.

Berger über Österreicher: "Sind in der DTM top unterwegs"

Dazu kommen mit Auer, Porsche-Premierensieger Thomas Preining, Schubert-BMW-Pilot Philipp Eng und Grasser-Lamborghini-Pilot Clemens Schmid vier österreichische Fahrer. Wir haben vier, fünf österreichische Fahrer, die top unterwegs sind", so Berger. "Das ist ein kleiner Baustein für den österreichischen Motorsport."

Wie er seine Landsleute einschätzt? "Luggi kommt als Zweiter in der Meisterschaft, auch Preining ist momentan ganz stark unterwegs und entwickelt sich sehr gut. Bortolotti, der die Meisterschaft bei Halbzeit angeführt hat, ist an den letzten zwei Wochenenden ein bisschen unter die Räder gekommen. Das will er jetzt sicher korrigieren."

Eng sei vor allem am Nürburgring "stark" gewesen - "und auch Schmid macht immer wieder auf sich aufmerksam", fällt Berger auf. "Wir haben gute Österreicher - und die brauchen auch die Unterstützung der österreichischen Fans."

Wie Berger für volle Ränge in Spielberg sorgen will

Apropos Fans: Schon vor Monaten hat Berger angekündigt, dass man sich dieses Jahr besonders ins Zeug legen möchte, um die Ränge in Spierberg voll zu kriegen. Um das zu erreichen, ist man eine Kooperation mit einer großen österreichischen Tageszeitung eingegangen.

"Das hilft natürlich, die DTM anzukurbeln", ist Berger, der von guten Vorverkaufszahlen spricht, zufrieden. Im Zuge der Kooperation hat man Sonderaktionen gestartet: "Wir haben unter anderem im Rahmen eines Gewinnspiels mehr als 1.000 Familien zum Red-Bull-Ring eingeladen. Da gab es innerhalb von zwei, drei Wochen 18.000 Anmeldungen."

Obwohl die Formel 1 und die MotoGP dieses Jahr bereits auf dem Red-Bull-Ring gastiert haben, verspricht er den Fans bei der DTM etwas, das die Konkurrenz nicht bieten kann: "Natürlich sind die Formel 1 und die MotoGP bei den Fans sehr beliebt, aber dort ist man relativ weit weg vom Geschehen. Die DTM ist höchstanspruchsvoller Motorsport und unsere Stärke ist, dass du dem Fahrer auf die Schulter klopfen kannst, bevor er ins Auto einsteigt."