BMW-Werksfahrer Bruno Spengler muss sich bisher mit Sim-Racing begnügen - Bildquelle: BMWBMW-Werksfahrer Bruno Spengler muss sich bisher mit Sim-Racing begnügen © BMW

München - Bruno Spengler wurde Anfang 2022 als BMW-Werksfahrer bestätigt, doch der populäre Kanadier, der sich so sehr um ein DTM-Comeback bemüht hatte, wurde von den Münchnern nach wie vor in keiner Rennserie bestätigt.

Nach wie vor gibt es aber Bemühungen, dem 38-jährigen Ex-Champion, der 2019 seine bislang letzte DTM-Saison absolviert hat, Renneinsätze zu verschaffen. "Bruno Spengler ist weiterhin ein Werksfahrer von uns", bestätigt BMW-Motorsportchef Andreas Roos im Gespräch mit "Motorsport-Total.com".

"Wir haben weltweit viele GT-Rennen, bei denen wir unterwegs sind. Wir schauen im Moment gerade, ob wir noch etwas zusammenbringen, wo wir ihn dann einsetzen können", ergänzt der ehemalige Leiter aller Werksprojekte bei Audi, der den zu Aston Martin in die Formel 1 abgewanderten Mike Krack dieses Jahr bei BMW ersetzt hat.

Abseits von BMW-Vertrag: Renneinsätze dank ETCR-Cockpit

Dass Spengler bislang in dieser Saison noch keinerlei BMW-Renneinsätze absolvierte, hat einen einfachen Grund: Eigentlich wäre er als Pilot für das Boutsen-Ginion-Team in der GT-World-Challenge Europe vorgesehen gewesen, doch dann entschied sich das Team der Schwester von Ex-Formel-1-Pilot Thierry Boutsen kurzfristig für einen Wechsel zu Audi. Und Spengler stand ohne Cockpit da.

Ganz ohne Renneinsätze musste der Kanadier aber bislang 2022 doch nicht auskommen, denn er ergatterte abseits des BMW-Vertrags ein Cockpit beim italienischen Romeo-Ferraris-Team in der ETCR - und überzeugte beim Saisonauftakt in Pau, wo er auch auf Ex-DTM-Rivale Mattias Ekström traf, im vollelektrischen Alfa Romeo Giulia im Spitzenfeld.

Zudem durfte er kürzlich einen Roll-Out mit seinem ehemaligen DTM-Meisterauto von BMW aus dem Jahr 2012 absolvieren, ehe der Bolide ins Museum geht, und ist laut Informationen von "Motorsport-Total.com" auch in die Test- und Entwicklungsarbeit neuer BMW-Rennfahrzeuge eingebunden.

DTM-Gaststart ein Thema?

Aber gibt es eine Chance, dass Spengler 2022 zumindest für einen Gaststart in die DTM zurückkehrt? "Im Moment ist kein Gaststart geplant", antwortet Roos. "Natürlich kommen so Themen immer wieder hoch, über die man auch mal wieder spricht." Dieses Jahr seien aber "definitiv" keine Einsätze in der DTM "geplant".

In die Testarbeit werde er hingegen eingebunden, bestätigt Roos. "Wenn es bei uns Sachen gibt, wo etwas bei ihm reinpasst, dann ist er natürlich sofort im Auto." Neben den Renneinsätzen laufe auch "sehr viel Entwicklungsarbeit parallel", die von außen oft nicht so wahrgenommen wird. "Und da sind immer wieder unsere Werksfahrer im Einsatz", so Roos.

Bald stehen auch die ersten Testfahrten mit dem neuen LMDh-Auto auf dem Programm, damit man den straffen Zeitplan schafft, 2024 erstmals in Le Mans zu starten. Wer diesbezüglich als Pilot infrage kommt, habe man noch nicht entschieden, meint Roos: "Erst schauen wir, dass wir das Auto auf die Räder kriegen - und dass es dann auch fährt. Und dann schauen wir uns an, wie das Driver-Lineup aussehen kann."

Generell sei man aber diesbezüglich gut aufgestellt: "Wir sind bei BMW in der glücklichen Lage, dass wir wirkliche Topfahrer in unserem Kader haben. Daher haben wir kein Problem, dafür gute Fahrer zu finden."

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