Portimao - David Schumacher ging an seinem ersten DTM-Rennwochenende leer aus: Der Sohn des sechsfachen Formel-1-Rennsiegers Ralf Schumacher reist ohne Punkte aus Portimao ab. Dafür aber mit einer wertvollen Lektion im Gepäck.

"Ich muss sagen, es ist sehr heiß im Auto. Da muss ich mich wirklich dran gewöhnen", gab Schumacher vor dem Sonntagsrennen im Gespräch mit 'ran' zu. Kein Wunder, kommt Schumacher doch aus dem Formelsport in die DTM.

Zwar bestritt er in diesem Jahr schon GT3-Rennen im GTC-Race. Doch Oschersleben ist in Sachen Temperaturen nicht zu vergleichen mit Portimao. An der Algarve-Achterbahn war es an beiden Renntagen warm: 25 Grad Luft- und 40 Grad Streckentemperatur am Samstag, sowie 24 Grad Luft- und 38 Grad Streckentemperatur am Sonntag.

Bedingungen, bei denen sich ein geschlossener Rennwagen wesentlich stärker aufheizt. Die gezeigten Leistungen mit den Plätzen 18 und 24 in den Qualifyings, sowie 20 und 15 in den Rennen stimmt zuversichtlich. "David hat uns heute wieder viel Freude gemacht, er zeigt eine eindrucksvolle Entwicklungskurve", lobt Winward-Teamchef Christian Hohenadel.

David Schumacher spekulierte auf SC-Phase am Sonntag

Im Sonntagsrennen schnupperte Schumacher sogar erstmals in seiner noch jungen DTM-Laufbahn Führungsluft. Der Mercedes-AMG-Pilot entschied sich für eine Strategie mit einem späten Boxenstopp. Schumacher konnte so in freier Luft seine Runden drehen. Das brachte ihm jedoch keinen Vorteil ein.

Vor dem Öffnen des Boxenstoppfensters in Runde 6 lag er auf der 16. Position, und nachdem alle ihren Service absolviert hatten fuhr Schumacher auf P17 herum. Zwar profitierte er von Lucas Auers Problemen, doch über die Strategie kamen Arjun Maini und Maximilian Buhk vorbei. Mit Letzterem wurde es ganz eng.

Buhk drückte sich unmittelbar nach Schumachers Boxenstopp kompromisslos in der zweiten Kurve vorbei. Doch seinen Mercedes-AMG-Markenkollegen überholte der Rookie später wieder, ebenso wie Audi-Rookie Marius Zug, wodurch am Ende P15 heraussprang.

"Wir haben von Anfang an einen späten Boxenstopp geplant, in der Hoffnung, im richtigen Moment eine Safety-Car-Phase zu erwischen, um dann mit frischeren Reifen attackieren zu können. Das Safety-Car kam zwar nicht, aber dennoch war ich richtig flott unterwegs und hatte tolle Zweikämpfe. Das hat richtig Spaß gemacht", bilanziert Schumacher.

DTM-Rookie kämpft noch mit der Bremsphase

Am Samstag hingegen war Schumacher einer der Leidtragenden des Restarts nach der Safety-Car-Phase: "Der zweite Start ging völlig daneben", berichtet er. "Genau in dem Moment, als mein Vordermann auf die Bremse ging, hörte ich im Funk das Kommando 'Green, green, green'. Da waren direkt drei Autos vorbei."

So bleibt nach dem ersten Rennwochenende die Erkenntnis, dass Schumacher zwar über einen der größten Rennfahrer-Namen verfügt, aber sich im hart umkämpften DTM-Feld erst noch etablieren muss. Druck verspürt er kaum: "Das war in der Formel 3 schlimmer, muss ich sagen. Aber ja, ich mache mir den größten Druck selbst."

Und wo sieht er noch das meiste Potenzial? "Ich bin noch ein bisschen aggressiv auf den Bremsen. Das ist das größte Problem, womit ich mir auch die Vorderreifen im Rennen zerstöre." Es dauert also noch ein wenig, bis sich Schumacher an das ABS im Mercedes-AMG GT3 gewöhnt hat. Noch so eine Lektion, die er aus Portimao mitnimmt.

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