Dennis Olsen darf in Spa seinen ersten Erfolg in der DTM bejubeln - Bildquelle: DTMDennis Olsen darf in Spa seinen ersten Erfolg in der DTM bejubeln © DTM

Erster Sieg eines Norwegers, erster Erfolg für die Porsche-Mannschaft SSR Performance, zweiter Triumph überhaupt für die Zuffenhausener: Dennis Olsen hat am Samstag in Spa-Francorchamps ein Stück DTM-Geschichte geschrieben.

Doch Olsen musste nach souveräner Fahrt in der Schlussphase aus zwei Gründen nochmal zittern: Erstens kam Mercedes-AMG-Pilot Maximilian Götz immer näher, zweitens setzte im Bereich zwischen der Bus-Stop-Schikane und Raidillon Regen ein.

In der Theorie hilft dem Porsche 911 GT3 R mit seiner hervorragenden Traktion und dem Heckmotor das kühle Nass von oben, doch an diesem Tag hat das Olsen nach eigenen Angaben "überhaupt nicht erleichtert." Warum? "Maxi hatte einen Vorteil: Er konnte meine Linien auf der Bremse sehen, und ob ich weit gehe oder nicht", erklärt Olsen.

"Maximilian Götz hatte einen Vorteil"

Im Motorsport ist das eine alte Faustregel: Der Führende hat es bei sich verändernden Bedingungen am schwersten, da sich alle dahinter liegende Fahrzeuge an ihm orientieren können. Der Führende hingegen erreicht neuralgische Stellen als Erster und muss sich entsprechend vorsichtig ans Limit tasten. Das hat auch bei Olsen eine Rolle gespielt.

"Ich habe viel mit meinem Ingenieur kommuniziert, um zu verstehen, wie stark es im ersten Sektor und in der Bus-Stop-Schikane wirklich regnet", schildert Olsen, wie er diese Aufgabe am DTM-Samstag in Spa-Francorchamps angegangen ist. "Ich denke, wir haben das richtig eingeschätzt, und darüber bin ich wirklich glücklich."

Olsen, Porsche seit 2016 verbunden, weiß auch um die Stärken des 911 GT3 R bei Mischbedingungen: "Wir haben ein gutes Paket dafür, und vor allem haben wir den Motor hinten und ein gute Traktion. Auf jeden Fall hilft das aus der Bus-Stop-Schikane und aus La Source heraus. Und wir haben einen ziemlich kurzen Radstand, was auch hilft."

SSR-Porsche-Pilot musste Reifen schonen

Dennoch fiel es dem Norweger nicht leicht, den amtierenden DTM-Champion hinter sich zu lassen. Das hat auch mit den unterschiedlichen Strategien zu tun: "Maxis Stint zu Beginn war ein wenig länger und er hatte bessere Reifen und eine wirklich gute Pace am Ende. Ich habe ihn im Rückspiegel gesehen und habe einfach meine Reifen für das Ende geschont."

"Ich wusste, er würde nah dran sein. Aber zum Glück konnte ich ihn hinter mir halten", atmet Olsen auf. Der SSR-Porsche-Fahrer ging in Runde neun von 23 an die Box, Götz entschied sich erst vier Umläufe später dazu, zum Service hereinzukommen.

In der Meisterschaft sieht es nach dem Premierenerfolg nun vielversprechend für Olsen aus: Mit 87 Punkten liegt er in der Fahrer-Wertung auf dem vierten Rang hinter Sheldon van der Linde, Rene Rast und Mirko Bortolotti. Dabei hatte der 26-Jährige den erhofften Kampf um den Titel nach den ersten Rennwochenenden des Jahres bereits abgeschrieben.

"Wir haben uns dann auf Einzelergebnisse fokussiert. Ehrlich gesagt schaue ich nur, dass es Rennen für Rennen so weitergeht, und dann sehen wir, wo uns das hinführt. Die zwei Titelanwärter haben in den letzten Wochen ein wenig kämpfen müssen. Wir werden pushen, es Rennen für Rennen angehen und sehen, wo wir landen", kündigt Olsen an.

Dennis Olsen räumt seit dem Norisring-Samstag ab

Doch was sich gezeigt hat: Die Formkurve bei ihm und dem gesamten SSR-Performance-Team zeigt seit einigen Rennen nach oben. 75 seiner 87 Punkte hat Olsen seit dem Norisring-Samstag eingefahren, damit liegt er in diesem Zeitraum mit weitem Abstand vorn. Sheldon van der Linde kommt da auf 30 Punkte, Rast auf 44, Bortolotti auf 25.

"Ehrlich gesagt sind wir seit Portimao die ganze Zeit Vollgas unterwegs gewesen und hatten keine Chance. Aber dann kamen wir an den Norisring und haben die Wende geschafft. Die Sprintstrecke am Nürburgring war für uns auch eine gute Strecke. Im Freien Training gestern haben wir auch recht stark ausgesehen", blickt Olsen zurück.

Der Norweger weiter: "Es geht auch ein wenig um das Selbstvertrauen, das man durch die Erfolge kriegt. Thomas hat am Norisring recht schnell bewiesen, dass das Auto jetzt konkurrenzfähig ist. Es gab auch ein paar Anpassungen durch die DTM. Jetzt können wir kämpfen und es fühlt sich gut an, dass wir mithalten können."