München - Die DTM wird weiterleben. Durch den Kauf der Markenrechte durch den ADAC ist die Zukunft der Traditionsrennserie gesichert. Im Interview mit dem Fachportal "Motorsport-Total" zeigte sich der bisherige DTM-Chef Gerhard Berger zufrieden und betonte, die DTM sei beim ADAC in guten Händen.

"Der ADAC verfügt nicht nur über die Erfahrung, sondern auch über etablierte, funktionierende Strukturen im Bereich Motorsport und das nötige Know-how, um Synergien bestmöglich zu nutzen. Ich habe die Marke dem ADAC verkauft, weil ich überzeugt bin, dass er Synergien bestmöglich nutzen kann und das Produkt unter den gegebenen Rahmenbedingungen weiter stärken wird", sagte Berger.

DTM: Berger empfiehlt, das Konzept beizubehalten

Vor allem die Folgen von fast zweieinhalb Jahren Pandemie und die allgemeine wirtschaftliche Gesamtsituation habe die Notwendigkeit, Synergien zu heben, noch deutlicher gemacht, erklärte Berger. Geld habe aber keines gefehlt, betonte er. Stattdessen gestaltete sich unter anderem die Finanzierung des Projekts DTM Electric schwieriger als gedacht. "Die vergangenen Jahre liefen planmäßig beziehungsweise besser als erwartet. Die Zukunft kann man nur abschätzen. Daher kann man im Vorhinein nicht sagen, wie viel Geld gefehlt hätte. Was ich aber sagen kann: Ich habe als Unternehmer verantwortungsvoll nach vorne geschaut und die notwendigen Maßnahmen ergriffen."

Die Gespräche mit dem ADAC seien nicht wirklich langwierig gewesen, so der Österreicher. "Sie haben vor allem bedingt durch die Prozesse und Strukturen innerhalb des ADAC etwas länger gedauert als bei inhabergeführten Unternehmen. Inhaltlich waren wir uns relativ schnell einig. Beide Parteien wussten um die Notwendigkeit und haben sachlich verhandelt. Die finale Entscheidung fiel dann erst im ADAC-Gremium Ende letzter Woche."

Am 8. Dezember will der ADAC im Rahmen einer Pressekonferenz bekanntgeben, wie die DTM unter dem Dach des Automobilclubs aussehen soll. "Meine Empfehlung ist, das aktuelle Konzept, Format und Reglement beizubehalten, da es auch bei den Fans sehr gut ankommt. Das habe ich auch so platziert", sagte Berger. "Aber selbstverständlich wird auch der ADAC künftig gefordert sein, das ein oder andere Thema angesichts der zahlreichen wirtschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen zu verändern."

Gerhard Berger: Verkauf kommt Lebensplanung entgegen

Der 63-Jährige ließ durchblicken, dass er sich eventuell aus dem Motorsport-Geschäft zurückzieht. "Am Ende des Tages war und bin ich Unternehmer. Ich habe die DTM in einer sehr schwierigen Zeit übernommen, sie weitergeführt, aufgebaut und jetzt verkauft", sagte Berger. Dieser Schritt käme seiner persönlichen Lebensplanung entgegen, so Berger, "die in meinem Alter mehr Zeit für andere Aktivitäten und meine Familie vorsieht als für den Motorsport."

Auch die Formel 1 wird ihn wohl nicht mehr locken, obwohl, wie er verrät, immer wieder interessante Projekte an ihn herangetragen werden. "Angesichts meiner persönlichen Lebensplanung kann ich ausschließen, dass ich noch einmal so eine zeitintensive Aufgabe übernehme", so Berger.