Neben den Details zur Einschreibung und der Gründung der GTM GmbH, die künftig für die Austragung der DTM zuständig sein wird, hat der ADAC auch weitere Informationen zum Reglement für die Saison 2023 an die Teams kommuniziert.

Während die Freien Trainings und die Qualifyings wie bisher 45 beziehungsweise 20 Minuten dauern werden, wird das Rennen von 55 auf 60 Minuten plus eine Runde verlängert. Das ist möglich, da die DTM nun nicht mehr wie zu Gerhard Bergers Zeiten den Anspruch hat, die schnellste GT3-Serie der Welt zu sein.

Während AVL Racetech bei der Erstellung der Balance of Performance den Auftrag hatte, die Boliden an der Leistungsgrenze einzusetzen, ist das bei der SRO Motorsport Group nicht der Fall. Dadurch ist der Spritverbrauch geringer - und die Boliden können mehrere Runden absolvieren.

DTM-Start in engen Zweierreihen Geschichte

Abgesehen davon haben ADAC-Motorsportchef Thomas Voss & Co. auch auf einige Kritikpunkte am DTM-Reglement des Vorjahres reagiert. Der umstrittene DTM-Formation-Re-Start, der von Fahrern und Teams für zahlreiche Unfälle verantwortlich gemacht wurde, ist ab sofort Geschichte.

Nach einer Safety-Car-Phase wird ab 2023 wie angekündigt ein Single-File-Re-Start durchgeführt, aber auch der eigentliche Start wird nicht mehr in engen Zweierreihen und Stoßstange an Stoßstange durchgeführt.

Stattdessen werden die Starts - wie bisher im ADAC GT Masters "rollend, in geordneter Formation in zwei Startreihen und über die Startboxen fahrend durchgeführt". Das Rennen wird "in einem zuvor definierten Startkorridor nach Beschleunigung des Führenden durch das Schalten der Lichter an der Startampel von Rot auf Grün freigegeben".

Beendet Penalty-Lap 2023 das Strafenchaos?

Der Führende entscheidet also ab sofort wie 2021, wann es losgeht, und nicht das Lichtsignal, was im Vorjahr in der DTM eine Debatte losgelöst hatte, dass die Piloten die Startampel nicht sehen konnten.

Auch die leidige Diskussion über Tracklimits und deren Bestrafung durch Gridstrafen, die die Startaufstellung zur Rechenaufgabe machen, könnte 2023 verstummen: Denn der ADAC plant die Einführung der im ADAC GT Masters bereits etablierten Penalty-Lap in der DTM. Dabei handelt es sich um eine Zone abseits der Ideallinie, die der Fahrer durchfahren muss, wodurch er rund fünf Sekunden verliert.

Keine Safety-Car-Phase während des Boxenstopp-Fensters

Details zu den Performance-Boxenstopps will der ADAC erst bekanntgeben, eine Regelung wurde aber bereits jetzt kommuniziert: Im Vorjahr nutzen einige Piloten die Safety-Car-Phase zum Pflicht-Boxenstopp. Da es vom Reglement verboten wurde, dass beide Autos eines Teams in der gleichen Runde ihren Stopp absolvieren, war dadurch für einige Piloten das Rennen bereits gelaufen.

2023 wird Renndirektor Sven Stoppe aber innerhalb des Boxenstopp-Zeitfensters bei einer Neutralisation des Rennens auf eine Full-Course-Yellow-Phase oder eine lokale gelbe Flagge setzen, damit die Abstände im Feld gewahrt werden.

Das Boxenstopp-Fenster (bisher von Minute 10 bis Minute 40, aber bei kürzeren Rennen) wird wie angekündigt deutlich kürzer ausfallen: Der Pflichtboxenstopp muss zwischen der 20. und der 40. Rennminute abgeleistet werden.

Mehr Reifensätze als in der Vergangenheit

Die Teams haben 2023 mehr Reifen zur Verfügung als in der Vergangenheit: Für die Freien Trainings, die Qualifyings und die Rennen werden pro Fahrzeug fünf Pirelli-Reifensätze ausgehändigt. Im Vorjahr waren es vier Reifensätze, 2021 nur drei - allerdings kein frischer für das Freie Training.

Einer der fünf Reifensätze darf 2023 nur in den Freien Trainings genutzt werden und muss dann wieder zurückgegeben werden. Zudem dürfen zwei Sätze von vorangegangenen Wochenenden im Freien Training eingesetzt werden. Beim ersten Saison-Wochenende dürfen die Teams stattdessen am Freitag pro Auto einen zusätzlichen Reifensatz nutzen.

Wie es in Hinblick auf Testfahrten aussieht? Ein Testverbot wurde nicht kommuniziert. Die von den Teams eingeforderten Testmöglichkeiten am Donnerstag soll es geben, die Einteilung wird laut dem ADAC in Kürze bekanntgeben. Für die DTM ist bei insgesamt acht Rennwochenenden von zwei bis drei Testtagen die Rede.