Muss die DTM-Dachorganisation ITR 2022 sogar Nennungen ablehnen? - Bildquelle: DTMMuss die DTM-Dachorganisation ITR 2022 sogar Nennungen ablehnen? © DTM

Das DTM-Starterfeld für die Saison 2022 wächst und wächst: Nachdem man im Vorjahr nach der Rettung der Traditionsserie für das erste GT3-Jahr gerade mal 19 Fixstarter zusammenbrachte, ist das Interesse an der Traditionsserie nun deutlich größer. "Wir liegen momentan bei um die 25 Fahrzeugen", verrät DTM-Manager Frederic Elsner.

"Die Basis, die wir jetzt schon haben, ist deutlich stärker als vergangenes Jahr. Die Pflicht ist getan, jetzt schauen wir, was wir in der Kür noch zusammenbringen", ist der Österreicher zuversichtlich, dass noch zusätzliche Fahrzeuge eingeschrieben werden.

Auch wenn Elsner sagt, man liege aktuell bei "um die fünf Marken", darf man laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' damit rechnen, dass zumindest Boliden der Hersteller Mercedes-AMG, Audi, BMW, Ferrari, Lamborghini und Porsche am Start sein werden. McLaren und Aston Martin gelten als Fragezeichen.

So kommt man auf 25 Boliden

Wie viele Fahrzeuge pro Hersteller als Mindestanzahl zu erwarten sind? Bei Mercedes-AMG sind das sieben Autos, bei Audi fünf, bei Ferrari zwei, bei Lamborghini vier und bei Porsche drei. Wenn man dann noch die vier versprochenen BMW dazurechnet, liegt man bereits bei 25 Boliden.

Dann fehlen aber noch Rennställe wie das T3-Lamborghini-Team, das noch keine Fahrzeuge bestätigt hat. Oder ein eventuelles drittes Auto bei AF Corse oder beim Mercedes-AMG-Team HRT. Und somit wäre man relativ rasch bei rund 30 Boliden.

"Wenn eine Drei vorne steht, wird es langsam eng"

Apropos - gibt es eigentlich eine Maximalanzahl für das DTM-Starterfeld 2022? "Gute Frage" antwortet DTM-Manager Elsner. "Es gibt in der Theorie einen limitierenden Faktor: Das sind die Homologationen der Strecken, die wir im Kalender haben." Damit spielt er auf die Anzahl der Boxen an, die in der Regel über 30 liegt. Das gelte auch für die Anzahl der Boxenstopp-Plätze.

"Wir sind noch nicht so weit, dass wir uns über eine finale Limitierung Gedanken machen möchten, die irgendwo bei 35 liegt", sagt Elsner. Das liege daran, dass bei den interessierten Teams "auch die entsprechende Qualität stimmt. Und solange wir uns in diesem Bereich Richtung 30 bewegen, liegen wir bei einer Zahl, die für so eine Meisterschaft das obere Limit sein sollte." Sobald eine Drei vorne stehe, werde es "langsam eng".

Aber was bedeutet das für potenzielle Gaststarter, wie sie im Vorjahr bei einigen Rennen am Start waren? Elsner stellt klar, dass es dieses Jahr schwieriger wird, einen der Plätze zu ergattern. "Da schaut man zuerst: Um was für ein Team und um welchen Fahrer handelt es sich? Macht das Sinn, ihn zuzulassen?", erklärt er.

Für Gaststarter wird es 2022 schwieriger

"Wir haben vergangenes Jahr sehr viele Gaststarter abgelehnt, weil es einfach nicht gepasst hat. Nichtsdestotrotz waren wir im letzten Jahr sicher offener, Gaststarts zu genehmigen als wir das dieses Jahr sein werden, weil wir ein solideres Paket, mehr Autos und auch quantitativ ein stärkeres Feld beisammen haben."

Dennoch seien Gaststarts, wie sie zum Beispiel Timo Scheider mit dem 10Q-Team ins Auge gefasst hat, auch 2022 möglich: "Wenn die Anfrage passt, dann werden wir wieder Gaststarter annehmen, aber wir werden uns das sehr genau anschauen."

Aber versucht man dieses Jahr durch das große Interesse auch, eine breitere Streuung unterschiedlicher Marken in die DTM zu bringen, nachdem im Vorjahr Mercedes-AMG mehr als ein Drittel des Feldes stelle? "Das ist ein schwieriges Thema", sagt Elsner. "Du versuchst als Promoter, so viele Marken und qualitativ hochwertige Fahrzeuge und Fahrer zu bekommen, wie es nur irgendwie geht."

Auch Vielfalt spielt bei potenziellen Ablehnung eine Rolle

Zu diesem Zwecke habe man die Early-Bird-Einschreibung auf 16 Fahrzeuge - und maximal vier pro Marke - limitiert. "Das kann so ausgehen, dass das vier mal vier oder acht Marken a zwei Autos sind", so der DTM-Manager. Mercedes-AMG sei zwar auch 2022 wieder "stark vertreten", man sehe aber, "dass andere Marken aufholen".

Die Vielfalt spiele auch bei den noch ausstehenden Nennungen eine Rolle. "Da werden wir uns genau anschauen, ob man nicht sagt, das Limit ist erreicht, oder ob man das eine oder andere Auto noch zulässt", kündigt Elsner an.