Stefan Mücke hat den Calibra von Rosberg für die Lausitz vorbereitet - Bildquelle: Mücke MotorsportStefan Mücke hat den Calibra von Rosberg für die Lausitz vorbereitet © Mücke Motorsport

München - Stefan Mücke bringt ein legendäres Stück DTM-Geschichte beim DTM-Classic-Cup auf dem Lausitzring zurück auf die Rennstrecke. Der Teamchef wird sich den Opel Calibra V6 4x4 aus dem Jahr 1995 mit Ronny Scheer teilen und in der historischen Meisterschaft einsetzen. Einst wurde das Auto vom ehemaligen Formel-1-Weltmeister Keke Rosberg in der DTM pilotiert.

Wir schreiben das Jahr 1995: Rosberg hatte erst im Vorjahr sein eigenes Team gegründet und für die anstehende Saison Klaus Ludwig unter Vertrag genommen. Zusammen mit Ludwig bestritt Rosberg die DTM/ITC-Saison 1995 im überholten Opel Calibra V6 4x4 - offiziell "Phase4"-Calibra genannt. Während Rosberg selbst in seiner letzten Saison noch einen zweiten vierten Platz holte, zeigte Ludwig, was wirklich in dem Auto steckt.

Mit zwei Siegen auf dem Hockenheimring holte Ludwig in der DTM-Wertung insgesamt 80 Punkte und damit Gesamtplatz drei. In der ITC-Wertung für Rennen im Ausland - damals Italien, Finnland, Großbritannien, Portugal und Frankreich - wurde Ludwig jedoch von seinem Marken-Kollegen Manuel Reuter geschlagen, der ebenfalls in einem Calibra an den Start ging. Die beiden Titel gingen damals aber an Bernd Schneider in der C-Klasse von Mercedes.

Mücke und Scheer bereits für das Abenteuer

Zurück ins Jahr 2022: Stefan Mücke hat sich den Allrad-Opel im Januar 2022 unter den Nagel gerissen und wieder ins Design und den Originalzustand der Saison 1995 überführt. Er und Scheer werden beim Auftakt der DTM Classic jedoch nicht nur den Opel, sondern auch einen Ford Sierra RS 500 fahren - sie werden wechselweise in den beiden Autos sitzen, was vom Reglement abgedeckt ist. Insgesamt sind zwei Rennen mit den klassischen Autos pro Wochenende vorgesehen.

"Einmal fahre ich den Ford und Ronny fährt den Opel, ein anderes Mal ist es umgekehrt", freut sich Mücke über sein Heimspiel, denn der Lausitzring liegt unweit der Basis des Teams in Rotberg. "Wir sind den Fans aus unserer Umgebung etwas schuldig und weil wir diesmal so viele Rennautos mitnehmen, wird es bei uns zuhause ganz schön leer aussehen, während wir zu unserem Heimspiel in der Lausitz antreten."

Doch was machte den Calibra aus, der erst im Jahr 1996 mit dem ITC-Gesamtsieg von Reuter so richtig in Schwung kam? Mit über 500 Pferdestärken des 2,5-Liter-V6 mit 12.000 Umdrehungen, einem Gewicht von maximal 1.060 Kilogramm und einer Länge von 4,673 Metern sowie einer Breite von 1,85 Metern war der Allrad-Opel ein echter Hingucker.

Es schließt sich der Kreis

Das Chassis kam von Williams, der Motor von Cosworth und die Elektronik von Bosch. Der "Phase4-"Calibra hatte in der Saison 1995 noch seine Kinderkrankheiten, trumpfte in der letzten ITC-Saison 1996 aber noch einmal so richtig auf. Damals gewann Reuter die Meisterschaft. Sein Debüt hat der Calibra-V6 schon im Jahr 1993 gefeiert, doch das weitreichende Update des Fahrzeugs folgte für die Saison 1995.

Der Rennstall von Rosberg ist bis heute ein fester Bestandteil des DTM-Zirkus. Rene Rast wurde mit dem Team in den Jahren 2017, 2019 und 2020 Meister der Class-1-Ära. Passend dazu wird auf dem Lausitzring eines der legendärsten Klasse-1-Autos aus dem 1990er-Jahren wieder zurück auf der Rennstrecke sein. Alle Opel-Fans dürften also mit der Zunge schnalzen ...

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