München/Spa - Beim Auftakt zum DTM-Wochenende in Spa-Francorchamps (live auf ProSieben und ran.de) zeigten sich die Ardennen von ihrer berühmten Seite: Dunkle Wolken, immer wieder Regentropfen. Und am Ende des zweiten Trainings, als es richtig zu schütten begann, hatte Porsche auf der 7,004 Kilometer langen Kultstrecke die Nase vorn.

Bernhard-Pilot Thomas Preining fuhr in 2:17.786 die Tagesbestzeit und lag damit um 0,025 Sekunden vor SSR-Markenkollege und Lokalmatador Laurens Vanthoor mit seiner Bestzeit aus den ersten 45 Minuten. Auch der dritte Porsche landete durch Platz sieben für Dennis Olsen im Gesamtergebnis im Vorderfeld. Dazu kommt, dass für die Renntage Regen angesagt ist, was dem 911 GT3 R traditionell liegen sollte.

Dritter wurde Grasser-Lamborghini-Pilot Mirko Bortolotti, der seine schnellste Runde wie Vanthoor im ersten Training fuhr. Der Zweitplatzierte in der Meisterschaft hatte am Ende 0,154 Sekunden Rückstand auf die Tages-Bestzeit.

Top 20 in einer Sekunde, Rückstand für AF-Corse-Ferrari

Der beste Audi-Pilot landete durch Kelvin van der Lindes vierten Platz mit 0,167 Sekunden Rückstand auf Platz vier - auch seine Runde stammte aus dem ersten Training. Dahinter landeten mit Nüburgring-Sieger Luca Stolz (+0,244) und Mikael Grenier (+0,247) die besten Mercedes-AMG-Piloten. 

Bester BMW-Pilot war Schubert-Pilot Philipp Eng, der am Ende mit 0,314 Sekunden Rückstand auf Platz acht kam, was zeigt, wie knapp die Abstände trotz der Streckenlänge waren. Die Top 20 lagen im Gesamtergebnis innerhalb einer Sekunde.

Nur Ferrari hatte beim Freitag-Training etwas Rückstand: Felipe Fraga und Nick Cassidy blieben in beiden Sessions unauffällig - am Ende war der Neuseeländer mit einer persönlichen Bestzeit von 2:18.805 aus dem ersten Training auf Rang 21. Sein Rückstand auf Preinings Tages-Bestzeit betrug 1,019 Sekunden. Sein brasilianischer Teamkollege rangierte direkte dahinter.

BMW-Stärke in den Sektoren 1 und 3

Wie es den Titelkandidaten ging? Während Bortolotti mit seiner Bestzeit aus dem ersten Training Zweiter wurde und sich in der zweiten Session auf Longruns konzentrierte, rangierten seine Rivalen eher im Mittelfeld. Winward-Mercedes-Pilot Lucas Auer, der in der Gesamtwertung Dritter ist, kam mit 0,459 Sekunden Rückstand auf Platz zehn, DTM-Leader Sheldon van der Linde fehlten im Schubert-BMW auf Platz 13 0,553 Sekunden.

Mit BMW sollte aber auf jeden Fall zu rechnen sein, wenn man das Qualifying und den zweiten Sektor hinbekommt: Denn die Piloten mit dem M4 GT3 haben in den schnellen Sektoren 1 und 3 die Nase vorne, verlieren aber im kurvigeren zweiten Sektor rund eine halbe Sekunde.

Dass man durch die Eau-Rouge-Senke, in der die meisten Piloten lupften, bis ans Ende der Kemel-Geraden und in der schnellen Schluss-Passage vor Start und Ziel so stark ist, hat auch mit der Motorleistung zu tun: Der Ladedruck des Boliden wurde zwar durch die angepasste Balance of Performance vor dem Spa-Wochenende etwas reduziert, doch bei der Topspeed-Messung erwies man sich am Trainingstag dennoch überlegen. 

BMW: Topspeed-Vorteil von vier km/h

Sheldon van der Linde kam im Schubert-BMW im zweiten Training auf eine Höchstgeschwindigkeit von 270 km/h und führt diese Rangliste vor seinem Markenkollegen Wittmann, Eng (jeweils 268 km/h) und Esteban Muth (267,3 km/h) an, der beim Heimspiel in einem speziellen Art-Car-Design unterwegs ist. Dadurch wird man im Rennen schwierig zu überholen sein.

Bester Nicht-BMW-Pilot ist Stolz im Mercedes-AMG GT3, der 266 km/h fuhr und damit genauso schnell war wie Markenkollegen Arjun Maini und AF-Corse-Ferrari-Pilot Fraga. Den schnellsten Audi-Piloten fehlen rund vier km/h, dem schnellsten Lamborghini sogar etwas mehr als sieben km/h.

Abt-Audi-Pilot Rene Rast, der in der Meisterschaft Vierter ist, landete am Ende mit 0,727 Sekunden Rückstand auf dem 15. Platz. Der Mindener dürfte dennoch gut vorbereitet sein, denn er absolvierte mit seinem Abt-Team gemeinsam mit Grasser und Rosberg Anfang August einen privaten Test auf dem Ardennen-Kurs.

Reifenschaden bei Nico Müller

Markenkollege Nico Müller, der im Rosberg-Audi Neunter wurde, verzeichnete 16 Minuten vor Ende des zweiten Trainings übrigens einen Reifenschaden rechts hinten und humpelte daraufhin an die Box. Das Überfahren der Randsteine und die neuen Kiesbetten sorgen dafür, dass die Michelin-Pneus leicht in Mitleidenschaft gezogen werden können. 

Die neuen Kies-Auslaufzonen sorgen auch dafür, dass sich die Tracklimits in vielen Kurven natürlich ergeben. Sie werden in der Linkskurve ausgangs Eau Rouge überwacht, wo die Piloten zunächst mit dem rechten Reifen auf dem Randstein bleiben müssen, ehe sie dann mit dem linken Reifen auf dem äußeren Randstein berühren müssen, damit die Rundenzeit im Qualifying gilt.

Weitere Kurven, in denen es Strafen geben könnte: Die schnelle Linkskurve vor Blanchimont und Blanchimont, in denen die Fahrer mit dem rechten Reifen auf dem Randstein bleiben müssen. Und auch im zweiten Teil der Rechts-Links-Schikane vor Start-Ziel, in der man mit dem linken Reifen den Randstein berühren muss.

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