Audi steigt 2021 aus der DTM aus. - Bildquelle: imago images/Kr‰lingAudi steigt 2021 aus der DTM aus. © imago images/Kr‰ling

München – Die DTM muss inmitten der Coronakrise einen weiteren Rückschlag verkraften: Audi hat den Rückzug aus der Tourenwagenserie für 2021 angekündigt. Dies hat der Vorstand der Audi AG auch vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Herausforderungen infolge der Corona-Pandemie beschlossen und der DTM am Montag mitgeteilt. Damit bleibt – Stand jetzt – für das kommende Jahr nur BMW übrig. Ende Januar war bereits Aston Martin ausgestiegen, das Privatteam R-Motorsport damals allerdings mit sofortiger Wirkung.  

Wichtig dabei: Audi wird die Saison 2020 noch mit über die Bühne bringen, sofern es die Pandemie zulassen sollte. Für 2021 steht die Formel E und der Kundensport im Mittelpunkt der Motorsport-Aktivitäten Audis.

"Audi hat die DTM geprägt und die DTM hat Audi geprägt. Das demonstriert, welche Power im Motorsport liegt – technologisch und emotional", teilte Markus Duesmann, Vorsitzender des Vorstandes der Audi AG, in einem Statement mit. "Mit dieser Energie werden wir unseren Wandel zum Anbieter sportlicher, nachhaltiger Elektromobilität vorantreiben. Wir fokussieren uns deshalb auch auf der Rennstrecke und fahren konsequent um den Vorsprung von morgen. Die Formel E bietet dafür eine sehr attraktive Plattform. Ergänzend prüfen wir für die Zukunft weitere progressive Motorsport-Formate."

Besondere Herausforderungen

Die DTM wurde auf dem falschen Fuß erwischt. "Heute ist ein schwieriger Tag für den Motorsport in Deutschland und Europa", sagte DTM-Chef Gerhard in einem Statement. "Ich bedaure die Entscheidung von Audi, sich 2021 aus der DTM zurückzuziehen, außerordentlich. Sie ist zu respektieren, auch wenn die Kurzfristigkeit, mit der diese Entscheidung mitgeteilt wurde, mich und unseren weiteren Partner BMW vor besondere Herausforderungen stellt." 

Kritik an dem überraschenden Rückzug konnte sich Berger nicht verkneifen. "Hier hätten wir uns - gerade in Corona-Zeiten - ein Vorgehen im Sinne unserer gemeinsamen Gesellschaft gewünscht. Nun ist die Situation zusätzlich verschärft, und die Zukunft der DTM wird sehr stark davon abhängen, wie die Partner und Sponsoren auf diese Entscheidung reagieren", so Berger weiter: "Umso mehr erwarte ich mir jetzt von Audi eine ordnungsgemäße, verantwortungsvolle und partnerschaftliche Abwicklung des geplanten Ausstiegs. Bis dahin gilt mein ganzes Engagement der Rennsaison 2020. Wir möchten so schnell wie möglich Planungssicherheit für die Teams, die hunderttausende Fans, die Sponsoren und alle Mitarbeiter schaffen, deren Arbeitsplätze an der DTM hängen."

2019 war das erfolgreichste Jahr in der DTM für Audi. René Rast holte den Fahrertitel, das Team Rosberg den Teamtitel und Audi zudem überlegen den Herstellertitel. Seit dem ersten Einstieg in die DTM 1990 gingen in 23 Jahren (1990 bis 1992, 2000 bis 2019) insgesamt elf Fahrer-, sieben Team- und fünf Herstellertitel nach Ingolstadt. In 310 Rennen feierte Audi 114 Siege und 345 Podiumsplätze.

An diese Erfolge wolle man 2020 anknüpfen und sich mit einer erfolgreichen Titelverteidigung in allen drei Meisterschaften von den DTM-Fans verabschieden, hieß es weiter. "Wir hoffen, dass sich die aktuell schwierige Situation schnell bessern wird und wir in diesem Jahr noch einige DTM-Rennen fahren können", sagt Entwicklungsvorstand Hans-Joachim Rothenpieler. "Das hätten die Fans verdient, die ITR, unsere Fahrer und auch unsere Teams und Partner, die nun ausreichend Vorlauf haben, um sich für die Zeit nach 2020 neu aufzustellen. Erfolgreicher Motorsport ist ein wichtiger Teil der Audi-DNA und wird dies auch bleiben."

Geisterrennen als einzige Möglichkeit

Die Saison 2020 (live und exklusiv in SAT.1 und auf ran.de) hätte ursprünglich am vergangenen Wochenende in Zolder starten sollen, der Auftakt wurde aber auf Mitte Juli auf den Norisring verlegt. In Stein gemeißelt ist das allerdings auch nicht, da Großveranstaltungen in Deutschland bis zum 31. August untersagt sind. 

Ob Geisterrennen für die DTM, die auf die Einnahmen angewiesen ist, eine wirtschaftlich machbare Alternative sind, ist die große Frage. Berger hatte Rennen unter Ausschluss der Öffentlichkeit zuletzt zumindest nicht ausgeschlossen. 

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