Teambesitzer Hubert Haupt holt Ex-HWA-Chef Ulrich Fritz an Bord - Bildquelle: HRTTeambesitzer Hubert Haupt holt Ex-HWA-Chef Ulrich Fritz an Bord © HRT

München - Spektakuläre Verstärkung für das Haupt-Racing-Team: Mit Ulrich Fritz kommt nun der Mann zum Mercedes-AMG-Kundenteam, der von 2014 bis zum Ausstieg im Jahr 2018 das Mercedes-Engagement in der DTM leitete. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der HWA AG, der Ende 2020 gehen musste, folgt - wie das Team in einer Pressemitteilung bekanntgab - Rennfahrer Hubert Haupt als Geschäftsführer nach.

Haupt, der den GT3-Rennstall im Vorjahr von Black Falcon übernommen hatte und damit dieses Jahr in die DTM einsteigt, wolle sich künftig wieder mehr auf seine Rolle als Rennfahrer fokussieren. Fritz soll die operativen Geschäftsfelder des Unternehmens übernehmen und die strategische Weiterentwicklung vorantreiben.

Gut besetzte Führungsetage für ein GT3-Team

Denn das Mercedes-AMG-Kundenteam, das diese Saison neben der DTM auch in der GT-World-Challenge Europe und beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring startet, hat große Ziele: "HRT soll sich in den kommenden Jahren zum Referenzteam im internationalen GT-Sport entwickeln sowie sich als Unternehmen mit neuen Projekten noch breiter aufstellen und wachsen."

Die Personalie Fritz ist insofern interessant, da das im Nürburgring-Gewerbepark ansässige Team mit Gründer Haupt, Teamchef Sean Paul Breslin, Technikchef Marvin Wagner und Chefingenieur Renaud Dufour bereits zahlreiche Leute in Führungspositionen hat, während man nur rund eine Handvoll festangestellter Mechaniker beschäftigt. Die Struktur soll allerdings unverändert bleiben.

Fritz, unter dessen Führung Mercedes von 2015 bis 2018 fünf DTM-Titel eingefahren hat und der daraufhin mit HWA den Mercedes-Einstieg in die Formel E vorbereitete, hat auch Kundensport-Erfahrung, schließlich leitete er 2010 den Aufbau des AMG-Kundensportprogramms mit dem Mercedes SLS AMG GT3.

Fritz will aus Team breit aufgestelltes Unternehmen formen

Vor allem mit dem Mercedes-AMG-GT3-Programm, aber auch mit der Teilnahme an der DTM schließt sich für mich der ein oder andere Kreis", verweist Fritz auf seine Vergangenheit. "Doch meine Aufgaben gehen weit darüber hinaus: Es geht darum, HRT in die Zukunft zu führen und aus einem jetzt noch kleinen Team ein breit aufgestelltes und erfolgreiches Unternehmen zu formen. Eine enorm reizvolle Herausforderung mit viel Gestaltungsspielraum!"

Fritz, der sich über das Vertrauen von Teamgründer Haupt und die neue Aufgabe freut, kennt laut eigenen Angaben alle Verantwortlichen "schon lange" und habe "immer gut mit ihnen zusammengearbeitet - daran möchte ich anknüpfen."

Zudem würdigt er die Entwicklung des Team, das aus dem GT3-Programm von Black Falcon hervorging: "Was HRT innerhalb von wenigen Monaten auf die Beine gestellt hat, ist wirklich beeindruckend und zeigt, mit Wie viel Herzblut hier alle Beteiligten bei der Sache sind."

Haupt: "Aufgabe wie geschaffen für so versierten Experten"

Der 51-jährige Immobilienunternehmer Haupt, der drei Jahrzehnte nach seinem DTM-Debüt dieses Jahr als Gaststarter im eigenen Team ein Comeback geben möchte, gibt das Kompliment zurück: "Uli Fritz bringt einen reichen Erfahrungsschatz und starke Führungsqualitäten in das Haupt-Racing-Team ein. Seine Einstellung als Geschäftsführer ist eine wichtige Weichenstellung für die erfolgreiche Zukunft von HRT."

Da man sich in Zukunft nicht sportlich als Rennteam weiterentwickeln wolle, sondern auch als "international tätiges Motorsportunternehmen und innovativer Entwicklungspartner" positionieren möchte, sei die Aufgabe "wie geschaffen für einen so versierten Experten" wie Fritz. "Ich freue mich, ihn an Bord zu haben."

Auch Teamchef Breslin, der schon zu Black-Falcon-Zeiten an Bord war, sieht die Personalie positiv: "Ich kenne Uli Fritz gut und schätze ihn als Mann der Praxis und echten Kenner der Materie. Es ist immer ein Vorteil, wenn sich der Geschäftsführer nicht nur mit Zahlen auskennt, sondern auch Benzin im Blut hat."

Das Haupt-Team wird dieses Jahr in der DTM mit zwei Mercedes-AMG GT3, die von Routinier Maximilian Götz und Youngster Vincent Abril pilotiert werden, an den Start gehen. Neben GruppeM und Winward wird man als eines von drei Teams Werksunterstützung von Mercedes-AMG erhalten.

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