So sieht der neue dritte Abt-Pilot aus: Feller macht das Rennen um das Topco... - Bildquelle: AabtSo sieht der neue dritte Abt-Pilot aus: Feller macht das Rennen um das Topcockpit. © Aabt

München - Die Entscheidung im Stechen um das dritte Abt-Audi-Cockpit ist gefallen: Der Schweizer Ricardo Feller, der vergangene Saison gemeinsam mit Christopher Mies bei Land-Motorsport das ADAC GT Masters gewonnen hat, hat das Rennen um den begehrten DTM-Sitz gemacht.

Damit setzt sich der 21-Jährige im Kampf um die Nachfolge von Sophia Flörsch unter anderem gegen den Belgier Esteban Muth durch, der im Vorjahr im T3-Lamborghini mit spektakulären Überholmanövern für Furore sorgte. Der 20-Jährige hatte ebenfalls mit Abt verhandelt.

"Mein Traum war von Anfang an die DTM", freut sich Feller. "Ich habe versucht, den Traum zu realisieren und die Botschaft entsprechend platziert. Es ist cool, dass dieser Traum bei Abt Sportsline Realität wird. Ich will mich mit den Besten messen - und die fahren aktuell in der DTM. Ich finde es schön, nach dem GT-Masters-Gewinn nun den Schritt in die DTM machen zu können."

Feller war auch bei Mercedes-AMG Thema

Das Abt-Trio ist mit Feller komplett, denn mit Vizemeister Kelvin van der Linde und Comeback-Star und Ex-Champion Rene Rast wurden bereits zwei Hochkaräter für die Saison 2022 bestätigt. Ein spannendes internes Kräftemessen ist also garantiert.

Für das Traditionsteam aus Kempten bedeutet das Engagement von Rohdiamant Feller auch einen Erfolg gegen Mercedes-AMG, denn die Marke mit dem Stern hatte seine Fühler ebenfalls nach der heißen GT3-Aktie ausgestreckt.

Feller kam am 11. November 2021, also nur vier Tage nach dem Titelgewinn im ADAC GT Masters, beim Young-Driver-Test der AMG-Teams in Le Castellet zum Einsatz und saß dort im Winward-Mercedes von Philip Ellis. Am Ende entschied sich der Sohn eines Autohändlers aber gegen einen Herstellerwechsel.

Trotz seines jungen Alters hat Feller bereits sechs Jahre GT3-Erfahrung auf dem Buckel: Der Aargauer stieg 2016 nach einem Jahr in der deutschen Formel 4 als Mitglied von Audi Sports inzwischen eingestellter Racing-Academy in das ADAC GT Masters ein. Zu diesem Zeitpunkt war er mit erst 16 Jahren der jüngste Pilot in der Geschichte der GT3-Serie. Und nannte schon damals die DTM als sein Ziel.

Sechs Jahre Erfahrung im Audi R8 LMS

2016 und 2017 fuhr er für die damaligen Audi-Teams TKL und Mücke, 2019 ging er zum Land-Motorsport-Team und feierte dort ebenfalls im R8 LMS seinen ersten von insgesamt vier Siegen. Nach einem erneuten Intermezzo im Jahr 2020 bei Mücke kehrte er 2021 zu Christian Land zurück und holte mit Mies, mit dem er sich 2019 den Land-Audi bereits in der IMSA-SportsCar-Championship geteilt hatte, den Titel.

Beeindruckend waren 2021 vor allem seine starken Qualifyings, in denen er einen stärken Eindruck machte als Mies. Zudem bewies der Youngster im harten Titelkampf Nervenstärke und machte kaum Fehler. Neben sechs Jahren Erfahrung im Audi R8 LMS saß Feller 2020 und 2021 auch im Lamborghini Huracan GT3 Evo des Emil-Frey-Teams und trat für seine Landsleute in der GT-World-Challenge Europe und in der Intercontinental GT-Challenge an.

Bislang war Feller auch deswegen begehrt gewesen, weil er mit Fortdauer seiner Karriere immer besser mit den GT3-Topleuten mithalten konnte und als Fahrer der niedrigeren FIA-Kategorie Silber auch an der Seite eines Werksfahrers mit Platin-Status im Vergleich zu anderen Toppaarungen für einen Gewichtsvorteil sorgte.

Wie geht es mit Esteban Muth weiter?

Durch seinen Titel im ADAC GT Masters hat er zwar nun Gold-Status, in der DTM spielt das aber ohnehin keine Rolle, weil nur ein Fahrer pro Auto zum Einsatz kommt und es abgesehen vom Erfolgsballast für die Top 3 des vorangegangenen Rennens keine Gewichtsunterschiede zwischen gleichen Fahrzeugen gibt.

Doch was bedeutet Fellers Abt-Engagement für Cockpitrivale Muth? Der Belgier ist offenbar auch beim Rosberg-Rennstall im Gespräch und könnte das Rennen um das Cockpit an der Seite von Nico Müller machen. Der Rosberg-Verbleib des Schweizers gilt nach der Abt-Bestätigung von Rene Rast als sicher.

Zudem ist auch nicht ausgeschlossen, dass Muth ein weiteres Jahr bei T3 Motorsport absolviert. Das Dresdner Team möchte auch 2022 mit dem Lamborghini Huracan GT3 Evo in der DTM antreten, obwohl man dieses Jahr keine Werksunterstützung durch die italienische Sportwagenmarke und Audi-Tochter erhält.

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