Der 36-jährige Ex-DTM-Sieger Maxime Martin ist auch ein absoluter GT3-Spezia... - Bildquelle: BMWDer 36-jährige Ex-DTM-Sieger Maxime Martin ist auch ein absoluter GT3-Spezialist © BMW

Nach fünf Jahren bei Aston Martin ist Ex-DTM-Pilot Maxime Martin für 2023 als Werksfahrer in seine alte Heimat bei BMW zurückgekehrt. Der Belgier wird diese Saison gemeinsam mit Superstar Valentino Rossi und dem WRT-Team in der Sprintserie der GT-World-Challenge Europe starten, in der Langstreckenserie stößt Augusto Farfus dazu.

Zwischen den Kalendern der SRO-Serien und der DTM gibt es keine Überschneidungen. Wäre also ein Comeback in der DTM für Martin vorstellbar? "Es ist alles offen", sagt der 36-Jährige, der von 2014 bis 2017 in 64 DTM-Rennen mit den damaligen Prototypen drei Siege einfuhr, im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Ich habe damals eine sehr gute Ära erwischt, aber die DTM bleibt die DTM", verweist er auf den Wechsel von Class-1 auf GT3-Boliden. "Ich hätte nichts dagegen, Teil dieser Meisterschaft zu bleiben. Das Format mit einem Fahrer, der pusht, ist nach wie vor gut. Das mag ich auch. Aber ich würde dafür nicht mit den ganzen Langstrecken-Einsätzen aufhören", stellt Martin klar.

Maxime Martins Herz hängt am Langstreckensport

Denn sein Herz schlage weiterhin für die Langstrecke. "Das ist so richtig meins", sagt er. "Das bevorzuge ich. Ich liebe die DTM - und ich habe sie geliebt. Ich würde nicht nein sagen, aber ich würde nicht alles dafür aufgeben."

Martin fuhr in den ersten zwei Jahren seiner DTM-Karriere für Stefan Reinholds RMG-Team und kam beide Male auf Platz sieben, die zweite Hälfte absolvierte er beim belgischen RBM-Team von Bart Mampaey und wurde zweimal Achter.

"Alle vier DTM-Jahre waren großartig", sagt er heute mit leuchtenden Augen. "Ich treffe heute immer noch viele Leute, die damals dabei waren. Das war eine wirklich tolle Meisterschaft."

"Das war die beste Zeit der DTM"

Ob die Autos besser waren als die heutigen GT3-Autos? "Ja", antwortet er. "Und auch das Racing war so eng. Das Delta im Qualifying war sehr gering. Als ich einstieg, gab es 24 Fahrer in der Serie. Und alle waren Werksfahrer. Das war das bestmögliche Niveau, was Feld, Fahrer und alles andere angeht."

"Die Teams, die Vorbereitung, das Commitment der Hersteller - das war die beste Zeit der DTM. Ich bin aber in meiner gesamten Karriere Langstreckenrennen gefahren - wie Nürburgring oder Spa. Deswegen bin ich dabei geblieben und ich liebe diese Art von Racing. Darin steckt mein Herzblut. Ich habe meine ganze Karriere darum aufgebaut."

Martin outet sich als Fan der kurzen Turbo-Ära der DTM

Dennoch habe er die DTM auch nach seinem Ausstieg verfolgt. Und vor allem die Turbo-Boliden, die 2019 eingeführt wurden und wegen der hohen Kosten nach der Saison 2020 das Ende der Hersteller-Ära ausgelöst haben, haben es ihm angetan.

"Das war eine richtig gute Sache", sagt er. "Ich bin diese Autos zwar nie gefahren, aber von außen hat man gesehen, dass sie schwierig zu fahren sind. Die Autos, die Geschwindigkeit, die Rennen - das war richtig gut. Leider hat man nicht weitergemacht, denn es kamen keine Hersteller."

Wie er die GT3-Ära wahrnimmt? "Die aktuelle Ära ist anders", sagt er. "Es ist gut, dass es diese Rennen mit einem Fahrer pro Auto gibt, die Boxenstopps, bei denen das Team den Unterschied machen kann - und auch das Format ist nach wie vor gut. Es gibt eben gerade einen Markt im GT-Bereich. Da können die Hersteller Autos verkaufen, es gibt mehr Teams, die diese Autos einsetzen."

GT3 sei weltweit aktuell "die beste Plattform", findet Martin. Rein aus Fahrersicht würde er aber "auf jeden Fall die Class-1-Autos bevorzugen", legt er sich fest.

Martins Appell: "Hersteller müssen sich an DTM beteiligen"

Was er von einer DTM mit Elektro-Prototypen halten würde? "Schwierig zu sagen", antwortet er. "Wenn du mit einem komplett neuen Projekt anfängst, dann ist das schön, aber du hast wieder das Problem, dass du die Entwicklungskosten stemmen musst. Und wir wissen nicht, wohin die Hersteller gehen. Politisch pusht jeder für Elektro, aber es gibt keine echte Struktur."

Martin würde es daher für richtig halten, "an GT3 festzuhalten, aber die Hersteller müssen sich weiter in der DTM beteiligen, damit sie überlebt", fordert er. "Wenn das ab morgen reiner Kundensport wäre, dann würde der wirtschaftliche Aspekt zum Problem werden. Mit nur einem Fahrer ist das Business-Modell eines Teams nicht das gleiche wie mit zwei Fahrern. Daher braucht es die Hersteller."

Welchen Moment aus seinen vier DTM-Jahren, in denen er neben den drei Siegen drei Poles, zehn Podestplätze und 363 Punkte einfuhr, als seine bisher beste DTM-Erinnerung bezeichnen würde? "Mit Sicherheit mein erster Sieg", denkt er nicht lange nach.

"Das war definitiv der beste - in Moskau, in meinem ersten Jahr", verweist er auf den Sieg von der Pole im erst fünften DTM-Rennen. "In meiner letzten Saison wurde ich Zweiter und Erster am Norisring - am gleichen Wochenende. Das war auch ganz gut. Ich war auf der Pole und wurde Zweiter. Und dann habe ich von P4 das Rennen gewonnen. Ich war am ganzen Wochenende sehr stark."