München - Zwei Tage nach Esteban Muths Bekanntgabe, bei den letzten beiden DTM-Wochenenden in Spielberg (Freitag bis Sonntag live auf ProSieben und ran.de) und Hockenheim wegen eines dringenden chirurgischen Eingriffs nicht an den Start gehen zu können, hat Walkenhorst einen Nachfolger gefunden.

Dabei handelt es sich um den 23-jährigen Erlenbacher Leon Köhler.

"Wir freuen uns, mit Leon für Spielberg einen Ersatzmann gefunden zu haben", sagt Walkenhorst-Teamchef Niclas Königbauer im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

Ob der Youngster auch beim Finale in Hockenheim am Start sein wird? "Das ist jetzt mal für Spielberg, weil alles so kurzfristig war", antwortet er. "Alles andere werden wir dann im Nachgang sehen."

Köhler wird mit Muths bisherigem Fahrzeug-Design und auch mit der Startnummer 10 des Belgiers an den Start gehen, der sich - so die Informationen des Teams - beim Kampfsport einen Bluterguss am Ohr zugezogen hat und operiert werden musste.

Wer ist Leon Köhler? Spezialist für Spielberg-Notfälle!

Es ist nicht das erste Mal, dass Köhler, dem durchaus Talent attestiert wird, kurzfristig in Spielberg einspringt: Denn erst vor vier Monaten benötigte das Porsche-Team ID Racing im ADAC GT Masters nach dem Ausstieg von Klaus Bachler und Robert Renauer einen Ersatzmann - und der Youngster wurde ebenfalls erst wenige Tage vor dem Wochenende als Partner von Jaxon Evans engagiert.

Es handelte sich um seinen ersten GT3-Einsatz - und er zog sich dabei mit den Plätzen 15 und 16 auch in Anbetracht des wenig konkurrenzfähigen Teams durchaus achtbar aus der Affäre.

Danach trat er auch beim 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife gemeinsam mit Ex-DTM-Champion Timo Scheider, Jan-Erik Slooten und Luca Engstler im Cup-Porsche von Phoenix an und sammelte danach im Car-Collection-Audi in der Nürburgring-Langstrecken-Serie NLS weitere GT3-Erfahrung.

Dabei schien die Karriere Köhlers Anfang dieses Jahres fast vorbei: 2020 und 2021 wurde er jeweils Dritter im deutschen Porsche-Carrera-Cup, 2019/2020 holte er den Titel in der Porsche-Sprint-Challenge Middle-East und 2021 wurde er Fünfter im Porsche-Supercup. In die Juniorensichtung des Herstellers wurde er aber trotz der starken Leistungen nicht eingeladen.

Teamchef guter Dinge: "Kennt den Red-Bull-Ring ganz gut"

Daraufhin entschied er sich 2022, nach drei Jahren nicht mehr in den Porsche-Cups anzutreten - für große andere Programme fehlte allerdings das Geld. Nun hat er die Chance, sich in der DTM zu beweisen, allerdings ohne Vorerfahrungen im BMW M4 GT3.

"Er kennt den Red-Bull-Ring ganz gut, denn er ist dort neben dem GT-Masters auch im Carrera-Cup gefahren. Jetzt schauen wir, dass er den BMW besser kennenlernt", so Königbauer über die Ausgangslage.

Er ist froh, in so kurzer Zeit eine Lösung gefunden, zu haben. "Alles war sehr kurzfristig - und daher war es gar nicht so einfach", sagt der Walkenhorst-Teamchef. "Esteban hat den Post gemacht, dass er nicht fahren kann. Und wir haben ja auch das Problem, dass viele Veranstaltungen stattfinden", spielt er darauf an, dass das ADAC-GT-Masters dieses Wochenende am Sachsenring und die ELMS in Spa-Francorchamps gastiert.

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