Thiim hat die Hoffnung nicht aufgegeben, mit dem Aston Martin DTM zu fahren - Bildquelle: SROThiim hat die Hoffnung nicht aufgegeben, mit dem Aston Martin DTM zu fahren © SRO

Nicki Thiim hat seinen DTM-Traum trotz einiger Rückschläge noch nicht aufgegeben: Der Sohn von DTM-Legende Kurt Thiim, der vergangene Saison die ersten zwei Saisonwochenenden im T3-Lamborghini bestritt, ehe er wegen der enttäuschenden Leistungen von einer Ausstiegsklausel Gebrauch machte und das Team verließ, will 2023 einen weiteren DTM-Anlauf nehmen.

"Definitiv, das ist mein größter Traum", sagt der 33-jährige Däne im Gespräch mit den englischen Kollegen von unserem Schwesterportal 'Motorsport.com'. "Ich möchte dort ein ordentliches Jahr mit einem ordentlichen Team absolvieren. Und all der Unterstützung, die ich kriegen kann, von wem auch immer."

Diesbezüglich sei er aber von seinem Arbeitgeber Aston Martin und potenziellen Kundenteams abhängig. "Wir haben darüber bereits gesprochen", so der Aston-Martin-Werksfahrer. "Wenn ein Kundenteam kommt und der Meinung ist, dass es ein schönes, schnelles Auto ist, dann werden sie es machen. Ich bin sicher, dass es passieren kann."

Nach Martins Abgang: Thiim will bei Aston Martin bleiben

Schon vor dem missglückten Versuch, mit dem später in finanzielle Probleme geschlitterten T3-Team und einem Lamborghini in die DTM einzusteigen, hatten es Thiim und sein Manager Dennis Rostek probiert, mit Aston Martin ein Paket zu schnüren. Doch das mit Toksport WRT geplante Projekt kam nie zustande, weshalb er die Freigabe seines Arbeitgebers für einen Einsatz mit einem anderen Hersteller erhielt.

Nach dem T3-Aus versuchte man es noch einmal, einen Aston Martin Vantage GT3 mit der britischen TF-Sport-Truppe von Tom Ferrier zumindest für Gaststarts in der zweiten Saisonhälfte startklar zu machen, doch auch dieser Anlauf scheiterte.

Dass die Situation bei Aston Martin aktuell nicht einfach ist, beweist auch der Wechsel von Werksfahrer-Kollege Maxime Martin zu BMW. Wie es diesbezüglich bei Thiim aussieht? "Ich bin immer noch an Aston gebunden und bin hier glücklich", sagt der Le-Mans-Klassensieger und zweimalige GTE-Pro-Champion der WEC, der 2022 in der GTE-Am-Klasse der Langstrecken-WM Zweiter wurde und abgesehen davon zahlreiche GT3-Rennen fuhr. "Ich lebe meinen Traum."

Thiim freut sich auf letzte GTE-Saison vor GT3-Wechsel

2023 will Thiim neben der DTM noch einmal im Aston Martin Vantage AMR die WEC und die 24 Stunden von Le Mans bestreiten, ehe die GTE-Boliden ins Museum gestellt werden. "Ich hoffe, dass ich das letzte Jahr mit diesen richtigen Rennautos - oder GT-Autos - genießen kann", verweist er auf die Boliden, die weder über ABS noch über Traktionskontrolle verfügen.

"Es erfüllt mich mit Stolz, Teil dieser Geschichte gewesen zu sein, bevor man auf GT3 wechselt, was viel kundenorientierter ist." Thiim rechnet damit, dass Aston Martin auch 2023 in der WEC vertreten sein wird - und könnte es sich vorstellen, erneut mit dem Northwest-AMR-Team rund um Paul Dalla Lana, das von Prodrive umgesetzt wird, in der GTE-Am-Klasse zu starten.

"Mal schauen, ob Paul weitermachen will, oder jemand anderer kommt", sagt er. "Es ist noch zu früh, um darüber zu sprechen." Nach dem GTE-Aus könnte sich Thiim vorstellen, ab 2024 in der neuen GT3-Klasse in der WEC und in Le Mans anzutreten. "GT-Rennen waren immer meine Spezialität, also warum nicht?", so Thiim.

"Ich bin sicher, dass Aston immer ein Topteam bringen wird. Selbst wenn es keine komplette Pro-Klasse geben wird, fährt man immer noch um die Meisterschaft. Was besseres kann man sich als GT-Fahrer nicht wünschen."

Thiim trauert Valkyrie-LMH-Projekt nach

Dennoch trauert er der Tatsache nach, dass Aston Martin nicht wie ursprünglich vorgesehen mit dem Valkyrie-Projekt in die Hypercar-Klasse einsteigt und um den Le-Mans-Gesamtsieg fährt. "Ich träume immer noch davon, dass Aston das getan hätte, mit Valkyrie", gibt er zu. Schauen wir mal, was in Zukunft passiert. Ich bin aber loyal zur Aston-Familie, so wie ich das schon jahrelang bin."

Auch mit anderen Herstellern habe er laut eigenen Angaben nicht über ein Hypercar-Engagement gesprochen. Und auch eine Freigabe für eventuelle LMP2-Einsätze steht für ihn nicht im Vordergrund. "Da hat man immer irgendwelche Überschneidungen", sagt Thiim. "Allein das ist schon schwierig. Ich bin hier bei Aston glücklich - und würde nicht mal darüber nachdenken."

Ob er irgendwann seine Karriere bei Aston Martin beenden wolle? "Ich hoffe immer noch, dass ich viele Jahre vor mir habe", antwortet er. "Aber mal sehen. Das hängt von vielen Dingen ab, in diesem Geschäft kann man das nie sagen. Es ist nicht wie im Fußball, wo die Wahl leichter fällt, wenn man auf Topniveau ist."