Teamchef Timo Bernhard hatte bei Thomas Preinings Norisring-Sieg großen Ante... - Bildquelle: Motorsport ImagesTeamchef Timo Bernhard hatte bei Thomas Preinings Norisring-Sieg großen Anteil © Motorsport Images

Es dauerte zwei Rennwochenenden, ehe bei Porsche und beim Bernhard-Team in der DTM der Knoten platzte: In Imola kämpfte Thomas Preining erstmals um einen Podestplatz, auf dem Norisring folgte dann ein souveräner Sieg - und damit die große Porsche-Sternstunde.

Was allerdings nur wenige wissen: Auslöser des Aufwärtstrends beim Bernhard-Team, das die Top-Mannschaft SSR Performance bislang in den Schatten stellte, war ein privater Testtag von Teamchef und Ex-Le-Mans-Sieger Timo Bernhard vor dem Imola-Wochenende.

"Ich wollte Hilfe leisten, denn ich habe in der Vergangenheit nicht nur Set-up-Arbeit gemacht, sondern auch dabei geholfen, Autos zu entwickeln", erklärt der zweimalige Le-Mans-Gesamtsieger, der eigentlich Ende 2019 seine aktive Karriere beendet hatte, seine Beweggründe für den Test in Hockenheim.

"Wir haben vielleicht zwei Zehntel gefunden"

Das bedeute nicht, dass der Routinier dem erst 23-jährigen Preining bei der Arbeit mit dem Team nicht vertraue. "Das war einfach ein Input, den wir nutzen konnten, um ein paar Kleinigkeiten beim Set-up und bei der Ausrichtung zu lösen. Das war mit Thomas abgestimmt - und das hat uns in Hinblick auf die veränderte Performance ab Imola auch geholfen", ist Bernhard im Gespräch mit den Kollegen von unserem Schwesterportal 'Motorsport.com' überzeugt.

Tatsächlich hat das Team danach vor allem im Qualifying einen Sprung nach vorne gemacht, denn an den ersten beiden Rennwochenenden war ein 18. Startplatz am Lausitzring das Highlight, ehe Preining den 911 GT3 R in Imola auf Startplatz drei stellte.

"Wenn man es herunterbricht, dann haben wir vielleicht zwei Zehntel gefunden", verweist Bernhard auf seinen Test. "Aber dadurch machst du einen Sprung nach vorne von P15 auf P3 im Qualifying. Das kann den Unterschied machen und das sind wirklich diese kleinen Details, um die es in der DTM geht. Wir haben also etwas Tempo gefunden - und dann konnte Thomas das ausführen und das Auto so fahren, wie er es mag."

Timo Bernhard: Warum er wichtigen Input geben kann

Warum Bernhard diesbezüglich einen wichtigen Beitrag leisten konnte? Preining sei "superschnell", stellt der Teamchef klar. "Und er hat genau das richtige gespürt. Aber wenn du 23 Jahre alt bist, dann hast du weniger Erfahrung als ich mit meinen 41 Jahren, wenn es darum geht, wie man was bewirkt und wie man die Dinge kombiniert."

Diese "Detail- und Set-up-Arbeit" habe Bernhard schon in seiner aktiven Karriere "genossen. Es waren gute Zeiten, Autos zu entwickeln - ob LMP1- oder GT-Autos. Darin habe ich besonders Übung - und dabei kann ich einen Unterschied machen", weiß er.

Bernhard ist nun überzeugt davon, dass der Testtag in Hockenheim, den man in unterschiedliche Segmente unterteilt hatte, "wirklich geholfen hat" und für die zweite Saisonhälfte eine gute Basis bietet. "Als wir nach Imola kamen, hatten wir eine gute Balance - und haben das Set-up am verbleibenden Wochenenden nur noch im Detail geändert", gibt er Einblicke.

Der Norisring sei zwar eine Porsche-Strecke gewesen, "aber dennoch können wir in der verbleibenden Saison ein starker Kandidat für die Top 5 sein - und wir wollen auf das Podest", gibt Bernhard die Marschroute vor.