Bergauf, bergab, das ist typisch für Portimao - Bildquelle: Motorsport ImagesBergauf, bergab, das ist typisch für Portimao © Motorsport Images

Der DTM-Saisonauftakt 2022 hat es gleich mal in sich: Zum ersten Mal in ihrer Geschichte macht die Rennserie auf dem Autodromo Internacional do Algarve in Portimao Halt. Die anspruchsvolle Achterbahn stellt eine besondere Herausforderung dar und erlebt nicht zuletzt dank der Corona-Pandemie einen regelrechten Boom.

Nachdem der Kurs jahrelang nur im Kalender der Superbike-WM ein Fixpunkt war, haben seit 2020 die Formel 1, die MotoGP und die Langstrecken-WM FIA WEC den Weg nach Portimao gefunden. Nun auch die DTM, die bei den Testfahrten am Dienstag und Mittwoch erste Eindrücke sammeln konnte. Und die fallen durchweg positiv aus.

"Ich finde die Strecke extrem cool. Es geht bergauf und bergab und gibt einen guten Mix zwischen mittelschnellen und langsamen Kurven und der sehr schnellen letzten Kurve. Es gibt einem sehr viel, hier eine gute Runde zu fahren, wenn man das hinbekommt. Das fühlt sich hier großartig an", schwärmt Schubert-BMW-Pilot Philipp Eng.

Und sein österreichischer Landsmann Thomas Preining pflichtet ihm bei: "Wenn es darum geht, eine schnelle Runde zu fahren, ist die Strecke fantastisch. Es ist eine Achterbahn und extrem schwierig, dass alles perfekt passt und man eine komplette Runde auf hohem Niveau hinkriegt."

Portimao: Herausforderung Mittelsektor

Besonders anspruchsvoll ist der Mittelsektor ab Kurve 5, der Haarnadel am Ende der Gegengeraden. Von da an folgt eine Kurve auf die nächste. Erschwerend kommt hinzu, dass es permanent bergauf und bergab geht, einige Kurven sind daher sehr spät einsehbar. In diesem Streckenabschnitt sei es laut Eng "etwas schwierig, nah ranzufahren, denn die Aerodynamik der GT3-Autos ist schon sehr fortschrittlich."

"Man kann aber auf jeden Fall viel näher ranfahren als in den Class-1-Zeiten", so der Österreicher weiter. "Und im letzten Sektor muss man sicherstellen, dass man einen guten Ausgang hinkriegt, um möglicherweise in der Kurve 1 was zu probieren. Oder in Kurve 3."

Umso wichtiger ist eine gute Vorbereitung, vor allem, da sich die Erfahrung mit der portugiesischen Rennstrecke im Fahrerfeld in Grenzen hält. So auch bei AF-Corse-Ferrari-Pilot und Rallye-Legende Sebastien Loeb, der 2014 schon mal in Portimao war. "Ich habe mit der WTCC einen Tag hier getestet, aber ich konnte mich gar nicht erinnern", sagt er.

"Ich bin also ein bisschen im Simulator gesessen, habe Videospiele gespielt und mir auch ein paar Onboards angeschaut. Das ist alles. Ich habe eine Simulator zuhause, aber es ist nicht so realistisch wie die Wirklichkeit." Da kamen die Testfahrten für Loeb gerade recht.

Maximilian Götz ist schon siegreich gewesen

Der amtierende Meister Maximilian Götz kann sich hingegen an einen Renneinsatz im Jahr 2014 in der damaligen Blancpain-GT-Serie (heute GT-World-Challenge Europe) erinnern. Im Rahmen des Sprint-Cups gewann Götz damals das Hauptrennen zusammen mit seinem Teamkollegen Maximilian Buhk in einem Mercedes SLS AMG GT3 von HTP.

Seitdem habe sich die Strecke "ein bisschen geändert und wurde vor dem Formel-1-Rennen neu asphaltiert." Insgesamt ist Götz ebenfalls voll des Lobes für den Achterbahn-Kurs in Portimao: "Es ist eine gute Strecke, die sich gut für das Racing eignet. Und alles hat: Es gibt schnelle und langsame Passagen, es geht bergauf und bergab."

Das Autodromo Internacional do Algarve in Portimao ist neben Imola die zweite, brandneue Rennstrecke im DTM-Rennkalender für die Saison 2022. Zudem feiert Spa-Francorchamps eine Rückkehr. Der Kurs an der Algarveküste wurde 2008 eröffnet und ist, wie Philipp Eng perfekt zusammenfasst, "ein sehr cooler Neuzugang."