Rene Rast kam am Norisring-Samstag als Dritter ins Ziel - Bildquelle: DTMRene Rast kam am Norisring-Samstag als Dritter ins Ziel © DTM

Rene Rast ist einer der großen Gewinner des Samstagsrennens auf dem Norisring. Der dreifache DTM-Champion wurde in einem von Unfällen geprägten Rennen Dritter. Doch dieser Podiumsplatz hing am seidenen Faden.

"Nach dem Boxenstopp habe ich irgendwann entdeckt, dass ich hinten rechts einen schleichenden Plattfuß hatte. Ich habe da in jeder Runde Luftdruck verloren", gibt Rast offen zu. Trotzdem schaffte er es, bis kurz vor Schluss den zweiten Rang zu behaupten.

Doch in der vorletzten Runde musste der Abt-Audi-Pilot schließlich nachgeben: Am Dutzendteich ging Rast weit und öffnete so die Tür für Dennis Olsen im SSR-Porsche. Für den dreifachen DTM-Champion schien in diesem Moment das Rennen verloren.

"Als Dennis mich überholt hat, war ich mir sicher, dass der Reifen völlig platt war. Aber er hat trotzdem noch irgendwie die letzten zwei Runden überlebt", atmet Rast tief durch. "Deswegen bin ich einfach nur happy, hier zu sein." Rast hadert zwar damit, dass der zweite Platz drin gewesen wäre. "Aber der Porsche war einfach zu stark heute."

Rene Rast rätselt: Warum verlor sein Reifen Luft?

Besonders auf der Bremse sah der Neunelfer im Vergleich zur Konkurrenz bärenstark aus. In der Bremszone zur ersten Kurve verlor Rast daher auch die zwischenzeitliche Führung an den späteren Rennsieger Thomas Preining im Bernhard-Porsche.

Warum sich Rast einen schleichenden Plattfuß zuzog, ist noch nicht geklärt. Der dreifache DTM-Champion hat jedoch eine Theorie: "Ich hatte im Qualifying einen Kontakt, auch mit dem rechten Hinterreifen. Vielleicht war es das, ich habe nicht gefragt."

Der Abt-Audi-Fahrer weiter: "Vielleicht wurde er irgendwo aufgeschlitzt, und wir haben es nicht gesehen. Aber es ist nach dem Boxenstopp passiert, dass ich Druck verlor. Von daher könnte der Reifen durch den Kontakt im Qualifying kaputt gegangen sein."

Es ging auf dem Norisring nur ums Überleben

Immerhin konnte Rast im Vergleich zu den anderen Meisterschaftsanwärtern das Rennen beenden. Sheldon van der Linde, Mirko Bortolotti, Nico Müller und Lucas Auer lagen vor dem heutigen Lauf in der Gesamtwertung vor Rast und mussten allesamt einen Nuller anschreiben. Rast konnte dadurch Müller und Auer in der Meisterschaft überholen.

"Am Ende bin ich einfach froh, dass ich jetzt hier stehe und die Punkte mitgenommen habe. Heute ging es nur ums Überleben", bekennt Rast. Auch er hatte alle Hände voll zu tun, auch wenn er sich im Rennen aus dem Gröbsten herausgehalten hat. "Ich habe mehr in den Rückspiegel geschaut, als durch die Windschutzscheibe", scherzt Rast.

"Aber es hat eigentlich ziemlich Spaß gemacht. Und um das Podium zu fahren, ist auch ziemlich cool." Zumal er das heutige DTM-Rennen auf dem Norisring als "eines der schwierigsten" in seiner langen Motorsport-Karriere einschätzt. Doch Rene Rast hat durchgehalten. Und sein rechter Hinterreifen ebenso. Der Lohn ist Platz drei.