Sophia Flörsch: Teamkollege Mike Rockenfeller sieht Potenzial. - Bildquelle: DTMSophia Flörsch: Teamkollege Mike Rockenfeller sieht Potenzial. © DTM

München - Mit Sophia Flörsch wird in der DTM-Saison 2021 erstmals seit 2012 (Rahel Frey, Susie Wolff) wieder eine Frau in der DTM am Start stehen. Doch was wird die 20-Jährige in ihrer ersten Saison in einem GT-Fahrzeug leisten können?
Teamkollege Mike Rockenfeller sagt hierzu im "Sport1 Motorsport Magazin": "Das ist echt schwer zu sagen. Ich kenne sie jetzt noch nicht so gut, um ehrlich zu sein. Sie hat auch noch nicht so viele Kilometer in dem Auto absolviert. Es ist jetzt nicht so, dass sie schon jahrelang GT3 fahren ist."

Umstellung auf GT3-Auto eine Herausforderung

Darin sieht er für seine Teamkollegin die größte Herausforderung. Und nicht nur für sie, sondern auch für sich selbst: "Da geht es ihr fast ähnlich wie mir. Wir sind beide Rookies, was das Auto angeht."

Flörsch ist bisher Formelfahrzeuge gewohnt und bringt etwas LMP2-Erfahrung mit. "Der größte Unterschied ist im Grunde das Gewicht: Ein Formel-Auto liegt etwa bei 620 Kilogramm, wohingegen ein DTM-Auto mit über 1200 Kilogramm das doppelte wiegt", sagt sie.

"Dadurch geht viel Aerodynamik verloren, du musst sehr viel früher bremsen und man kommt deutlich langsamer durch die Kurven. Insgesamt dauert alles ein bisschen länger, bis etwas passiert. Wenn das Heck kommt, hast du ein bisschen mehr Zeit im Vergleich zum Formel-Auto, wo alles sehr schnell geht."

"Das Gewicht verlagert sich beim Bremsen deutlich stärker auf die Vorderachse und die Gewichtsverlagerung ist in den Kurven deutlich langsamer. Außerdem sind gewisse Fahrhilfen (ABS, Traktionskontrolle, etc.) verbaut, da es ja unter anderem auch ein Fahrzeug für Amateur-Fahrer und Gentlemanfahrer ist."

Perspektiven für Flörsch

Rockenfeller hat zumindest bei diversen Langstreckenrennen schon öfter im GT-Auto gesessen. 2005 wurde er GT2-Meister in der FIA-GT-Serie und Le-Mans-Sieger auf Porsche, 2006 gewann er mit Manthey das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Zwischen 2016 und 2019 fuhr er im Corvette-Werksteam die IMSA-Langstreckenrennen und auf der Nürburgring-Nordschleife sitzt er immer wieder im Audi R8 LMS GT3.

Mittelfristig sieht er für Flörsch Perspektiven: "Man hat immer gesehen, dass in der DTM auch Frauen vereinzelt vorne reinfahren konnten, und ich bin mir sicher, dass sie das auch schaffen wird. Ellen Lohr war die einzige, die gewonnen hat. Danach gab es nicht mehr so viele, die vorne dabei waren."

"Aber natürlich ist es ein hart umkämpftes Feld. Ich glaube - egal welche Autos wir fahren - es ist verdammt schwer, in der DTM erfolgreich zu sein. Da spielt es dann keine Rolle, ob es ein GT3-Auto ist oder Class 1. Es wird für sie in jedem Fall eine Herausforderung."

Van der Linde Lehrmeister für beide?

Und dabei will er behilflich sein: "Natürlich, wenn sie zu mir kommt und irgendetwas wissen will, dann wird sie immer eine ehrliche Antwort bekommen und kann die Daten natürlich anschauen. Aber nochmal: Ich bin im Moment selbst in der Findungsphase, dass ich sage: Ich muss erst mal selbst schauen, dass ich das Richtige mache und das Auto richtig bediene, um schnell zu sein."

"Da muss man erstmal auf sich selbst schauen. Aber ich glaube, das zeichnet Abt auch aus - von Anfang an die Prämisse zu sagen: Wir wollen als Team stark sein."

Als Lehrmeister hat er deshalb den dritten Abt-Piloten auf dem Schirm: Kelvin van der Linde. "Wir haben ihn als GT3-Spezialisten; er hat sicherlich, was die Erwartungshaltung angeht, den größten Druck. Aber alle erwarten, dass er Performance zeigt und ich hoffe, dass ich da im Windschatten ganz gut mitkomme."

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