Gutes Verständnis auch ohne Funk: Thomas Preining und die Bernhard-Truppe - Bildquelle: DTMGutes Verständnis auch ohne Funk: Thomas Preining und die Bernhard-Truppe © DTM

Thomas Preining ist der Mann des DTM-Wochenendes in Spa-Francorchamps. Und das nicht nur wegen seines Mega-Saves in Eau Rouge/Raidillon am Start zum Samstagsrennen. Mit 32 Punkten sammelte der Bernhard-Porsche-Pilot die meisten Zähler im gesamten Feld in Belgien. Und das unter ungünstigen Voraussetzungen.

"Ehrlich gesagt war es zunächst mal wieder chaotisch. Von P7 zu starten war nicht einfach, aber wir haben uns ziemlich schadlos gehalten. Leider hatten wir im Grunde das gesamte Rennen über keinen Funk", gibt Preining nach dem Rennen am Spa-Sonntag zu. "Deshalb musste ich selbstständig an die Box kommen, was sehr herausfordernd ist."

"Ich wusste nicht wirklich, welche Strategie meine Ingenieure im Kopf hatten. Daher musste ich das selbst herausfinden. Zum Glück hat das gut funktioniert. Und der Stopp war auch gut, also Danke an meine Jungs." Preining half es, dass die Jungs der Mannschaft von Porsche-Legende Timo Bernhard ohnehin schon teilweise vorbereitet waren.

Preining und Bernhard-Team: Absprachen im Grid

Und natürlich gab es auch schon in der Startaufstellung erste interne Besprechungen, sodass Preining seine Jungs nicht ganz auf dem falschen Fuß erwischte. "Vor dem Rennen spricht man mit den Ingenieuren über die Strategie. Man hat immer irgendwas im Kopf, über das man gesprochen hat", erklärt der Österreicher hinterher.

Doch in seinem Fall reagierte Preining spontan: "Es gibt immer die Option, das Gegenteil des vorausfahrenden Fahrzeugs zu tun. Als ich in diesem Moment festgesteckt bin, bin ich einfach eine Runde nach dem Mercedes vor mir reingekommen. Zum Glück war die Crew einigermaßen vorbereitet und der Stopp war auch ziemlich schnell."

Für Preining war das die Initialzündung zu einer Aufholjagd, die ihn an den drei Mercedes-AMG von Mikael Grenier, Maximilian Götz und nicht zuletzt Lucas Auer vorbeibrachte. Gegen Letzteren wurde es auf der Anfahrt zur Eau Rouge, wie schon am Samstag, eng.

Der "Mercedes-Magnet" in Spa-Francorchamps

Doch diesmal zog Auer zurück und es kam nicht zur Kollision. "Ich glaube, ich bin ein Mercedes-Magnet. Heute hat es sich so angefühlt, als würde ich nur mit ihnen kämpfen", scherzt Preining nach dem Rennen. "Ich habe mit Lucas im Grid darüber gesprochen, was gestern passiert ist und bin froh darüber, dass wir heute 'fair and square' gekämpft haben."

"Und natürlich bin ich noch glücklicher darüber, dass ich mich behauptet habe." Nicht zurückzustecken zählt für Preining ohnehin zu den Prinzipien des Rennfahrens, gerade in einer Serie wie der DTM: "Auf diesem Level gibt es keinen Spielraum zum Zögern. Sicherlich wird mir der Moment von gestern auf ewig bleiben", sagt er.

"Aber heute während des Rennens gab es keinen Grund zu lupfen, wenn das Podium in Reichweite ist." Und durch die hervorragende Ausbeute in Belgien ist auch der Titel des besten Porsche-Fahrers in dieser Saison noch in Reichweite: Preining, nun Gesamtsiebter, fehlen gerade mal zwei Positionen und sechs Zähler auf Markenkollege Dennis Olsen.