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München - Timo Glock ist kein Rookie in der DTM - trotzdem zählt er in der Saison 2021 zu jenen Fahrern mit relativ wenig Erfahrung. Grund hierfür ist der Wechsel von Class-1-Boliden auf GT3-Fahrzeuge. Für Glock und weitere Fahrerkollegen kommt das einem Neuanfang gleich. Entsprechend gering sind auch seine Erwartungen an die neue Saison.

"Ich habe momentan noch einige Fragezeichen, was das Auto und die Reifen angeht. Wir haben noch nicht herausgefunden, wie ich mich im Auto zu 100 Prozent wohlfühle. ABS-Bremsen und Traktionskontrolle sind für mich komplett neue Themen. Da muss ich noch lernen, damit umzugehen", hält Glock den Ball flach. Der BMW M6 GT3 sei "ein bisschen anders zu fahren, und darauf muss ich mich noch einstellen. Da habe ich noch ein paar Baustellen."

Das für ihn recht ungewohnte GT3-Auto ist aber nur ein Faktor, der es Glock in der anstehenden DTM-Saison nicht leicht macht. Hinzu kommen auch noch die revolutionäre Space-Drive-Lenkung in seinem Rowe-BMW, sowie die ungewohnten Michelin-Reifen. Somit betritt Glock gleich an mehreren Fronten Neuland.

Timo Glock mit suboptimaler Vorbereitung: Mehrere Faktoren

"Wir testen gerade dieses neue System. Es ist schon ziemlich anders, aber es gibt viele positive Dinge. Wir müssen noch Feintuning betreiben, um es auf mich abzustimmen", merkt Glock mit Blick auf die Steer-by-Wire-Technologie von Schaeffler-Paravan an.

Bei all diesen Unbekannten wäre natürlich jeder Testkilometer für Glock hilfreich. Aufgrund seines eng gestrickten Terminkalenders konnte er in der Lausitz allerdings nur an zwei von drei Tagen testen. Am Donnerstag war Glock als Formel-1-Experte für "Sky" bereits an der Rennstrecke in Barcelona, während Rowe Racing zum 24h-Nürburgring-Qualifikationsrennen reiste.

In dieser Tonart geht es für Glock weiter, er wird "den ganzen Mai unterwegs sein. Ich werde bei einigen Formel-1-Rennen sein, werde in der GT-Open-Serie fahren. Es ist also viel los und es sind ein paar Testtage geplant, wieder mit dem Space-Drive-System." Die Zeit bis zum DTM-Auftakt Mitte Juni in Monza ist also knapp für Glock.

Bekommt BMW noch eine bessere BoP-Einstufung?

Glock geht also mit einigen Nachteilen in seine erste GT3-Saison. Auf der Strecke erwartet er aber eine ähnliche Leistungsdichte wie schon zuvor: "Der Wettbewerb wird auch dieses Jahr in der DTM auf sehr hohem Niveau sein. Wir haben viele gute Fahrer an Bord, viele GT3-Spezialisten. Ich freue mich auch, dass mein alter Freund Gary Paffett wieder da ist. Es wird spannend, aber es ist schwer zu sagen, wo wir und die anderen stehen."

Auf dem Lausitzring jedenfalls stand Glock in der kombinierten Zeitenliste über alle drei Tage auf dem 17. und letzten Platz. Schon in Hockenheim war Glock Teil des hinteren Ende des Feldes. Viel besser lief es für seine BMW-Kollegen rund um Marco Wittmann und Sheldon van der Linde allerdings auch nicht. Gut möglich also, dass der BMW über die Balance of Performance noch ein wenig konkurrenzfähiger gemacht wird.

Trotzdem schraubt Glock die Erwartungen erst einmal deutlich nach unten: "Ich tu mich schon noch schwer mit dem Auto, weil ich einfach sehr wenig GT3-Erfahrung habe. Ein Gefühl dafür zu bekommen, wie das Auto funktioniert, wie man das Auto schnell fahren muss, den Reifen zu verstehen: Da brauchen wir mit Sicherheit am Anfang der Saison ein bisschen Zeit."

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