Marco Wittmann zeigt, was der BMW M4 GT3 kann: Bestzeit am Freitag - Bildquelle: Motorsport ImagesMarco Wittmann zeigt, was der BMW M4 GT3 kann: Bestzeit am Freitag © Motorsport Images

München - Trainings-Auftakt der DTM auf dem Lausitzring (Das Qualifying und beide Rennen live in ProSieben und auf ran.de) bei schwülen Temperaturen von knapp unter 30 Grad - und BMW wird seiner Favoritenrolle gerecht: Walkenhorst-Pilot Marco Wittmann sicherte sich in der Endphase des zweiten Trainings in 1:32.035 die Tages-Bestzeit vor seinem Schubert-Markenkollegen Sheldon van der Linde (+0,035) .

Der Südafrikaner rollte allerdings 18 Minuten vor Trainingsende mit seinem M4 GT3 aus, sorgte für eine rote Flagge und musste abgeschleppt werden. Die Ursache für das Problem ist noch unbekannt. Bester Nicht-BMW war diesmal trotz der Highspeed-Charakteristik der Strecke mit der Steilkurve Kurve 1 ein Porsche.

SSR-Pilot Dennis Olsen setzte sich mit 0,037 Sekunden Rückstand auf den dritten Platz, dahinter landeten mit den GruppeM-Piloten Maro Engel (+0,072) und Mikael Grenier (+0,189) die besten Mercedes-AMG-Fahrer.

Vermeintlich benachteiligter Audi schnellster in Turn 1

Aber auch Audi erwies sich trotz der Bedenken von Nico Müller im Vorfeld stark, auch wenn Abt-Pilot Kelvin van der Linde am Nachmittag als bester Fahrer mit dem R8 LMS GT3 Evo II nicht über Platz neun hinauskam. Denn Rosberg-Audi-Pilot Müller, der im zweiten Training einen Longrun absolvierte, hatte sich am Vormittag mit einer Bestzeit von 1:32.249 an die Spitze gesetzt .

Seine Bestmarke reichte im Gesamtklassement mit 0,179 Sekunden Rückstand immerhin für Platz sechs, wodurch Rosberg erneut schneller war als Abt. Was ebenfalls ermutigend ist für die Ingolstädter: In Turn 1, wo der kurze Audi aerodynamisch eigentlich gegenüber dem BMW benachteiligt ist, hatten die Audi-Piloten die besten Speed-Werte.

Kelvin van der Linde kam im zweiten Training auf 239,9 km/h, Arjun Maini war im Mercedes-AMG GT3 um 0,6 km/h langsamer. Und auch der drittschnellste Pilot war mit Attempto-Rookie Marius Zug ein Audi-Pilot. Er kam auf 239,1 km/h. Das spricht dafür, dass das Evo-Paket, das auch für eine stabilere Straßenlage des R8 LMS sorgen soll, gut funktioniert.

Ohne kurz zu lupfen kam übrigens kein Pilot durch die leicht überhöhte Kurve, die den rechten Vorderreifen gerade bei so hohen Temperaturen ordentlich belastet.

Theoretische Tages-Bestzeit ganz klar an Audi-Pilot Müller

Auch die Zeiten im ersten Sektor, der nur aus der Start-Ziel-Geraden, Kurve 1 und der Gegengerade besteht, sollten Audi Hoffnung geben: Denn Sheldon van der Linde sorgte zwar im ersten Training in 19,306 für die erwartete BMW-Bestmarke, Nico Müller war aber im Audi nur 0,029 Sekunden langsamer - und damit der zweitschnellste Fahrer überhaupt.

Zudem fuhr Müller - wenn man die besten Sektorenzeiten des Tages aneinanderreiht - in 1:31.735 die beste Runde überhaupt. Sheldon van der Linde, der im winkeligen zweiten Sektor mit dem langen BMW Zeit verliert, kommt als Zweiter auf eine theoretische Bestzeit von 1:32.130.

Wie ernst man die heutigen Zeiten nehmen soll? Das ist noch etwas unklar, denn die Simulationen von AVL Racetech ergeben eine theoretische Qualifying-Bestzeit von 1:31,3. Im Vorjahr fuhr Winward-Mercedes-Pilot Philip Ellis bei seiner Sonntags-Pole 1:30.292 - allerdings mit einer schnelleren Balance-of-Performance-Einstufung.

Rosberg wieder schneller als Abt?

Dass Müller so gut zurecht kommt, wird auch beim Rosberg-Team für Freude sorgen: Denn im Vorjahr erlebte man auf dem Lausitzring ein katastrophales Wochenende und sah gegen das Abt-Team überhaupt kein Land. Zumindest im Freien Training hatte Müller aber nun erneut die Oberhand gegen den besten Abt-Piloten van der Linde.

Der sieht das aber gelassen: "Wir waren hier noch nicht testen, während viele Team schon mal hier waren. Das ist leider der Nachteil, den wir haben. Das haben wir aber heute gut eingearbeitet, wir haben viel gefunden. Über Nacht werden wir jetzt noch ein paar Sachen anschauen, und dann sind wir hoffentlich im Qualifying gut dabei."

Sehr unauffällig waren am Freitag die Ferrari-Truppe AF Corse und die Lamborghini-Teams Grasser und T3 Motorsport: Nick Cassidy, der das Auto seines Ersatzmannes Sebastien Loeb übernommen hat, kam als bester Ferrari-Pilot mit 0,520 Sekunden Rückstand auf Wittmanns Tages-Bestzeit auf den 16. Gesamtrang.

Esmee Hawkey, Thiim und Zug sorgen für Zwischenfälle

DTM-Leader Mirko Bortolotti war als bester Lamborghini-Pilot mit 0,992 Sekunden überhaupt nur 22., wenn man die besten Zeiten des Tages betrachtet. Der in Wien lebende Italiener, der vergangene Woche mit dem Grasser-Team ebenfalls auf dem Lausitzring getestet hat, war damit der letzte Pilot innerhalb einer Sekunde zur Bestzeit, was die enorme Leistungsdichte zeigt.

Einige Zwischenfälle gab es vor allem im ersten Training: Acht Minuten vor Schluss blieb T3-Lamborghini-Pilotin Esmee Hawkey - vermutlich nach einem Dreher - bei der Boxeneinfahrt stehen und hatte Schwierigkeiten, ihren Boliden wieder in die richtige Fahrtrichtung zu bringen.

"Ich weiß nicht, wie ich in den Rückwärtsgang komme", klagte sie über Boxenfunk, ehe sie nach Anweisungen ihres Renningenieurs an die Box zurückfuhr. Kurz vor der Zielflagge erwischte es dann ihren Teamkollegen Nicki Thiim und Attempto-Audi-Pilot Zug, die zeitgleich ebenfalls mit ihren Boliden liegenblieben. Das erste Qualifying am Lausitzring wird am Samstagmorgen um 10:05 gestartet.

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