München - 29 Fahrzeuge von sechs Herstellern, dazu die Fahrer-Elite des GT3-Sports: Die Zutaten für eine herausragende und spannende Saison 2022 in der DTM (das erste Rennen um 12:30 Uhr live auf ProSieben und ran.de) sind vorhanden. Vor Saisonstart gilt nahezu jeder Fahrer im Feld als Anwärter für die Meisterschaft. Entsprechend schwer tun sich auch die Piloten selbst bei der Frage nach einem Favoriten.

T3-Lamborghini-Fahrerin Esmee Hawkey legt sich als eine von wenigen fest: "Wenn ich jemanden auswählen müsste, wäre das mein Teamkollege Nicki [Thiim]." Der Däne, Sohn des 1986er-Meisters Kurt Thiim, gibt in diesem Jahr sein Debüt in der DTM. Er kann unter anderem auf einen Klassensieg bei den 24h Le Mans und die GT-WM 2019/20 zurückblicken.

Philipp Eng setzt dagegen auf sich selbst und betont: "Natürlich wäre ich gern derjenige!" Doch da hat das restliche Feld etwas dagegen, weshalb der Österreicher anmerkt: "Da sind viele gute Jungs dabei. Sicherlich werden viele Fahrer von vielen verschiedenen Marken bis zum Schluss im Titelkampf dabei sein. Das ist der Vorteil am Format mit den GT3-Autos."

Der dreifache DTM-Champion Rene Rast, der mit seiner Agentur 'Pole Promotion' das Management von Nicki Thiim verantwortet, hat im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' ein paar andere Namen auf seinem Zettel: "Beim Test hat Mirko Bortolotti im Lamborghini sehr stark ausgesehen. Auch ein Nico Müller war sehr stark."

Rast und Götz: Teamkollegen als Benchmark

Ein bisschen offener sind die Fahrer dagegen bei der Frage nach ihren persönlichen Zielen. Rast bleibt beispielsweise dabei, dass sein Abt-Audi-Teamkollege Kelvin van der Linde für ihn die Messlatte sein wird: "Es ist mein Ziel, auf dem Niveau von Kelvin zu fahren. So, wie ich mich vergangenes Jahr in der Formel E auch an Lucas di Grassi orientiert habe, denn er war der stärkste Formel-E-Fahrer der vergangenen Jahre."

Auf van der Lindes Niveau zu agieren würde wahrscheinlich auch bedeuten, ein Wörtchen im Titelkampf mitzureden. "Hoffen wir mal, dass es so kommt", lacht Rast. Auch der amtierende DTM-Meister Maximilian Götz orientiert sich nach dem Mercedes-internen Teamwechsel an seinen Teamkollegen Lucas Auer und David Schumacher.

"Ich will der Beste im Team sein, und am Ende des Jahres auch der beste Mercedes-AMG-Fahrer", betont Götz, der nun für Winward Racing fährt. "Wo wir dann genau landen werden, da habe ich ehrlich gesagt noch keine Ahnung. Aber das Podium wäre wirklich großartig." Wieder ganz oben zu stehen könne man hingegen nicht erwarten, so der Meister.

Die Meisterschaft nennt auch Bernhard-Porsche-Pilot Thomas Preining als "ultimatives Ziel". Die Fragezeichen sind für ihn jedoch noch ein wenig größer, da Porsche in diesem Jahr erstmals auf Vollzeit-Basis in der DTM fährt. "Das macht es einfach sehr schwierig. Wir haben keine Ahnung, wo wir stehen", meint der junge Österreicher. "Alles ist komplett offen für uns, aber wir werden auf jeden Fall wie die Hölle pushen."

Der junge Deutsche Marius Zug ist ein weiterer Neuling in der DTM. Dass er zusammen mit Attempto Racing einen Audi R8 LMS GT3 evo II einsetzt, gibt ihm Hoffnung: "Wir haben gesehen, dass der Audi reibungslos gelaufen ist, und im letzten Jahr bis zum Schluss um den Titel gekämpft hat. Wir wissen also, dass das Auto funktioniert."

DTM-Fahrer einig: Konstanz ist 2022 der Schlüssel

Der 19-Jährige nennt ebenfalls Rennsiege als "ultimatives Ziel". Aber er merkt an: "Wir werden sehen, wo wir nach diesem Wochenende, und wo wir nach dem Finale stehen. Jeder hat eine Chance, und das im Grunde genommen bei jedem Rennen."

Hawkey dagegen backt kleinere Brötchen. Sie holte im Vorjahr zwei Punkte in Assen und möchte daran anknüpfen: "Dieses Jahr wird es wohl ein wenig härter. Das Ziel ist jedoch das gleiche: Punkte zu holen. Hoffentlich schaffen wir das. Wenn uns das gelingt, wäre es ein großer Schritt für mich." Daher möchte sie auch viel von Teamkollege Thiim lernen.

Worauf es in der DTM-Saison 2022 ankommen wird? "Ständig Punkte zu holen, denn es wird viele Zwischenfälle und Safety-Cars geben, weil es so viele Autos im Feld gibt", antwortet Sheldon van der Linde im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Der Schlüssel wird sein, die Chance zu nutzen, wenn man nach dem Qualifying vorne dabei ist."

"Aber wenn man nicht wirklich vorne ist, muss man einfach die Punkte mitnehmen und so viele Punkte wie möglich zu holen." Sein Teamkollege Eng fügt hinzu: "Wenn du dich aus Schwierigkeiten heraushältst und im Schnitt in jedem Rennen auf P5 ins Ziel kommst, dann hast du, glaube ich, eine ganz gute Chance, im Titelkampf dabei zu sein."

Im Vorjahr wäre diese Rechnung nicht aufgegangen: Götz holte im Schnitt pro Renntag 14,375 Punkte. Das ist gleichbedeutend mit Platz vier sowie einem Start aus der ersten Reihe in jedem Rennen. 2022, mit rund zehn Fahrzeugen und einigen Top-Fahrern mehr im Feld, kommt es daher umso mehr auf die Konstanz an.

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