München/Valencia - Die elf Teams der Formel-E-WM 2023 haben den brandneuen Gen3-Autos beim offiziellen Wintertest in dieser Woche mehr als 17.000 Kilometer aufgebrummt.

Auf dem Circuit Ricardo Tormo bei Valencia in Spanien wurden von Dienstag bis Freitag von den 22 Stammpiloten zusammengerechnet 5.128 Runden zurückgelegt.

Das Gen3-Auto, dessen Renndebüt am 14. Januar 2023 in Mexiko erfolgt, ist gegenüber dem bis Ende der Formel-E-Saison 2022 eingesetzten Gen2-Auto nun 60 Kilogramm leichter. Im Qualifying-Modus liegen nun 350 statt 250 Kilowatt Leistung an. Neu sind auch die Reifen: sie kommen von Hankook, nicht mehr von Michelin.

Formel E: Leistungsstärkere Gen3-Autos mit neuen Bestzeiten

Der Valencia-Streckenrekord aus der Gen2-Ära wurde in dieser Woche mit dem Gen3-Auto um mehr als 0,6 Sekunden verbessert. Maserati-Pilot Maximilian Günther war es, dem die aktuelle Rekordrunde von 1:25.127 Minuten am Freitag in der letzten Stunde der Testwoche gelungen ist. Günther und Co. sind sich aber einig, dass das volle Potenzial der Gen3-Autos noch lange nicht ausgeschöpft wurde.

"Alles in allem war es ein äußerst positiver Test in Valencia", sagt Günther und verweist darauf, dass sich er und das Maserati-Team "dank einiger richtig guter Schritte in die richtige Richtung entwickeln". Gleichzeitig merkt der "Sieger" des diesjährigen Formel-E-Wintertests an: "Bis zum Saisonauftakt in Mexiko müssen wir im Sinne der Performance noch ein paar Bereiche feintunen und unsere Vorbereitungen fortsetzen."

Günthers Maserati-Teamkollege Edoardo Mortara, der den Valencia-Streckenrekord bis Mittwoch dieser Woche gehalten hatte, stimmt zu: "Je länger wir mit diesen [Gen3]-Autos arbeiten, desto mehr Performance werden wir noch finden. Es gibt noch viel zu entdecken."

Formel E: Neue Autos sorgen für Begeisterung

Mahindra-Pilot Oliver Rowland beschreibt das Gen3-Auto so: "Du hast zwei Pedale und ein Lenkrad. Abgesehen davon ist aber vieles neu. Technisch gesehen haben wir jetzt einen vorderen Antriebsstrang, der Energie regenerieren kann. Hinten gibt es keine Bremsen mehr, aber mehr Kapazität zur Rückgewinnung von Energie. Die Autos sind deutlich leichter und es gibt eine ganze Reihe von Dingen, auf die wir uns als Fahrer noch einstellen müssen."

"Sie haben mehr Leistung als vorher", sagt Porsche-Pilot Antonio Felix da Costa, "aber bislang fällt es noch schwer, diese Leistung bei gewissen Bedingungen abzurufen. Aus Sicht der Zuschauer ist es großartig, denn die Fahrer machen mehr Fehler. Es ist nicht so einfach, dieses Auto in den Griff zu kriegen. Das wird sich positiv auf die Rennen auswirken. Was das Tempo betrifft, sind wir noch nicht so schnell wie wir dachten. Mit der Zeit wird der Speed aber kommen".

Formel E: Wehrlein und Rast - Limit noch nicht erreicht

Pascal Wehrlein, im Porsche-Werksteam der Teamkollege von Felix da Costa, sagt: "Wir hatten in Valencia einige Herausforderungen zu bestehen. Das ist aber normal, wenn man mit einem komplett neuen Auto antritt. Diese Testfahrten sind dazu da, um herauszufinden, was schon gut läuft und wo wir uns noch verbessern müssen."

Und auch Rene Rast klingt ganz ähnlich. "Bislang hat noch niemand die Limits ausgereizt. Im Verlauf der Saison werden wir noch jede Menge Rundenzeit finden. Und nach ein, zwei Jahren werden wir noch viel schneller sein", so der McLaren-Neuzugang.