Nyck de Vries fährt 2023 in der Formel 1 für AlphaTauri - Bildquelle: Motorsport ImagesNyck de Vries fährt 2023 in der Formel 1 für AlphaTauri © Motorsport Images

Erst im Alter von 27 Jahren hat es mit dem Aufstieg in die Formel 1 geklappt. Bis dahin musste Nyck de Vries den Umweg von der Formel 2 über die WEC und die Formel E gehen. In letztgenannter Serie etablierte sich der Niederländer als einer der Top-Fahrer, wie der WM-Titel im Jahr 2021 beweist.

Geholfen hat de Vries aber nicht der Formel-E-Titel, sondern vor allem sein famoser Spontan-Einsatz für Williams beim Italien-GP in Monza. Dort fuhr er als Neunter auf Anhieb in die Punkte - gut auch für die Formel E, wie Andretti-Fahrer Jake Dennis meint.

"Die Art und Weise, wie er an das Wochenende herangegangen ist und wie gut er sich geschlagen hat, verleiht der Formel-E-Meisterschaft mehr Anerkennung", sagt der Brite im Gespräch mit 'Motorsport.com Global'. Zur Erinnerung: Stammfahrer Alex Albon bestritt die Freitagstrainings noch selbst, danach wurden jedoch die Schmerzen im Blinddarm zu groß.

Nyck de Vries beeindruckt in Monza

Am Samstagvormittag kam der Anruf von Mercedes, und de Vries wurde ins eiskalte Wasser geschmissen. 60 Minuten Freies Training hatte er vor dem Qualifying noch zur Verfügung, um sich auf den Williams einzuschießen. Auf Anhieb schlug der Niederländer seinen etablierten Teamkollegen Nicholas Latifi, zog in Q2 ein und wurde dort 13.

Durch diverse Startplatz-Strafen wurde es unter dem Strich sogar Startplatz acht für de Vries. Auch im Rennen hielt sich der Williams-Pilot schadlos. Der Lohn: Platz neun, zwei Punkte und ein Stammfahrer-Cockpit bei AlphaTauri in der Formel-1-Saison 2023.

Aus der Ferne haben seine Formel-E-Kollegen de Vries die Daumen gedrückt. Und das nicht ganz ohne Hintergrundgedanken, wie Dennis erzählt: "Ich denke, es ist gut für die Formel E. Als er in Monza gefahren ist, war das Letzte, was wir alle wollten, dass es ihm schlecht ergeht. Denn das hätte auch uns schlecht aussehen lassen."

Jake Dennis freut sich für Ex-Formel-E-Kollege

Der Brite fügt hinzu: "Ich freue mich wirklich für ihn. Er ist ein großartiger Fahrer, und seit meinem ersten Tag im europäischen Kartsport im Alter von zwölf oder 13 Jahren war er wahrscheinlich einer meiner Hauptkonkurrenten. Wir sind sozusagen zusammen aufgewachsen und sind immer gegeneinander gefahren."

"Ihn also in der Formel 1 zu sehen, zusammen mit vielen anderen, gegen die ich Rennen gefahren bin, ist großartig." Doch ob Dennis selbst auch den Schritt in die Königsklasse gewagt hätte? Er gibt zwar zu, dass er an de Vries' "wahrscheinlich dasselbe getan" hätte. Aber auf ein Dasein im hinteren Formel-1-Feld verspürt Dennis wenig Lust.

Die eigenen Prioritäten des 27-Jährigen liegen mittlerweile woanders. "Ehrlich gesagt würde ich keinen Williams fahren wollen. Ich möchte nicht als Letzter herumfahren, das ist sicher. Man muss es so angehen, vor allem in meinem Alter - ich werde ziemlich alt, ich bin keine 21 mehr. Ich will einfach Rennen gewinnen", hält Dennis fest.

"Egal ob in der Formel E, der WEC oder der Formel 1, oder in was auch immer. Ich will einfach konkurrenzfähig sein." Nyck de Vries stand bis zum Formel-E-Finale 2022 auch als Test- und Ersatzfahrer für Mercedes in der Königsklasse unter Vertrag. Die gleiche Funktion bekleidete er übrigens auch bei Toyota in der Langstrecken-WM WEC.