Riad könnte das Formel-E-Rennen zukünftig verlieren. - Bildquelle: Motorsport ImagesRiad könnte das Formel-E-Rennen zukünftig verlieren. © Motorsport Images

München - Die Formel E könnte innerhalb von Saudi-Arabien den Austragungsort wechseln. Nach Angaben des lokalen Veranstalters gibt es Überlegungen, den aktuell in Diriyah am Rande der Hauptstadt Riad beheimateten E-Prix in einer andere Stadt zu verlegen.

"Wir wollen mit der Formel E das gesamte Königreich vorstellen", sagt Carlo Boutagy, Gründer des lokalen Veranstalters CBX, im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Die Kosten für die Errichtung eines [Stadt-] Kurses sind nicht annähernd so hoch wie für den Bau einer permanenten Rennstrecke. Es ist tatsächlich machbar und vertretbar, zwischen verschiedenen Standorten zu wechseln."

Kronprinz entscheidet über Rennverlegung

Im Zuge der Vision 2030 soll Saudi-Arabien zu einer Touristen-Destination umgewandelt werden, womit die sinkenden Einnahmen aus der Erdölförderung kompensiert werden sollen. Sportveranstaltungen sind hierbei ein wichtiges Werbemittel, und so könnte die Formel E genutzt werden, um andere Orte außerhalb der Hauptstadt Riad bekannt zu machen.

 

Laut Boutagy liege die letzte Entscheidung über die Verlegung des Formel-E-Rennens bei niemand geringerem als Kronprinz Mohammad bin Salman. Wohin die Reise gehen könnte, deutet der Promoter zwischen den Zeilen aber schon an.

"Es ist gleich um die Ecke, nicht sehr weit. Es ist in einer neuen Stadt, die sich entwickeln wird, und ich würde mich sehr freuen, dorthin zu gehen und sie der Welt zu zeigen", sagt Boutagy. Das deutet auf Qiddiya hin.

Formel 1 soll ab 2023 auch in Qiddiya fahren

Rund 50 Kilometer westlich von Riad soll dort ein gigantische Handels- und Unterhaltungszentrum entstehen. Aktuell wird dort unter Mitwirkung von Alexander Wurz auch eine permanente Rennstrecke gebaut, auf der ab 2023 der Formel-1-Grand-Prix von Saudi-Arabien ausgetragen werden soll.

Auf Seiten der Formel E zeigt man sich einem Umzug des Rennens gegenüber verhalten, aber grundsätzlich aufgeschlossen. "Sofern die Bedingungen stimmen, wären wir offen dafür, uns auf Vorschlag des Sportministeriums und des lokalen Veranstalters andere Orte anzusehen", sagt Alberto Longo, COO der Formel E.

Allerdings wäre Longo auch mit einem Verbleib des Rennens in Riad einverstanden. "Die Örtlichkeiten in Diriyah wurden für die Formel E erschaffen und wir lieben sie. Es ist für Fahrer und Teams vielleicht die schwierigste und aufregendste Strecke im Kalender, und dieses Element wollen wir auf jeden Fall erhalten", sagt er.

Der Diriyah-E-Prix wird in der nächsten Woche zum dritten Mal ausgetragen. Mit den ersten Nachtrennen in ihrer Geschichte startete die Formel E dort in die Saison 2021, in der sie erstmals als Weltmeisterschaft ausgetragen wird. Der 2018 zwischen der Formel E und Saudi-Arabien geschlossene Vertrag über die Ausrichtung von Rennen hat eine Laufzeit von zehn Jahren.

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