Sebastian Vettel hofft auf Siege mit Aston Martin. - Bildquelle: GettySebastian Vettel hofft auf Siege mit Aston Martin. © Getty

München - Es war im Jahr 2010, als es rund um Sebastian Vettel und Martin Whitmarsh erstmals Schlagzeilen gab. Seinerzeit kämpfte der Deutsche mit Red Bull um den WM-Titel in der Formel 1. Whitmarsh wiederum versuchte als Teamchef von McLaren mit seinen Fahrern Jenson Button und Lewis Hamilton dies tunlichst zu verhindern. Ohne Erfolg.

Nach dem Großen Preis von Belgien in Spa, als Vettel Button vor der letzten Schikane versehentlich abgeschossen hatte, wütete der Teamchef gegen den damals erst 23-Jährigen und bezeichnete ihn als "Crash Kid".

Mehr als ein Jahrzehnt liegt diese Episode inzwischen zurück, nun treffen Vettel und Whitmarsh erneut aufeinander - dieses Mal aber erstmalig im selben Team. So hat Aston Martin bekannt gegeben, den langjährigen McLaren-Boss verpflichtet zu haben.

Whitmarsh als neuer Chef

Offiziell wird der 63-Jährige Group Chief Execute Officer der Aston Martin Performance Technologies. Doch was so hochtrabend klingt, bedeutet am Ende nichts anderes, als dass der Brite zum Chef von Vettel und Teamkollege Lance Stroll aufsteigt.

"Martin wird in leitender Funktion Verantwortung tragen und mich bei der Festlegung der neuen strategischen Ausrichtung von Aston Martin und seiner Tochtergesellschaften unterstützen", erklärte dazu Teambesitzer Lawrence Stroll.

Mit der Verpflichtung des erfahrenen Whitmarsh wird eines deutlich: Bei Aston Martin macht man ernst. So schreckt Owner Stroll auch nicht vor einer entsprechenden Titel-Ansage zurück. Whitmarshs Aufgabe sei "die Umwandlung des Aston-Martin-Teams in eine Organisation, die innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre die Formel-1-Weltmeisterschaft gewinnt und sich in einem ähnlichen Zeitraum zu einem Unternehmen mit einem Umsatz von einer Milliarde Pfund entwickelt".

Aston Martin bekommt neue Fabrik

Doch es ist nicht die Personalie allein, die auf einen Großangriff beim früheren Racing-Point-Team hindeutet. So baut Milliardär Stroll auch eine neue Fabrik für seinen Rennstall, und die hat es in sich.

In Silverstone entsteht das neue Prachtstück, direkt neben der alten Anlage. Zwischen 175 und 235 Millionen Euro soll das neue Zentrum kosten, es entstehen dabei mehrere Gebäude, ein Windkanal, Konferenzzentren, etc.

So erklärte Stroll erst kürzlich, Aston Martin habe zwar Top-Mitarbeiter, aber noch lange nicht die beste Ausrüstung. Dieser Makel wird nun behoben. 5G-Breitbandinternet, optimierte Kommunikation und der neueste Stand der Technik stehen ab 2023, wenn die Fabrik bezogen werden soll, zur Verfügung.

Regeländerungen in der Formel 1 ab 2022

Die vielen großflächigen Veränderungen finden dabei in einer Zeit statt, in der sich die Formel 1 grundlegend wandelt. Mit der Saison 2022 gelten für die Königsklasse völlig veränderte Regularien, die die Kluft zwischen den Teams geringer und die Spannung im WM-Kampf größer machen sollen.

Die Autos werden schwerer und damit langsamer, zudem werden die Reifen breiter. Teure Materialien werden verboten, dafür gibt es mehr Einheitsteile. Auch der Abtrieb soll um 20 Prozent reduziert werden, um wieder mehr Überholvorgänge zu ermöglichen. Wie sich diese vielen Veränderungen auf den WM-Kampf 2022 auswirken werden, kann aktuell niemand auch nur im Ansatz vorhersagen.

Fest steht in jedem Fall, dass eine spannende Zeit anbricht, in der auch Vettel mit von der Partie ist. Bis zuletzt war nicht zu 100 Prozent klar, ob der viermalige Weltmeister seine Karriere fortsetzt. Die erhofften Erfolge sind in der laufenden Saison deutlich verfehlt worden.

Vettel ist heiß auf Siege

Doch der Heppenheimer ist heiß auf 2022, auf ein völlig verändertes Reglement und auf eine gute und fruchtbare Zusammenarbeit bei seinem neuen Rennstall, nach der er sich in seiner letzten Zeit bei Ferrari so gesehnt hatte.

"Dieses Team wächst immer weiter zusammen und ich denke, wir werden Erfolg haben", freut er sich bereits auf die Zukunft. "Es ist sehr spannend ein Teil des Teams zu sein und auch die Regeländerungen, die kommen werden, sind sehr aufregend. Jeder ist gespannt, was das für das Feld bedeutet", so Vettel weiter.

Bei der Pressekonferenz vor dem Sotschi-GP am Wochenende machte der 34-Jährige zudem noch einmal deutlich, was ihn trotz der inzwischen zwei Jahre ohne Sieg in der Formel 1 hält: "Ich liebe das Fahren, ich liebe das Gewinnen."

Mit Whitmarsh, den Vettel bereits als "starken" Neuzugang bezeichnete, den neuen Regeln und der neuen Fabrik steigen die Chancen auf einen Aston-Martin-Sieg in der Zukunft in jedem Fall deutlich an. Für den Deutschen dürfte dies ein zusätzlicher Ansporn sein, auch weiterhin in der Formel 1 Rennen zu fahren.

Ob Vettel allerdings lange genug bleibt, bis der Großangriff von Aston Martin auch zu einem möglichen Titel führt, hängt nicht zuletzt vom Ex-Weltmeister selbst ab.

Du willst die wichtigsten Motorsport-News, Videos und Daten direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die neue ran-App mit Push-Nachrichten für die wichtigsten News Deiner Lieblings-Sportart. Erhältlich im App-Store für Apple und Android.